Forschung

Ein gigantisches Institut für Afrika


Die bekannten „K’s“ prägen nach wie vor das Bild von Afrika. Leider ist das so. Gemeint sind Kriege, Katastrophen und Korruption. Dass es Länder gibt – etwa Angola oder Botswana – die sich zu aufstrebenden Wirtschaftsnationen entwickelt haben, bleibt da oftmals außen vor. Und kleinere Fortschritte, wie es sie beispielsweise durchaus in Nigeria gibt, werden schon gleich gar nicht gesehen. Dem Giga-Institut in Hamburg fällt das sehr wohl auf.

Die Forscher aus der Einrichtung blickten ganz intensiv auf Afrika. Übrigens: Ich will mich hier nicht als großer Wirtschaftsexperte darstellen. Der bin ich bekannter Weise nicht. Die Situation in Angola und Botswana schätzen eben die Experten des Instituts ein. Der Name der Einrichtung kommt vom ihrem englischen Namen her: German Institute of Global und Area Studies.

Seit dem Jahr 1963 forscht das GIGA Institut für Afrika-Studien über Politik und Wirtschaft auf dem Kontinent. Dabei konzentriert es sich auf die Gebiete südlich der Sahara. Kern der Forschung sind Strukturen wie Parteien, Wahlsysteme und Verfassungsgerichte. Es geht um Konflikte um Ressourcen und religiöse Dominanz. Geblickt wird auf ausländische Investitionen und ihre Folgen und afrikanische Führungsmächte. Die Wissenschaftler saugen sich das nicht alles aus den Fingern. Sie arbeiten mit Partnern vor Ort zusammen. So entstehen fundierte Analysen, die öffentlichen wie privaten Entscheidungsträgern als wichtige Informationsquellen dienen. Da sind sich die Forscher sicher.

Es handelt sich laut eigener Aussage um ein deutschlandweit einzigartiges Institut. Kein weiteres befasse sich kontinuierlich mit den Entwicklungen im gesamten Afrika südlich der Sahara. Es sieht sich als Knotenpunkt für die Afrika-interessierte Öffentlichkeit in der Bundesrepublik wie auch für europäische Forschungseinrichtungen. Dass in dieser Richtung angeschoben werden muss, habe ich hier ja schon des Öfteren gefordert. Ein Teil des Instituts sind das Sekretariat der Vereinigung für Afrikawissenschaften in Deutschland und der Vorstand der Africa-Europe Group for Interdisciplinary Studies. Zudem publiziert das Institut die im Social Science Citation Index gelistete Zeitschrift Africa Spectrum und ist Mitherausgeber vom Afrikc Yearbook.

Darüber hinaus bringen die Wissenschaftler immer wieder Informationen in Buchform oder als Aufsätze unter die Menschen. Was wichtig ist, denn das Wissen über die Zusammenhänge auf dem afrikanischen Kontinent lässt in der Breite ja weiterhin zu wünschen übrig. Die Forscher agieren darüber hinaus als Berater der verschiedenen politischen Gremien in Deutschland. Mit ihrer Arbeit sorgen die Experten aus Hamburg also dafür, dass sich Vorurteile über die Afrikaner abbauen. Sie machen also gute Arbeit.

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Afrika geht auch als Naturparadies


Afrika kann trotz aller Probleme nach wie vor mit seiner Natur punkten. Das steht außer Frage. Und das sehen auch Forscher des Senckenberg-Instituts und der Universitäten von Frankfurt, Ouagadougou, Rostock und Mainz so. Sie haben eine absolut interessante Datenbank auf die Beine – und ins Internet – gestellt. Dort sind als 3500 Pflanzenfotos zu mehr als 700 Arten zu finden. Aber es geht um mehr als einfache Fotos. 18 wichtige Merkmale wurden für die abgebildeten Arten erfasst und helfen den Botanikern, Pflanzen zu bestimmen

Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung wurde bereits 1817 von engagierten Frankfurter Bürgern als Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft gegründet. Sie ist Träger des obigen Instituts. Heute ist sie eine der wichtigsten Forschungseinrichtungen rund um die biologische Vielfalt. Sie beherbergt außerdem mit dem Frankfurter Haus eines der größten Naturkundemuseen in ganz Europa.

