Monatsarchiv: Oktober 2015

Die Fulbe – Bewohner der Savanne


Sie sind bekannt als Viehzüchter. Im Norden Nigerias gehen die Fulbe nach wie vor dieser landwirtschaftlichen Tätigkeit nach. Ihr Lebensraum erstreckt sich insgesamt von Senegal bis zum Tschadsee. Sie gehören zu den Afrikanern, die vor allem die Savanne bewohnten. Und dort als Nomaden lebten und leben. Auch wenn viele von ihnen mittlerweile sesshaft geworden sind. Im Norden Nigerias haben sie sich sogar zu einer Art Bildungselite entwickelt. Die Forschung geht davon aus, dass sie einst aus dem Senegal-Tal eingewandert sind.

Wie andere Gruppen aus dieser geographischen Region haben sie vor Jahrhunderten den Islam angenommen. Und politisch so an Bedeutung gewonnen, dass sie in einigen Emiraten rund um den Tschadsee die Herrscher stellten. Wohl auch, weil sie als religiöse Eiferer galten und den so genannten Heiligen Krieg nach Westafrika brachten. Die auf diese Weise entstandenen traditionellen Herrscher-Sitze gibt es teilweise bis zum heutigen Tag. Allerdings ist ihre politische Bedeutung seit der Kolonialzeit weit geringer als damals. Der Sultan von Sokoto gilt aber heute noch als der höchste islamische Titelträger der Region.

Im Laufe der Zeit haben sich die Fulbe mit den Haussa so vermischt, dass viele von ihnen ihre eigentliche Muttersprache nicht mehr beherrschen. Sie wird heute nur noch in wenigen Regionen gesprochen. Die Fulbe haben sich den Haussa so angenähert, dass es in Sachen Religion, Kultur und Lebensart keinerlei Unterschiede mehr gibt. Eine Ausnahme sind diejenigen, die bis zum heutigen Tag als Nomaden leben. Sie legen großen Wert auf ihre Herkunft.

Allerdings haben die Fulbe ein typisches Aussehen, dass sie von den übrigen Ethnien in Westafrika durchaus unterscheidet: eine hellere Hautfarbe, dünne Lippen und ein langes Haar. Kunstvolle Frisuren bei den Frauen sind die Folge. Der traditionelle Fulbe-Mann trägt einen großen Stock – oftmals quer über die Schultern. Statt dem Begriff Fulbe begegnet uns für das selber Volk auch der Begriff Fulani.

Ich verweise auf die Literaturhinweise im Post über die Yoruba.

 

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Ein Zentrum für Afrika in Wien


In vielen afrikanischen Sprachen heißt das Institut für Afrikawissenschaften in Wien seine Gäste auf seiner Internetseite willkommen. Das macht uns Freude. Und allein schon deshalb hat es die Einrichtung verdient, in diese Sammlung von Instituten mit afrikanischem Einschlag aufgenommen zu werden.
Begründer der Afrikanistik an der Universität Wien ist Leo Reinisch (1832-1919), dessen Forschungstätigkeit jedoch sehr bald hauptsächlich der Sprachenwelt Nordostafrikas und Fragen der sogenannten „semitohamitischen“ Sprachverwandtschaft galt. Reinisch war 1896/97 Rektor der Universität Wien. Unter seinem Rektorat promovierte die erste Frau an der Alma Mater, die Ärztin Gabriele Posanner von Ehrenthal!
In der Zeit von 1873-1892 wurden afrikanistische Vorlesungen unter „Philologie, Altertumskunde und Linguistik“ angeboten, von 1893 -1922/23 am Orientalistischen Institut unter der Studienrichtung „ Allgemeine und vergleichende Sprachforschung und orientalische Philologie“.
 1923 wurde das „Institut für Ägyptologie und Afrikanistik“ als Vorläufer des heutigen Instituts von Hermann Junker (1877-1962), dem berühmten Ausgräber der Pyramidenfelder von Gizeh, gegründet.
Es bestand ein breitgefächerter Lehrbetrieb in zahlreichen afrikanischen Sprachen – beispielsweise Ewe, Fulfulde, Nubische Sprachen, Somali. Seit 1953 erfüllte Hans Günther Mukarovsky (1922-1992 einen Lehrauftrag zur afrikanischen Sprachwissenschaft. Er habilitierte sich 1963 und wurde – nachdem ein selbständiger Lehrstuhl für Afrikanistik in Wien errichtet worden war – 1977 auf denselben berufen, den er bis kurz vor seinem Tode innehatte. Neben seinen Forschungen zu Problemen großräumiger Sprachverwandtschaften galt sein Interesse – und besondere Förderung – auch stets der Geschichte und Gegenwart der afrikanischen Gesellschaften. Daher haben – neben historischer und deskriptiver Sprachwissenschaft – ebenso Geschichts- und Literaturwissenschaft, wie auch Politik und Länderkunde sämtlicher Staaten Afrikas am Wiener „Institut für Afrikanistik“, seit 1978 ein selbständiges Institut, eine Heimstätte gefunden. Seit 2007 heißt die Einrichtung „Institut für Afrikawissenschaften“. Es gibt zwei Professuren: „Geschichte und Gesellschaften Afrikas“ und „Afrikanische Sprachen und Literaturen“

