Beiträge mit dem Schlagwort: Ghana

Gemeinsam das Land voranbringen


Menschen aus Afrika – das sind arme Teufel, die unsere Hilfe benötigen. Oder das sind Wesen, die sich zu uns durchschlagen wollen, um an unsere Fleischtöpfe zu gelangen. Ohne Entwicklungshilfe schaffen Afrikaner eh nichts. Das sind so drei Vorurteile, die es in Europa sicherlich nach wie vor zu hören und zu lesen gibt. Es stimmt aber nicht. Ein Blick auf zwei Initiativen aus Ghana, die ich jüngst im Internet aufgetan habe, zeigt das.

Da gibt es einmal Ghanathink. Dahinter verbirgt sich eine Gruppe von Wissenschaftlern, die aus Ghana stammen. Sie wollen andere motivieren, ihr Können für Ghana einzusetzen. Sie wollen eine Plattform sein, um Menschen aus Ghana oder mit Vorfahren von dort zusammenzubringen, um das Land wiederum voranzubringen. Dabei soll der Fokus nicht zuletzt auf der eigenen, afrikanischen Kultur liegen. Rein rechtlich handelt es sich um eine nichtstaatliche Stiftung, die ihren Sitz in den USA hat.

Ganz konkret werden unter anderem in Ghana Veranstaltungen gemeinsam mit Universitäten auf die Beine gestellt, um Menschen zusammenzubringen und ihnen eine Möglichkeit zu geben, sich fortzubilden. Für junge Afrikaner gibt es ein spezielles Programm, das auch Hilfe bei Gründungen von Unternehmen geben will. Für meine Ohren hört sich das sehr gut an.

Das zweite Projekt, auf das ich hinweisen will, nennt sich Me Firi Ghana . Das Ziel der Macher ist eindeutig. „Unsere Vision ist, ein Ghana zu schaffen, dass für sich selbst sorgen kann und zur ersten Welt gehört.“ So schreiben sie es ins Internet. Und rufen Personen, Organisationen und die Regierung dazu auf, mitzumachen.

Unter anderem haben die Initiatoren ein Projekt ins Leben gerufen, in dem Menschen mit Wurzeln in Ghana sich in ihrem Ursprungsland engagieren können. Wenn sie das wollen. In einer eigenen Zeitschrift porträtieren sie in ihren Augen besonders erfolgreiche Menschen, die aus Ghana stammen oder ihre Wurzeln dort haben. Mit Veranstaltungen wie einem „Young Leadership Forum“ wollen sie die Elite Ghanas zusammenbringen und dazu animieren, gemeinsam für ihr Land zu arbeiten.

 

 

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Ashanti – Goldsucher und Architekten Afrikas


Sie gehören zu den bekanntesten Volksstämmen in Westafrika. Ich spreche von den Ashanti, die im heutigen Ghana beheimatet sind. Es gibt keinen klaren Beweis  für ihre Herkunft. Einer Legende nach waren sie aus dem früheren Reich Mali (nicht verwechseln mit dem heutigen Staat Mali) nach Süden ins heutige Ghana gezogen. Demnach wollten sie nicht den islamischen Glauben annehmen und haben sich deshalb eine heue Heimat gesucht.

Kwabia Amenfi war nachweislich um 1680 ein Herrscher über mehrere Kleinstaaten der Ashanti. Osei Tutu schaffte es um 1700, diese zu einem einheitlichen Reich zusammenzuschließen. Zu seinen Glanzzeiten weitete das Reich seine Grenzen weit über das heutige Ghana hinaus aus. Die Herrscher holten sich sogar europäische Militärberater, die  Soldaten an Feuerwaffen ausbildeten.

Seit dem frühen 19. Jahrhundert versuchten die Briten Einfluss zu gewinnen. Es waren letztendlich fünf Kriege notwendig, bis das endgültig gelungen war. Als 1901 Kumasi endgültig gefallen war.