Gemäß ihrer langen Tradition sei es „Aufgabe der Gesellschaft, Naturforschung zu betreiben und die Ergebnisse der Forschung durch Veröffentlichung, durch Lehre und durch ihre Naturmuseen der Allgemeinheit zugänglich zu machen“. So steht es nach eigenen Worten in der Satzung der Gesellschaft. Das sei heute wichtiger als je zuvor, denn dank moderner Naturforschung könnten Antworten auf dringliche Fragen der Gegenwart gefunden werden, wie zum Beispiel zum Natur- und Klimaschutz. Da können wir nur zustimmen. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) ist Träger der sechs Senckenberg Forschungsinstitute und der drei Naturkundemuseen. Die Internetseiten der verschiedenen Organisationen geben weitere Informationen.

Noch einmal zurück zur Datenbank: Die ist für Pflanzenfreunde wohl eine richtiggehende Muse. Denn es ist möglich, konkret nach bestimmen Pflanzen Ausschau zu halten. Wir können da in West- oder Ostafrika beispielsweise auf die Suche gehen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, bestimmte Merkmale von Pflanzen in die Suchmaschine einzugeben. Und so auf bestimmte Typen zu kommen. Welche Art von Früchten? Welche Art von Blättern? Welche Farbe? Und so weiter. Fast schon selbstverständlich: Auch Literaturhinweise bleiben nicht aus.

Es bleibt nicht aus, dass die Seite in englischer Sprache aufscheint. Schließlich sollen Botaniker und Pflanzenfreunde aus aller Welt ihre Freude an ihr haben. Diejenigen, die sie auf die Beine gestellt haben – und das weiter tun – haben sich auf alle Fälle jede Menge Mühe gemacht.

 

 

 

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Der Rhythmus von Afrika


Afrika. Dieses Wort steht für Musik, Rhythmus, für Tanz. Jeder, der schon einmal diesen Kontinent besucht hat oder auf einem der schönen Afrikafeste, die es mittlerweile in ganz Europa gibt, gewesen ist, weiß das. Also wundert es eigentlich gar nicht, dass auch Wissenschaftler darauf gestoßen sind und darin ein Arbeitsfeld für sich gefunden haben. Sie tuen es bei der Forschungs-, Dokumentations- und Informationsstelle zum Thema Tanz in Afrika

Die Forschungsstelle in Düsseldorf befindet sich derzeit im Aufbau. Antreiberin ist dort Dr. Ulrike Gross. Ein Blick in ihre wissenschaftliche Vita zeigt, dass sie sich bisher eingehend mit afrikanischem Tanz und afrikanischen Klängen beschäftigt hat. Außerdem war sie schon bei einigen Bühnenprojekten mit von der Partie. 

Das Projekt will erreichen, dass traditionelle afrikanische Tänze nicht in Vergessenheit geraten. Wie viele Traditionen in allen Ländern der Welt droht ihnen das in der modernen Zeit. Das ist halt so. Und deshalb braucht es Menschen, die das verhindern. Dokumente und Informationen zu den Tänzen  – etwa Filme und Fotos – werden gesammelt. Damit sie denjenigen, die sich dafür interessieren,  in Zukunft zur Verfügung stehen. Ziel ist es, ein solches Datenarchiv für ein jedes afrikanisches Land vorzuhalten. Literatur zu dem Thema wird ebenso gesammelt.  

Die Macher der Initiative wollen keine Einzelkämpfer sein. Sie rufen alle dazu auf, eigene Informationen und eigenes Wissen beizutragen. Das ist gut so! 

Das ist das ein, für uns alle ganz wichtige Ziel des Projekts. Anscheinend ist es darüber hinaus so, dass es bisher keine ausreichenden Forschungen zu dem Thema gegeben hat. Deshalb wollen die Organisationen eine Forschungsstelle aufbauen, Projekte anstoßen und deren Ergebnisse öffentlich machen.

Wie gesagt, derzeit sind die traditionellen Tänze im Fokus, weil sie vom Aussterben bedroht seien. Allerdings sei es schon auch das Ziel, Zeitgenössische Rhythmen zusammenzustellen. Fernziel sei eine interaktive Tanzkarte Afrikas.