Es bestehen Kontakte in Forschung und Lehre zu Universitäten in Tansanias, Nigeria und Burkina Faso sowie mit Afrikalinguisten und -innen weltweit. Es gibt verschiedene Publikationsreihen, die unter dem Dach des Instituts regelmäßig erscheinen:
– Stichproben – Wiener Zeitschrift für kritische Afriastudien
– Beiträge zur Sudanforschung
– Occasional Papers

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Haussa – die erfolgreichen Händler


Sie sind eine wichtige Bevölkerungsgruppe in Westafrika. Vor mehr als tausend Jahren sind sie in ihre heutigen Wohnsitze im Norden Nigerias eingewandert. Weit darüber hinaus sind die Haussa als Händler bekannt. Sollte man ein eine bestimmte Ware nicht auf dem Markt finden, genüge es, mit einem Haussa-Händler Kontakt aufzunehmen. Binnen weniger Stunden würde er den Wunsch erfüllen. Es würde ihm auch gelingen, Wasser an Menschen zu verkaufen, die am Fluss oder am Meer leben. Solche Geschichten erzählen sich die Afrikaner über die Haussa.

Sie haben sich aber auch als geschickte Handwerker einen Namen gemacht. Berühmt sind die Stofffärber aus Kano im Norden Nigerias. Sie haben auch auf andere Art und Weise den Menschen der Savanne am westlichen Rand der Sahara beeinflusst und deren Kultur ihren Stempel aufgedrückt: Weit über ihre Grenzen hinweg ist ihr bekanntes Gewand, die Baba Riga, typisch geworden für die Muslime in der Region. Es handelt sich dabei um ein lose fallendes, oftmals reich besticktes Gewand. Es wird über einer weiten Hose und einem Turban getragen. Dabei ist Weiß die dominierende Farbe.

Die Sprache der Haussa umfasst ein reichhaltiges Vokabular. Experten sprechen von einem musikalischen Klang und von einem großen Schatz an Sprichwörtern.

Relativ früh entwickelten sie staatsähnliche Strukturen im Bereich des Tschadsees, die teilweise bis ins 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle in Westafrika spielten. Arabische Händler brachten den Islam zu den Haussa. Könige der Haussa nahmen gerne arabische Gelehrt in ihre Höfe auf. Wohl auch in diesem Zusammenhang steht die Legende, dass die Haussa von einem Königssohn aus Bagdad abstammen. Bayajidda verschlug es in die Stadt Daura. Dort zeigte er großen Mut im Kampf gegen eine Schlange, womit der das Herz der Königin eroberte. Die einzelnen Staaten hatten sich aber schon vor der Islamisierung gebildet. Ihre Namen – etwa Kano, Katsina und Zaria – kennen wir heute noch als Städte im Norden von Nigeria.

Ich verweise auf die Literaturhinweise im Post über die Yoruba.

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Über Zürich nach Afrika


Wir haben gesehen, dass es durchaus viele Möglichkeiten gibt, an deutschen Universitäten sich mit Afrika zu beschäftigen. Es geht auch in der Schweiz und in Österreich. Beispielsweise geht das am Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft an Universität Zürich.