Die Ashanti  waren die ersten Goldsucher in Afrika.  Das Gold war ein Eckpfeiler für den Reichtum in den vergangenen Jahrhunderten. Nicht umsonst heißt der Küstenabschnitt, an dem Ghana liegt, Goldküste. Seit dem 19. Jahrhundert wird das Erz industriell abgebaut.  Grundsätzlich ist aber die Landwirtschaft prägend für die Bevölkerung. das Klima ist  vor allem passend für den Anbau von Kakao. Er ist weiterhin ein  wirtschaftliche Rückgrat.  Weiterhin hat die Holzverarbeitung eine bestimmte Bedeutung.

Ein wichtiges kulturelles Element ist die Baukunst.  Typisch sind aus Lehm und Flechtwerk gebaute Häuser, die mit Palmblättern bedeckt sind.  Oftmals sind die unteren Mauerbereiche mit Symbolen geschmückt. In kleineren Dörfern ist dieser traditionelle Baustil bis heute zu beobachten. Lehm und Flechtwerk gehören in ganz Westeuropa zum Baustoff für Häuser und Gebäude.

Traditionelle Religionen sind nicht total ausgestorben. Experten sagen, dass ei n Drittel der in Ghana legenden Menschen solchen Religionen noch angehören. Schreine auch im Ashanti-Land zeugen davon.

Literatur: Jojo Gobbinah, Ghana – Praktisches Reisehandbuch für die Goldküste Westafrikas, Frankfurt am Main, 1993.

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Mainz als Hochburg Afrikas


Mainz ist eine Hochburg des Karnevals. Was mich jetzt nicht besonders beeindruckt. Ich bin eher ein Faschingsmuffel. Verkleiden? Das ist nichts für mich. Oftmals ist die Fröhlichkeit dabei doch arg aufgesetzt. Ganz anders sieht das bei der Afrikanischen Lebensfreude aus. Die ist echt. Und so beschäftige ich mich viel lieber mit der Kultur Afrikas. Wobei ich dabei aber auch ganz gut aufgehoben wäre in Mainz. Genauer gesagt am Institut für Ethnologie und Afrikastudien der dortigen Universität.

Dort gibt es eine große Bandbreite an angebotenen wissenschaftlichen Sparten Rund um Afrika. Das beginnt bei klassischen Themen der Ethnologie und der Afrikanistik, erstreckt sich weiter über Politik und umfasst auch moderne, populäre Kultur. Zu nennen wären hier Literatur, Musik, Theater und Film. Es gibt sogar ein African Music Archive.

Schon während des Studiums können dabei die jungen Männer und Frauen Afrika erleben. Beispielsweise gibt es im kommenden Jahr ein Projekt für Master-Studenten, das sich mit Nationalfeiern in Afrika beschäftigt. Es gibt Forschungsreisen in die Elfenbeinküste und nach Ghana. Die Studenten können hautnah die Feiern miterleben. Aber auch, wie sie vorbereitet werden.

Allein dieses Detail zeigt: In Mainz Afrika zu studieren ist sicherlich sehr interessant. Aber es gibt noch mehr. Erinnern wir uns an das Musikarchiv, das ich eingangs erwähnt habe. Es besteht seit 1991 und beinhaltet eine in Deutschland einzigartige Sammlung moderner afrikanischer Musik auf Tonträgern unterschiedlicher Formate (Schellack- und Vinylschallplatten, Audio- und Videokassetten, CD‘s und DVD‘s). Der derzeitige Bestand des Archivs liegt bei rund 10 000 Tonträgern, die zum Teil bis in die 1940er Jahre zurückreichen. Regionale Schwerpunkte bilden Äthiopien, Ghana, Kamerun, Kongo, Kenia, Nigeria und Tansania.

Darüber hinaus befinden sich mehr Bestände aus nahezu allen Ländern Afrikas südlich der Sahara in der Sammlung, die durch Zukäufe weiterhin im Aufbau befindlich ist. Mehrere tausend Zeitungsausschnitte werden in der nach Ländern, Musikstilen und Musikern sortierten Ausschnittsammlung aufbewahrt. Die Artikel, Berichte, Interviews und Schallplattenbesprechungen bieten einen reichen Fundus an Hintergrundmaterial, der vor Ort eingesehen werden kann.