 Das Projekt hat es auf alle Fälle verdient, daran mitzuwirken. Also: Wer sich mit afrikanischen Tänzen auskennt: Heraus mit Eurem Wissen!

 

 

 

 

 

 

 

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Viel Afrika im Frankenland


Mit den Menschen aus dem Frankenland hat es ein Niederbayer, wie ich einer bin, ja nicht immer so leicht. Die Verständigung ist nicht so einfach. Oder versteht ihr diesen komischen Dialekt. Allerdings tut sich hoch oben in Franken – in Bayreuth – etwas, da muss ich einfach den Hut ziehen. Die Stadt ist schlichtweg ein Zentrum Afrikas.

Dass die dortige Uni sich zu einem Zentrum der Forschung über Afrika entwickelt hat, das habe ich ja schon an dieser Stelle vermeldet. Doch in dieser Stadt tut sich noch viel mehr. Dort steht nämlich das Iwalewahaus . Gegründet unter dem Dach der Hochschule wird dort folgende wichtige Arbeit gemacht: Forscher gehen der Gegenwartskultur Afrikas auf den Grund. Sie dokumentieren und lehren sie. Schwerpunkte sind zeitgenössische Kunst und Musik, Alltagskultur und die Medien. Außerdem gibt es ein Archiv zu diesem Thema. In der Wölfelstraße 2 hat die Einrichtung über 2.300 Quadratmeter an Büroräumen sowie Ausstellungs- und Archivflächen zur Verfügung.

Ziel ist es, Kunst und Kultur außerhalb Europas den Menschen näher zubringen. Was eine wichtige Aufgabe ist – gerade in Zeiten von Pegida, AfD und Konsorten. Deshalb bleiben die Forscher auch nicht für sich allein. Es gibt laufend Ausstellungen, Vorträge und Musikveranstaltungen und Filmbeiträge. Vor allem eher unbekannte interessante Beiträge aus Kunst und Kultur sind da dann immer das Thema. Durch die Ausstellungen gibt es jeweils Führungen

Das Iwalewahaus verfügt nach eigener Aussage über eine in Deutschland einzigartige Sammlung moderner und zeitgenössischer bildender Kunst sowie populärer Kultur aus Afrika, Asien und dem pazifischen Raum. Schwerpunkt der Sammlung ist Nigeria, es lassen sich aber ebenso wichtige Werke aus dem Sudan, Mosambik, Tansania, DR Kongo, Haiti, Indien, Papua-Neuguinea und Australien finden. Es gibt Gemälde, Grafiken, ein Musik- und ein Videoarchiv. Dazu existiert eine Plakat- und ei ethnographische Sammlung.

Der Kreis der künstlerischen Arbeiten wird beständig erweitert. Zuletzt erhielt das Iwalewahaus Dauerleihgaben aus privaten Sammlungen

Das Iwalewahaus bietet Besuchern regelmäßige Öffnungszeiten an. Die Einrichtung hat Dienstag bis Sonntag von 13 bis 17 Uhr ihre Türen offen. Der Eintritt in alle laufenden Ausstellungen beträgt fünf Euro, ermäßigt drei Euro. Freier Eintritt ist jeweils am ersten Sonntag im Monat. Die Bibliothek ist Donnertag von 10 bis 12 Uhr zu erreichen – sowie nach Vereinbarung.

 

 

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Forschung über Afrika in Bern


Im Jahre 1966 als ethnologisches Seminar in der Altstadt von Bern gegründet, entwickelte sich dieses zu einem der größten Institute im deutschsprachigen Raum mit vier ordentlichen Professuren, einer Assistenzprofessur, Assistierenden und wechselnden Lehraufträgen, welche ungefähr 360 Studierende betreuen.

Im Zentrum des Studiums steht der Erwerb der Fähigkeiten, kulturelle Logiken zu entschlüsseln und das Handeln von Menschen in sozialen Kontexten zu analysieren. Es geht also darum, herauszufinden, warum sich Menschen unter bestimmten Verhältnissen entsprechend verhalten. Dabei wird auch die kritische Auseinandersetzung mit den eigenen Vorstellungen und Gewissheiten gefördert.