Was 1886 mit der Habilitation des Mediziners und Mittelamerikaforschers Dr. Otto Stoll für das Gebiet Ethnographie und Anthropologie begann. Was bedeutet, er ist zum Professor geworden. Er war Gründungsmitglied der Ethnographischen Gesellschaft Zürich und wurde erster Direktor der „Sammlung für Völkerkunde“.

Mit der Gründung des Ethnologischen Seminars und des Völkerkundemuseums im Jahr 1971 wurde die Ethnologie ein selbständiges Fach. Seither stehen folgende Themen im Vordergrund: Wirtschaftsethnologie und Ökologie, politische Ethnologie und Rechtsethnologie, Verwandtschaftsethnologie, Ethnologie der Geschlechterbeziehungen, Ethnopsychoanalyse, soziale Bewegungen und Ethnizität sowie Entwicklungsethnologie. Seit 2014 haben sich das Institut für Populäre Kulturen, das Ethnologische Seminar und das Völkerkundemuseum zum Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft (ISEK) zusammengeschlossen. Im Bereich Ethnologie gibt es vier Lehrstühle.
Mit mehr als 2000 Sprachen und Kulturen und mit über einer Milliarde Menschen ist „Afrika“ kein Ort, den wir in einem einzigen Semester studieren können. Wie war ist doch dieser Satz, der im Internetauftritt des Instituts zu finden ist. Anstatt eines enzyklopädischen Überblicks gibt es deshalb im Studium ausgewählte Blicke auf die Vielfalt auf dem Kontinent. Das die sehr umfangreich ist, habe ich ja schon öfters durchblicken lassen.

Folgen wir weiter der eigenen Beschreibung des Instituts: „Durch die Auseinandersetzung meist westlicher Autoren mit unterschiedlichen kulturellen Phänomenen in Afrika wurden einige weitreichende theoretische Ansätze formuliert, die zum Teil bis heute in der Wissenschaft kritisch diskutiert werden. Wir werden uns einige dieser klassischen Texte der Ethnologie Afrikas ansehen und dabei auch nachverfolgen, wie sich die ethnologische Auseinandersetzung mit den Anderen verändert hat.“ Die Professoren wollen mit ihren Studenten vor allem der oftmals von außen dargestellten Sicht die Sicht der Afrikaner gegenüberstellen. Das ist gut so!

Einige „Schlaglicht-Themen“ dabei sind: die Geschichte des Kolonialismus, der Unterentwicklung und der Entwicklungshilfe; Gesellschaften ohne „Staat“; Straßenhandel und das Missverständnis der „informellen Wirtschaft“; Hexerei, Orakel und Magie als alternative Rationalität; Vorreiter oder Vandalen? Urbane Jugendkulturen in Afrika; Afrikanische Kunst und Kunst aus Afrika. Wir sehen also: Das Angebot ist sehr umfangreich.

Und dann werden noch zwei interessante Fragen aufgeworfen. Was hat unser Handy mit dem Krieg im Kongo zu tun? Warum hilft Europa kaum einmal bei ethnischer Gewalt? Ein Afrikastudium in Zürich scheint sich also durchaus zu lohnen.

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Die aufgeschlossenen Wolof


Die westafrikanische Küste zwischen den Mündungen des Senegal- und des Gambia-Flusses ist die Heimat der Wolof. Sie gehörten im 15. Jahrhundert zu den ersten Volksgruppen in Afrika, die Erfahrung mit dem “weißen Mann” machten. Vor 500 Jahren bildeten sie einen einflussreichen Staat, dessen Anführer es schaffte, über 100 000 Soldaten zum Kriegsdienst zu rufen.

Im Laufe der Geschichte entstanden mehrere kleine Königreiche. Wobei wie immer in Afrika dieser Begriff die Verhältnisse nicht richtig trifft. Zu sehr haben wir Europäer unsere mittelalterlichen Könige im Kopf, wenn wir diesen Begriff hören. Es gibt schlichtweg keinen anderen in der deutschen Sprache. Die Gesichte der Wolof ist geprägt vom kulturellen Austausch mit Nachbarvölkern, bis hin zur Übernahme von Lebensweisen der französischen Kolonialherren.