Das ist aber immer noch nicht alles: Es gibt außerdem die Jahn-Bibliothek für afrikanische Literatur. Sie beherbergt eine einzigartige Sammlung literarischer Werke in über achtzig Sprachen, darunter die ehemaligen Kolonialsprachen ebenso wie eine sehr große Zahl afrikanischer Sprachen. Wer von Anfang an bei meinem Blog mit dabei ist, der weiß: Ich stehe voll auf Bücher, freue mich also vor allem darüber.

Neben Klassikern der verschiedenen literarischen Traditionen Afrikas umfasst die Sammlung zeitgenössische Literatur international renommierter afrikanischer Autorinnen und Autoren, aber auch zahlreiche unbekanntere, lokal produzierte Werke. Als Forschungseinrichtung gehört die Jahn-Bibliothek für afrikanische Literaturen zum Institut für Ethnologie und Afrikastudien, als Bibliothek ist sie Teil der Bereichsbibliothek Ethnologie und Afrikastudien der Universitätsbibliothek Mainz.

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Über Afrika und die Afrikaner


Es ist jetzt nicht das erste Mal, dass ich mich darüber aufrege: An Nachrichten jeglicher Art aus Afrika heranzukommen, das ist nicht eben einfach. Es hat sich nichts geändert: Der Kontinent taucht in den großen Tages- und Wochenzeitungen, im Radio oder im Fernsehen vor allem auf, wenn es gilt, Katastrophen abzubilden. Oder Afrika kommt ins Spiel, wenn es um die so genannte Asylbewerberflut geht. Welch‘ garstiges Wort.

Gott sei Dank gibt es die Ausnahme von der Regel. Ich habe Euch schon das eine oder andere Internetportal vorgestellt. Jetzt gibt es ein relativ neues: Es heißt Afrika! Culture – Lifestyle – Entertainment. Dass dahinter ein großes Finanzunternehmen steht, wollen wir jetzt einfach Mal vergessen. Denn letztendlich bietet das Portal jede Menge Infos über Afrika und Afrikaner in Deutschland. Mit im Boot ist eine Medienagentur mit Sitz in Mannheim, die nach eigener Aussage die afrikanische Kultur in der Bundesrepublik Deutschland unterstützen und verbreiten will. Und selbstverständlich Nachrichten über den Kontinent nach Europa bringen will.

Gut ist vor allem, dass sich der Nutzer schnell zurechtfinden kann. Die Kopfleiste macht das Navigieren leicht. Es gibt erst einmal News – aus den Bereichen Kultur, Unterhaltung, Musik, Sport, Wirtschaft und Poltik. Es fehlt also nichts! Unter Entdecken finden wir spezielle Informationen zu den Ländern Ghana, Kamerun, Kenia, Nigeria und Marokko. Es sieht ganz so aus, als ob das auch noch ausgebaut würde.

Dann gibt es einen Veranstaltungskalender. In dem sind Termine vermerkt, bei denen es in Deutschland um Afrika und Afrikaner geht. Da geht es um Buchvorstellungen und Lesungen – aber auch das Afrikaforum. Das ist eine Wirtschaftsveranstaltung, welche die Bundesregierung veranstaltet. Auch die Afrikafeste, die es in diesem Sommer gab und noch gibt, finden dort ihren Widerhall.

Interessant ist dann die Rubrik „Afrika in Deiner Stadt“. Dort sind immerhin 15 deutsche Großstädte verzeichnet. Und dort jeweils afrikansiche Restaurants, afrikanische Geschäfte, afrikansiche Friseursalons sowie Kulturadressen, die mit Afrika etwas zu tun haben.

Wer will, der darf sich dazu das Afrika-Magazin kostenlos herunterladen. Dabei handelt es sich um eine Zeitschrift, bei der sich alles um Afrika dreht. Sie erscheint einmal im Monat.

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Afrikanische Stimmung in Hamburg


Es war bisher ein toller afrikanischer Sommer. Das ist jetzt nicht mit Augenzwinkern gemeint wegen der Saharahitze der vergangenen Wochen. Nein – in allen vier Himmelsrichtungen fanden wunderbare, farbenfrohe Afrikafeste statt. Am kommenden Wochenende ist wieder der Norden drann. Traditionell dürfen sich die Gäste beim Afrikafestival Hamburg am letzten Wochenende im August 2015 in der Ottenser Hauptstraße einfinden, um gemeinsam ein fröhliches Wochenende zu verbringen. Auf zum Alafia-Altona-Open-Air-Festival.