Am Institut für Sozialanthropologie wird über aktuelle und politisch relevante Themen wie Klimawandel, Land Grabbing, Menschenrechte und Staatsgrenzen, Arbeit in prekären Verhältnissen, transnationale Produktion, globale soziale Bewegungen, die Rolle neuer Medien für die Produktion kultureller Identität genauso wie über klassische Themen des Gabentausches, der Verwandtschaft, der religiösen Praxis oder der Ökologie geforscht.

Das Institut bietet ein Bachelor-Studienprogramm für die grundständige Ausbildung, zwei Master-Studienprogramme für die vertiefte Ausbildung mit diversen Schwerpunktsetzungen sowie, in Zusammenarbeit mit den anderen Anthropologischen Instituten der Schweiz, ein Doktorandenprogramm an.

Es gibt derzeit acht Forschungsprojekte der Universität, die eine Bezug zu Afrika haben Darüber hinaus weitere im Verbindungen nach Amerika, Asien und Australien

Die Uni in Bern hat durchaus interessante, überraschende und außergewöhnliche Forschungsprojekte im Angebot. Zum Beispiel nehmen die Berner Forscherinnen und Forscher das Phänomen Nollywood unter die Lupe. In Nigeria gibt es eine florierende Filmindustrie. Der an Hollywood erinnernde Name kommt da nicht von ungefähr.

Das Besondere ist, dass sich die Filmemacher und Schauspieler ganz speziell an das afrikanische Publikum wenden. Es ist gar nicht vorgesehen, auf den Europäischen Markt damit zu gehen. Zumindest nicht auf den Markt, den weiße Europäer bedienen. Es sind spezielle für das dunkelhäutige Publikum gemachte Geschichten. Die Filme tauch auch eigentlich nicht in Kinos auf. Sie werden als CD’s in Afrika wie in Europa verkauft.

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Basel hat Afrika fest im Blick


Afrika und Europa sind auf vielfältige Arten miteinander verbunden. Die beiden Kontinente teilen nicht nur eine lange gemeinsame Geschichte, sondern auch Möglichkeiten und Herausforderungen der Gegenwart. So steht es auf der Homepage des Zentrums für Afrikaforschung der Universität Basel. Der Autor spricht mir aus dem Herzen.

Weiter im Text: Beides verlange nach einem gemeinsamen und interdisziplinären Ansatz um positive Resultate hervorzubringen. Ja – Gemeinsames Handeln ist immer gut. Zur Zeit ist das gegenseitige Wissen über einander noch begrenzt. Afrikaforschung in gleichberechtigter Zusammenarbeit mit afrikanischen Wissenschaftlern trägt zur Schaffung gemeinsamer Kompetenzen bei. So ist es!

Die Universität Basel ist ein Zentrum der Afrikaforschung in der Schweiz. Diese Entwicklung gründet auf einer langen Forschungstradition. Die sich in folgenden Einrichtungen wiederspiegelt: das Schweizer Tropeninstitut, das Museum der Kulturen, die Basler Afrika Bibliographien. In mehreren Disziplinen ist ein starkes Interesse an Afrika vorhanden.

Seit 2001 koordiniert das Zentrum für Afrikastudien Lehre und Forschung und bietet „African Studies“ an. Studierende zahlreicher Disziplinen können sich dort auf Afrika spezialisieren. Graduierte wurden schon für prestigeträchtige Doktorandenprogramme zum Beispiel in Oxford oder Chicago ausgewählt. Das Zentrum repräsentiert die Schweizer Afrikastudien und hat sich mittlerweile ein Netzwerk mit vielen Kontakten zu weiteren Forschungseinrichtungen aufgebaut. Es verfügt über eine Reihe an Partnerschaften und Übereinkünften mit afrikanischen Universitäten.

Aufbauend auf dieser Entwicklung hat die Universität Afrika zu einem ihrer strategischen Interessensgebiete erklärt. Ja – langsam werde ich zu einem echten Fan von Basel. Es gibt Forschungspartnerschaft zwischen der Schweiz und Südafrika mit dem Schweizerischen Tropeninstitut als führende Institution und eine Zusammenarbeit mit Tansania und der Elfenbeinküste. Entsprechend übernahm die Universität die dotierte Professur für afrikanische Geschichte im Jahr 2008 und schuf 2009 eine neue Professur für African Studies mit Gesellschaftswissenschaftlichem Profil.