Heutzutage zählen sich über zwei Millionen Menschen zu den Wolof. Ursprünglich bewohnten sie auch nördlichere und östlichere Gebiete. Aber nicht zuletzt eindringende Berber und Mauren – islamische Menschen aus den Wüstengebieten – drängten sie zurück. Der Kontakt zu diesen Menschen brachte ihnen den Islam als Religion. Nur wenige Wolof sind in diesen Tagen Christen. Ihre Sprache ist im Senegal Verkehrs- und Nationalsprache.

In ihrer traditionellen Religion spielt der Ahnenkult eine große Rolle. Es gab einen Hauptgott, der über allen anderen überirdischen Wesen stand. Es brauchte Vermittlerwesen, um mit ihm in Kontakt treten zu können.

Die Landwirte der Wolof haben sich als Exporteure von Hirse, Sorghum und Erdnüsse einen Namen gemacht. Ein wichtiger Gewerbezweig ist der Salzhandel. Bis zum heutigen Tag wird Salz in Salinen abgebaut.

Fachleute sprechen davon, dass die Kunsthandwerker aus Nigeria oder Ghana wohl noch kunstfertiger sind als die der Wolof. Trotzdem ist ein ansehnliches Schmuckhandwerk im Gebiet dieser Volksgruppe entstanden.
Bei der Literatur zu den Wolof verweise ich auf das schon genannte Werk von Beuchelt und Ziehr (siehe Blogtext über die Yoruba). Dort finden sich auch weitere Literaturhinweise.

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Wir bleiben in Berlin


Wie gesagt: Es ist kein Wunder, dass die Forscher über Afrika nicht zuletzt in Berlin zu Hause sind. Auf das Wirken großer Wissenschaftler wie Adolf Bastian und Rudolf Virchow, die im Jahr 1869 die „Berliner Gesellschaft für Anthropologie“ mitbegründeten, habe ich ja schon hingewiesen.

An der Freien Universität ist die Disziplin Ethnologie seit ihrer Gründung 1948 verankert und hat hier eine wechselreiche Geschichte durchlaufen. Wichtig war da bei nach eigener Aussage der Fokus auf die Regionalforschung und die Tatsache, interdisziplinär zu arbeiten.

Das Institut für Sozial- und Kulturanthropologie (früher „Institut für Ethnologie“)  befindet sich heute im Landoltweg in einer Villa mit Garten, die wenige Schritte von den Hauptgebäuden der Freien Universität sowie der Großen Mensa entfernt liegt. Im Jahr 2013 wurde ein weiteres Villengebäude in der angrenzenden Thielallee bezogen, in dem sich vorwiegend Büros von Lehrenden und anderen Mitarbeitern befinden.

Auch die Universitätsbibliothek und die Bibliotheken des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften, in die die ethnologische Sammlung im Jahr 2007 eingegliedert wurde, befinden sich in Laufnähe. Viele Studierende kommen regelmäßig ans Institut, um Lehrveranstaltungen zu besuchen oder sich im Rahmen des studentischen Cafés „goldfish“ bzw. im Institutseigenen Garten zu treffen. Neben den Studiengängen Sozial- und Kulturanthropologie wird am Institut für Sozial- und Kulturanthropologie der englischsprachige weiterbildende Master-Studiengang Visual and Media Anthropology angeboten. Alle drei Studiengänge vermitteln den Studierenden eine qualifizierte, an aktuellen Fachdebatten und globalen Problemen orientierte universitäre Ausbildung. So steht es zumindest auf der Homepage.

Regionalen Schwerpunkte setzen das östliche und südliche Afrika. Bei der Forschung spielen häufig Migrationszusammenhänge im europäischen Umfeld eine Rolle. Fünf Arbeitsstellen – Anthropologie der Emotionen, Medizinethnologie, Umweltanthropologie, Katastrophenforschung, Visuelle und Medienanthropologie – stellen, zusammen mit der Religionsethnologie und der Politik- und Rechtsanthropologie, übergreifende Forschungsschwerpunkte des Instituts dar.