Die Veranstaltung geht ins 13. Jahr. Und wieder werden neue und interessante Künstler präsentiert. So vermelden es zumindest die Organisatoren. Und die müssen es ja wissen. Das Fest ist zu folgenden Zeiten geöffnet: 28. August, 15 bis 23 Uhr, 29. August 12 bis 23 Uhr, 29. August 14 bis 18 Uhr und 30. August von 12 bis 19 Uhr. Eintritt wird keiner verlangt.
Das Afrikafestival-Hamburg wird vom Verein Alafia veranstaltet. Das heißt nicht, dass die bisherige Professionalität, die die Tanzquelle GbR und die Agentur-Alafia auszeichnete, verloren ist. Nein: als Privatpersonen sind sie Mitglieder im Verein Alafia. Das Organisationsteam – und das spiegelt auch unsere Idee vom Festival wider – setzt sich zusammen aus Afrikanern und Deutschen, Frauen und Männern. Es sind Menschen, die in Hamburg leben und somit auch die Vielfalt der Bürgerschaft spiegeln.

Das Festival findet inmitten einer Einkaufsstraße statt. Es liegt am Hauptausgang des großen Verkehrsknotenpunt in Hamburg, Bundesbahn, S-Bahn und Zentralbusbahnhof. Hamburg Altona ist sowohl ein arrivierter Stadtteil als auch einer mit einem sehr offenen Charakter. Die Besucherzahl des Festes ist nach den Worten der Veranstalter von Jahr zu Jahr angestiegen. Es gibt den traditionellen großen afrikanischen Basar am Bahnhof Altona, der circa 50.000 Besucher anzieht und von einem abwechslungsreichen Musikprogramm umrahmt wird. Er befindet sich in einer der Haupteinkaufsstraßen Hamburgs. Der große bunte Basar mit circa 40 Ständen zum Schoppen, Schlemmen – mit Gerichten aus Ghana, Senegal, Südafrika, Nordafrika, Eritrea und der Karibik -, Informieren – viele Initiativen präsentieren ihre Projekte – und Entdecken erwartet die Gäste.

Es besteht die in Norddeutschland seltene Gelegenheit, sehr umfassend originales Kunsthandwerk, authentische Musikinstrumente, Möbel, Küchenartikel, Mode und Informationen aus vielen Ländern Afrikas zu probieren und erleben – gegebenenfalls auch zu erwerben. So sagt es Alafia.

Der diesjähriger Schwerpunkt liegt auf afrikanischen Ökosystemen und ganz besonders auf den afrikanischen Elefanten. Das Elefantenjahr von Alafia begann mit der Ernennung des Elefanten zum Tier des Monats auf der Kinderseite Abenteuer Regenwald des Vereins. Es gab dazu einige Aktionen: einen stillen Protest gegen Elfenbeinhandel vor dem Chinesischen Konsulat in Hamburg, mehreren Unterschriftenaktionen. Dieses Jahr sind außerdem noch mehrere Schulbesuche und ein großer Elefantenmarsch im Oktober geplant. Außerdem unterstützt der Verein den Aufbau einer Elefantenwaisenrettungsstation in Tansania.

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Den Ahnen auf der Spur


Sklaverei war vielleicht das größte Verbrechen, dass den Menschen aus Afrika jemals angetan worden ist. Bis heute ist ungeklärt, wie viele Männer und Frauen verschleppt worden sind. Und wie viele von ihnen dabei gestorben sind, noch bevor sie ihren Bestimmungsort erreicht hatten. Letztendlich leiden unter dieser Tragödie Zeitgenossen bis zum heutigen Tag. In Süd- und Nordamerika und Europa leben Viele, die nicht wissen, wo ihre Wurzeln sind. Aus welchem Teil des afrikanischen Kontinents ihr Uropa oder ihre Uroma stammen. 