Die strategischen Entscheidungen der Universität wurden durch die starke Initiative der Wissenschaftler mit Schwerpunkt Afrika an der Universität Basel unterstützt. Sie haben das  Kompetenzzentrum Afrika in die Wege geleitet, das 2008 von der Universität genehmigt wurde. Das Kompetenzzentrum Afrika wurde im Februar 2009 gegründet. Es baut auf den spezifischen Kompetenzen und Ressourcen an der Universität Basel auf und vereint zahlreiche Disziplinen, welche die beiden von der Universität in ihrer Strategie 2007 genannten Schwerpunkte (Kultur und Life Sciences) abdecken.

 

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Ein Zentrum für Afrika in Wien


In vielen afrikanischen Sprachen heißt das Institut für Afrikawissenschaften in Wien seine Gäste auf seiner Internetseite willkommen. Das macht uns Freude. Und allein schon deshalb hat es die Einrichtung verdient, in diese Sammlung von Instituten mit afrikanischem Einschlag aufgenommen zu werden.
Begründer der Afrikanistik an der Universität Wien ist Leo Reinisch (1832-1919), dessen Forschungstätigkeit jedoch sehr bald hauptsächlich der Sprachenwelt Nordostafrikas und Fragen der sogenannten „semitohamitischen“ Sprachverwandtschaft galt. Reinisch war 1896/97 Rektor der Universität Wien. Unter seinem Rektorat promovierte die erste Frau an der Alma Mater, die Ärztin Gabriele Posanner von Ehrenthal!
In der Zeit von 1873-1892 wurden afrikanistische Vorlesungen unter „Philologie, Altertumskunde und Linguistik“ angeboten, von 1893 -1922/23 am Orientalistischen Institut unter der Studienrichtung „ Allgemeine und vergleichende Sprachforschung und orientalische Philologie“.
 1923 wurde das „Institut für Ägyptologie und Afrikanistik“ als Vorläufer des heutigen Instituts von Hermann Junker (1877-1962), dem berühmten Ausgräber der Pyramidenfelder von Gizeh, gegründet.
Es bestand ein breitgefächerter Lehrbetrieb in zahlreichen afrikanischen Sprachen – beispielsweise Ewe, Fulfulde, Nubische Sprachen, Somali. Seit 1953 erfüllte Hans Günther Mukarovsky (1922-1992 einen Lehrauftrag zur afrikanischen Sprachwissenschaft. Er habilitierte sich 1963 und wurde – nachdem ein selbständiger Lehrstuhl für Afrikanistik in Wien errichtet worden war – 1977 auf denselben berufen, den er bis kurz vor seinem Tode innehatte. Neben seinen Forschungen zu Problemen großräumiger Sprachverwandtschaften galt sein Interesse – und besondere Förderung – auch stets der Geschichte und Gegenwart der afrikanischen Gesellschaften. Daher haben – neben historischer und deskriptiver Sprachwissenschaft – ebenso Geschichts- und Literaturwissenschaft, wie auch Politik und Länderkunde sämtlicher Staaten Afrikas am Wiener „Institut für Afrikanistik“, seit 1978 ein selbständiges Institut, eine Heimstätte gefunden. Seit 2007 heißt die Einrichtung „Institut für Afrikawissenschaften“. Es gibt zwei Professuren: „Geschichte und Gesellschaften Afrikas“ und „Afrikanische Sprachen und Literaturen“

Es bestehen Kontakte in Forschung und Lehre zu Universitäten in Tansanias, Nigeria und Burkina Faso sowie mit Afrikalinguisten und -innen weltweit. Es gibt verschiedene Publikationsreihen, die unter dem Dach des Instituts regelmäßig erscheinen:
– Stichproben – Wiener Zeitschrift für kritische Afriastudien
– Beiträge zur Sudanforschung
– Occasional Papers

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Über Zürich nach Afrika


Wir haben gesehen, dass es durchaus viele Möglichkeiten gibt, an deutschen Universitäten sich mit Afrika zu beschäftigen. Es geht auch in der Schweiz und in Österreich. Beispielsweise geht das am Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft an Universität Zürich.

Was 1886 mit der Habilitation des Mediziners und Mittelamerikaforschers Dr. Otto Stoll für das Gebiet Ethnographie und Anthropologie begann. Was bedeutet, er ist zum Professor geworden. Er war Gründungsmitglied der Ethnographischen Gesellschaft Zürich und wurde erster Direktor der „Sammlung für Völkerkunde“.

Mit der Gründung des Ethnologischen Seminars und des Völkerkundemuseums im Jahr 1971 wurde die Ethnologie ein selbständiges Fach. Seither stehen folgende Themen im Vordergrund: Wirtschaftsethnologie und Ökologie, politische Ethnologie und Rechtsethnologie, Verwandtschaftsethnologie, Ethnologie der Geschlechterbeziehungen, Ethnopsychoanalyse, soziale Bewegungen und Ethnizität sowie Entwicklungsethnologie. Seit 2014 haben sich das Institut für Populäre Kulturen, das Ethnologische Seminar und das Völkerkundemuseum zum Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft (ISEK) zusammengeschlossen. Im Bereich Ethnologie gibt es vier Lehrstühle.
Mit mehr als 2000 Sprachen und Kulturen und mit über einer Milliarde Menschen ist „Afrika“ kein Ort, den wir in einem einzigen Semester studieren können. Wie war ist doch dieser Satz, der im Internetauftritt des Instituts zu finden ist. Anstatt eines enzyklopädischen Überblicks gibt es deshalb im Studium ausgewählte Blicke auf die Vielfalt auf dem Kontinent. Das die sehr umfangreich ist, habe ich ja schon öfters durchblicken lassen.

Folgen wir weiter der eigenen Beschreibung des Instituts: „Durch die Auseinandersetzung meist westlicher Autoren mit unterschiedlichen kulturellen Phänomenen in Afrika wurden einige weitreichende theoretische Ansätze formuliert, die zum Teil bis heute in der Wissenschaft kritisch diskutiert werden. Wir werden uns einige dieser klassischen Texte der Ethnologie Afrikas ansehen und dabei auch nachverfolgen, wie sich die ethnologische Auseinandersetzung mit den Anderen verändert hat.“ Die Professoren wollen mit ihren Studenten vor allem der oftmals von außen dargestellten Sicht die Sicht der Afrikaner gegenüberstellen. Das ist gut so!

Einige „Schlaglicht-Themen“ dabei sind: die Geschichte des Kolonialismus, der Unterentwicklung und der Entwicklungshilfe; Gesellschaften ohne „Staat“; Straßenhandel und das Missverständnis der „informellen Wirtschaft“; Hexerei, Orakel und Magie als alternative Rationalität; Vorreiter oder Vandalen? Urbane Jugendkulturen in Afrika; Afrikanische Kunst und Kunst aus Afrika. Wir sehen also: Das Angebot ist sehr umfangreich.

Und dann werden noch zwei interessante Fragen aufgeworfen. Was hat unser Handy mit dem Krieg im Kongo zu tun? Warum hilft Europa kaum einmal bei ethnischer Gewalt? Ein Afrikastudium in Zürich scheint sich also durchaus zu lohnen.

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Wir bleiben in Berlin


Wie gesagt: Es ist kein Wunder, dass die Forscher über Afrika nicht zuletzt in Berlin zu Hause sind. Auf das Wirken großer Wissenschaftler wie Adolf Bastian und Rudolf Virchow, die im Jahr 1869 die „Berliner Gesellschaft für Anthropologie“ mitbegründeten, habe ich ja schon hingewiesen.

An der Freien Universität ist die Disziplin Ethnologie seit ihrer Gründung 1948 verankert und hat hier eine wechselreiche Geschichte durchlaufen. Wichtig war da bei nach eigener Aussage der Fokus auf die Regionalforschung und die Tatsache, interdisziplinär zu arbeiten.

Das Institut für Sozial- und Kulturanthropologie (früher „Institut für Ethnologie“)  befindet sich heute im Landoltweg in einer Villa mit Garten, die wenige Schritte von den Hauptgebäuden der Freien Universität sowie der Großen Mensa entfernt liegt. Im Jahr 2013 wurde ein weiteres Villengebäude in der angrenzenden Thielallee bezogen, in dem sich vorwiegend Büros von Lehrenden und anderen Mitarbeitern befinden.