Immerhin – das ist jetzt die gute Nachricht: Menschen mit afrikanischen Vorfahren haben jetzt die Möglichkeit herauszufinden, wo ihre Wurzeln genau herkommen. Aus welchem Teil Afrikas ihre Vorfahren einst verschleppt worden sind. Das Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences berichtet, dass Forscher das jetzt per Erbgut-Analyse möglich machen. Wissenschaftler haben das herausgefunden: Menschen, die im 17. Jahrhundert auf der Karibikinsel Saint Martin lebten und dort besstattet sind, wurden in den heutigen Ländern Nigeria, Kamerun und Ghana geboren. Die Arbeit machte ein internationales Forscherteam. Die Experten sind guter Dinge, dass auf diese Weise grundsätzlich die Herkunft der Nachkommen der Sklaven geklärt werden kann. 

Die Forscher hatten den sterblichen Überresten aus den Zahnwurzeln entnommen und glichen die Erbsubstanz mit Datenbanken zu elf afrikanischen Bevölkerungsgruppen ab. Demnach stammte einer der Männer von Bantu sprechenden Gruppen ab, die heute im Norden von Kamerun leben. Die beiden anderen – ein Mann und eine Frau – stammen von Gruppen, die die zur Zeit in Nigeria und Ghana zu Hause sind. 

Mit dieser Vorgehensweise könne – so die Experten – gezielt erforscht werden, inwieweit Menschen mit afrikanischen Wurzeln ihre ursprüngliche Kultur bewahren konnten oder wollten. Etwa, in dem Sitten aus verschiedenen Regionen Amerikas mit der Herkunft der dortigen Sklaven verglichen werden. 

Ich kann mir gut vorstellen, dass es aber für die einzelnen Nachkommen der damaligen Sklaven viel wichtiger ist, dass sie herausfinden können, aus welchem Teil Afrikas ihr Uropa oder ihre Uroma einst verschleppt worden sind. Die Sklaverei ist eine traurige Geschichte. Dieses Detail moderner Forschung zeigt so aber für viele Menschen eine positive Zukunft.

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Die Gewänder der Ashanti


Ja, ja , wer hätte das gedacht: Auch das deutsche Textilmuseum in Krefeld kommt nicht an Afrika vorbei. Genau gesagt: Es kommt nicht an den Ashanti aus dem heutigen Ghana vorbei. Darum geht es: Brigitte Menzel, bis 1979 Direktorin des Hauses, hat als Ethnologin und Afrikaforscherin den schwarzen Kontinent vielfach bereist. Von den Ashanti im heutigen Ghana hat sie beeindruckende Textilien und Geräte zu deren Herstellung mitgebracht, die heute einen Schwerpunkt der Sammlungen des Museums ausmachen. Die Ashanti hatten eine klare Kleiderordnung, die Material, Farbe, Format und Tragweise der Umschlagtücher genau vorschrieb.

 Das Haus ist am Andreasmarkt 8 zu finden. Von April bis Oktober ist das Museum Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, ansonsten von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet für einen Erwachsenen vier Euro, für Schüler und Studenten deren zwei. Weitere Möglichkeiten der Ermäßigung können Besucher an der Kasse erfahren. Vom Hauptbahnhof aus ist das Haus mit der Straßenbahnlinie 44 zu erreichen. Von der Haltestelle Burg Linn sind es zu Fuß rund zwei Minuten.

Die Kunstsammlung Situation Kunst der Ruhr-Universität Bochum geht auf den Kunsthistoriker Max Imdahl zurück. Ihm war es ein Anliegen, seinen Mitmenschen den direkten Umgang mit Kunst zu vermitteln. Und so begann er eben die Sammlungen zusammenzustellen.

2006 wurden sie um den Bereich mit afrikanischen Exponaten erweitert. In der Tat wurde so eine Lücke geschlossen, wie es im Internetauftritt der Einrichtung heißt. Die Sammlung aus Afrika umfasst Bronze-, Stein- und Tonskulpturen der Nok-Kultur, aus Sokoto, Benin und Ife. Sie steht unter der Schirmherrschaft des Botschafters der Bundesrepublik Nigeria in DeutschlandTunde Adeniran.