Auch die Universitätsbibliothek und die Bibliotheken des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften, in die die ethnologische Sammlung im Jahr 2007 eingegliedert wurde, befinden sich in Laufnähe. Viele Studierende kommen regelmäßig ans Institut, um Lehrveranstaltungen zu besuchen oder sich im Rahmen des studentischen Cafés „goldfish“ bzw. im Institutseigenen Garten zu treffen. Neben den Studiengängen Sozial- und Kulturanthropologie wird am Institut für Sozial- und Kulturanthropologie der englischsprachige weiterbildende Master-Studiengang Visual and Media Anthropology angeboten. Alle drei Studiengänge vermitteln den Studierenden eine qualifizierte, an aktuellen Fachdebatten und globalen Problemen orientierte universitäre Ausbildung. So steht es zumindest auf der Homepage.

Regionalen Schwerpunkte setzen das östliche und südliche Afrika. Bei der Forschung spielen häufig Migrationszusammenhänge im europäischen Umfeld eine Rolle. Fünf Arbeitsstellen – Anthropologie der Emotionen, Medizinethnologie, Umweltanthropologie, Katastrophenforschung, Visuelle und Medienanthropologie – stellen, zusammen mit der Religionsethnologie und der Politik- und Rechtsanthropologie, übergreifende Forschungsschwerpunkte des Instituts dar.

Durch zahlreiche Drittmittelforschungsprojekte gehört das Institut für Sozial- und Kulturanthropologie nach eigener zu einem der forschungsstärksten Institute in Deutschland und verfügt ferner über viele internationale Netzwerke zu Partneruniversitäten im Ausland.

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Forschung über Afrika in Berlin


Berlin ist seit langer Zeit ein Zentrum der Kulturwissenschaften. Berühmte Namen wie Humbold oder Virchow sollen hier als Beispiel dienen. Da ist es eine klare Sache, dass auch Afrika in den Fokus der Forscher gerückt ist. Die deutsche Nachkriegsgeschichte wiederum ist schuld daran, dass es gleich zwei Universitäten in der Stadt gibt, die es gut mit dem Kontinent meinen. Eine steht im Westen, eine im Osten der Stadt.

Wollen wir mit der Humbold-Universität beginnen. Sie hat eine lange Geschichte – und steht im Osten der Bundeshauptstadt. Sie beherbergt das Institut für Asien- und Afrika-Wissenschaften. Seine Geschichte geht zurück ins 19. Jahrhundert. 1887 wurde das als Dolmetscherschule gegründete Seminar für Orientalische Sprachen eröffnet. Es sollte der wirtschaftlichen Expansion nach Asien dienen. Bald richtete sich der Blick auch nach Afrika. Nach dem Krieg entwickelte sich das Institut in seiner heutigen Form. Im Seminar für Afrikastudien werden drei Disziplinen angeboten: Geschichte Afrikas, Afrikalinguistik und afrikanische Literaturen und Kulturen. Es gibt also eine eigene Professur für die Geschichte Afrikas. Was einem Historiker wie ich es einer bin selbstveständlich besonders gut gefällt. Für alle diese Sparten sind die Sprachen von großer Bedeutung. Derzeiht werden Swahili, Sotho und Hausa gelehrt. „Im Seminar für Afrikawissenschaften verstehen wir afrikanische Geschichte als Teil der Weltgeschichte.

Wie jede andere Region der Welt hat der Kontinent im Laufe der Jahrtausende ganz eigene Formen gesellschaftlichen Zusammenlebens und der Betrachtung von Welt hervorgebracht. Wie jede andere Region der Welt war Afrika eingebunden in vielfältige Austauschprozesse. Was wir Europäer in der Vergangenheit oftmals als so anders beschrieben haben, erweist sich heute bei genauerem Hinsehen als durchaus vergleichbar mit Phänomenen, die wir auch andernorts beschreiben können gelehrt.“ So steht es auf der Internetseite des Instituts. Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Die Historiker schauen übrigens sehr weit zurück in die Vergangenheit. So läuft derzeit in Forschungsprojekt über Dinosaurier in Ostafrika.
Im Bereich Literatur reicht die Spannbreite von der mündlichen Erzählkunst bis hin zum Theater der Gegenwart. Im Bereich der Sprachen lernen die Studenten, die Grammatik vieler afrikanischer Dialekte zu untersuchen.

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