Für die Zukunft ist vorgesehen, mit Universitäten in Nigeria Kooperationen und Austauschprogramme zu entwickeln. In der Vergangenheit fanden Symposien zu verschiedenen Themen statt.

Das Museum ist Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 14 bis 18 Uhr sowie Samstag, Sonntag und an den Feiertagen von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Heiligabend und Silvester ist geschlossen. Der Einrtitt ist frei. Zu finden ist das Haus in der Schlossstraße. Es ist über die U-Bahnlinien 308 oder 318 (Haltestelle Weitmar zu erreichen.

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Der afrikanischen Seele auf der Spur


Es ist noch nicht so lange her, da habe ich Euch zwei Kleinode vorgestellt. Zwei interessante Museen über Afrika – gelegen in relativ kleinen Städten. Heute habe ich wieder so einen Fall: das Völkerkundliche Museum Witzenhausen. Die Macher versprechen dem Besucher eine spannende Reise durch die Vielfalt der Kulturen. Was sicherlich nicht übertrieben ist. Denn alleine Afrika hat hier ja jede Menge zu bieten. 

Die Ausstellung führt den Besucher auf eine spannende Reise zu einer großen Vielfalt von Kulturen der Welt. Sie zeigt beispielhaft Gegenstände der materiellen Kultur, die von Menschen in ihrem jeweiligen sozial-ökologischen Kontext geschaffen wurden, oder die sie infolge Kulturkontaktes angenommen haben. Diese prägen das Bewußtsein, die Eigenart und die Arbeit der nach ihnen Lebenden. Die 1976 gegründete „Stiftung Völkerkundliches Museum Witzenhausen“ wird getragen vom Deutschen Institut für Tropische und Subtropische Landwirtschaft und der Stadt Witzenhausen. Die Sammlung umfasst etwa 2000 Objekte. Die Ausstellung zeigt ständig ca. 1200 Stücke auf 200 Quadratmeter. Im Mittelpunkt steht der Mensch in seiner Umwelt. Gezeigt werden Geräte, mit denen wir Nahrung gewinnen, verarbeiten und genießen können. Außerdem gibt es Kleidung, Schmuck und Waffen aus zu sehen – aus Afrika südlich der Sahara. Die Besucher können sich über verschiedene Wirtschaftsformen informieren und durchschreiten sozusagen verschiedene ökologische Zonen. 

Die San-Gruppen im südlichen Afrika dienen als Beispiel für eine Wildbeuter Kultur. Das Leben der Hirtennomaden den Maasai in Ost- und den Herero im südlichen Afrika (Namibia) dargestellt. Unter anderem mit den Akan aus dem heutigen Ghana werden Ackerbaukulturen Ost- und Westafrikas vorgestellt. 5

Das Haus befindet sich in der Steinstraße 19. Es ist April bis Oktober Mittwoch von 15 bis 17 Uhr und Sonntag von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Gruppenführungen können nach Anmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten arrangiert werden. Wissenschaftliches Arbeiten ist nach vorheriger Kontaktaufnahme jederzeit möglich. Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. 

Nicht weniger interessant ist das Museum Soul of Afrika in Essen. Ethnologe und Fotojournalist Henning Christoph stellte eine einzigartige Sammlung kultureller Zeugnisse der Vodun-Religion zusammen. Auf der Internetseite des Museums befindet sich eine Einführung von Professor Joseph Adande vom Department for Art History der Universität von Cotonou in Benin, die ich hier ungekürzt wiedergeben möchte: „Die hier zusammengetragene Sammlung überzeugt den Kenner afrikanischer Kunst und überwältigt den interessierten Laien. Es ist eine reichhaltige und inhaltsreiche Kollektion, die nirgendwo zu finden sein wird, nicht in Afrika, nicht in Europa oder Amerika. Diese einzigartige Auswahl, zusammengetragen vom Kurator Henning Christoph, gibt den „Westafrikanischen Göttern der Sklavenküste“ Raum sich selber auszudrücken. Ein herausragendes Beispiel der Sammlung ist die Gruppe von prachtvollen „Yoruba“-Kostümen, die im Kult von den Mitgliedern der Geheimgesellschaft „Egungun“ getragen werden. Die Kostüme repräsentieren die Ahnen, die während der Zeremonien mit uns sind. Wir werden auch einen Original „Asen“-Altar des Stammes „Fon“ für ihre Toten sehen. Von höchster Qualität sind auch die aktivierten „Bocios“. „Bocios“ sind geschnitzte Figuren, behaftet mit einem Zauber, der für das Gute wie das Böse benutzt werden kann. In ihrer Gesamtheit gibt die Sammlung einen tiefen und umfassenden Einblick in die Voodoo-Kultur Westafrikas. Die Kunst der Voodoo-Kultur wird in ihrer gesamten Breite widergespiegelt. Ich bin überzeugt davon, dass die Besucher der Ausstellung einen nachhaltigen Eindruck gewinnen werden, was Voodoo wirklich ist.“ 

Der Träger des Museums ist der Verein gleichen Namens. Geöffnet ist Donnerstag, Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr sowie Freitag von 18 bis 22 Uhr. Erwachsene zahlen acht Euro Eintritt, Schüler und Studenten sechs, Kinder unter zwölf Jahren vier. Das Haus ist in der Rüttenscheider Straße 36 zu finden. Es ist per Straßen- und U-Bahn zu erreichen.

 

 

 

 

 

 

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Die Erfahrungen eines Lebens für Afrika


 

 

Ist in Afrika alles wunderbar? Gibt es keine Probleme? Wer bis jetzt meinen Blog aufmerksam gelesen hat, könnte zur Ansicht kommen: Ja – es ist so! Das stimmt natürlich nicht. Genau gesagt gibt es noch so einiges zu reparieren.

Nun ist es aber so, dass es den Weißen nicht ansteht, darüber zu urteilen. Schlimm genug, dass sie zum Großteil daran schuld sind. Wahrscheinlich ist es viel besser, den Afrikanern das selber zu überlassen. Dort wo Hilfe gern gesehen ist, können wir uns Europäer einbringen. Das eine oder andere Beispiel dafür habe ich ja schon gezeigt.

Das Africa Progress Panel ist so eine Organisation, die sich genau dieses Themas angenommen hat. Hinter diesem Projekt stehen zehn Menschen des öffentlichen Lebens, die sich für eine nachhaltige Entwicklung des Kontinents einsetzen. Gut – es sind auch solche mit weißer Haut darunter. Jedoch: Vorsitzender ist Kofi Annan – der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen. Der nach langer Zeit erste aus freien Wahlen hervorgegangene nigerianische Staatspräsident Olusegun Obasanjo (1999 – 2007) gehört auch dazu.

Die Mitglieder setzen ihre Lebenserfahrung und ihre Beziehungen für Afrika ein. So steht es im Internetauftritt http://www.africaprogresspanal.org zu lesen. Die Themen, mit denen sich die Organisation auseinandersetzt, sind vielschichtig. 

Zum Beispiel gab es unlängst eine Diskussionsrunde über das Finanzsystem auf dem Kontinent. Dabei waren führende Banker Afrikas vor Ort. Unter anderem ging es konkret über die Nutzung von mobilen Technologien.

Ein weiteres Thema, dem sich das Panel annimmt, sind die Herausforderungen des Klimawandels. Und jetzt kommt es: Afrika hat viele Rohstoffe. Es stimmt. Da müsste nun wirklich nichts von außen eingeführt werden. Dem Panel ist daran gelegen, diese effizient zu nutzen. Dazu gab und gibt es mehrere Veranstaltungen. Dabei geht es auch immer darum, die Bedeutung der Landwirtschaft hervorzuheben. So hat das Panel ein Auge auf einem Projekt in Ghana, bei dem Bergbau und der Anbau von Kakau nebeneinander betrieben werden.

Die Arbeit der Organisation ist transparent. Es gibt jährliche Berichte über die Tätigkeit und die Veranstaltungen. Außerdem gibt es spezielle Veröffentlichungen zu bestimmten Themen. Darüber hinaus sind Neuigkeiten des Panel über Twitter zu erfahren.

Wer mit dem Panel in Kontakt treten will, kann das über ein Kontaktformular machen.

 

 

 

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