Durch zahlreiche Drittmittelforschungsprojekte gehört das Institut für Sozial- und Kulturanthropologie nach eigener zu einem der forschungsstärksten Institute in Deutschland und verfügt ferner über viele internationale Netzwerke zu Partneruniversitäten im Ausland.

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Forschung über Afrika in Berlin


Berlin ist seit langer Zeit ein Zentrum der Kulturwissenschaften. Berühmte Namen wie Humbold oder Virchow sollen hier als Beispiel dienen. Da ist es eine klare Sache, dass auch Afrika in den Fokus der Forscher gerückt ist. Die deutsche Nachkriegsgeschichte wiederum ist schuld daran, dass es gleich zwei Universitäten in der Stadt gibt, die es gut mit dem Kontinent meinen. Eine steht im Westen, eine im Osten der Stadt.

Wollen wir mit der Humbold-Universität beginnen. Sie hat eine lange Geschichte – und steht im Osten der Bundeshauptstadt. Sie beherbergt das Institut für Asien- und Afrika-Wissenschaften. Seine Geschichte geht zurück ins 19. Jahrhundert. 1887 wurde das als Dolmetscherschule gegründete Seminar für Orientalische Sprachen eröffnet. Es sollte der wirtschaftlichen Expansion nach Asien dienen. Bald richtete sich der Blick auch nach Afrika. Nach dem Krieg entwickelte sich das Institut in seiner heutigen Form. Im Seminar für Afrikastudien werden drei Disziplinen angeboten: Geschichte Afrikas, Afrikalinguistik und afrikanische Literaturen und Kulturen. Es gibt also eine eigene Professur für die Geschichte Afrikas. Was einem Historiker wie ich es einer bin selbstveständlich besonders gut gefällt. Für alle diese Sparten sind die Sprachen von großer Bedeutung. Derzeiht werden Swahili, Sotho und Hausa gelehrt. „Im Seminar für Afrikawissenschaften verstehen wir afrikanische Geschichte als Teil der Weltgeschichte.

Wie jede andere Region der Welt hat der Kontinent im Laufe der Jahrtausende ganz eigene Formen gesellschaftlichen Zusammenlebens und der Betrachtung von Welt hervorgebracht. Wie jede andere Region der Welt war Afrika eingebunden in vielfältige Austauschprozesse. Was wir Europäer in der Vergangenheit oftmals als so anders beschrieben haben, erweist sich heute bei genauerem Hinsehen als durchaus vergleichbar mit Phänomenen, die wir auch andernorts beschreiben können gelehrt.“ So steht es auf der Internetseite des Instituts. Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Die Historiker schauen übrigens sehr weit zurück in die Vergangenheit. So läuft derzeit in Forschungsprojekt über Dinosaurier in Ostafrika.
Im Bereich Literatur reicht die Spannbreite von der mündlichen Erzählkunst bis hin zum Theater der Gegenwart. Im Bereich der Sprachen lernen die Studenten, die Grammatik vieler afrikanischer Dialekte zu untersuchen.

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Yoruba – die lebensfrohen Künstler


Afrikaner ist gleich Afrikaner. Das denkt vielleicht so eine rechte Dumpfbacke. Stimmen tut es selbstverständlich nicht. Genauso wenig wie alle Deutschen gleich sind. Versucht doch Mal, einen Bayern und einen Ostfriesen in einen Topf zu werfen. Da würden sich beide ganz schön bedanken.

Nein, in Afrika gibt es unzählige verschieden Volksgruppen mit einer eigenständigen und interessanten Kultur. Es wird höchste Zeit, dass ich Euch die vorstelle. Da ich mich in Westafrika – und besonders in Nigeria – am besten auskenne, fange ich dort an.

Die Yoruba gelten als lebensfrohes und stolzes Volk. Sie leben vor allem im südwestlichen Landesteil des heutigen Nigerias. Wir finden sie aber auch in Benin oder Togo. Der schlimme, schlimme Sklavenhandel hat darüber hinaus dafür gesorgt, dass Yoruba auch in Amerika und der Karibik leben. Das Yorubaland besteht aus mehreren Königreichen, die bis zum heutigen Tag bestand haben. Deren Chefs, Oni, Alafin oder Oba genannt, sind nach wie vor angesehen und werden von Politikern nach wie vor geachtet. Ob das Wort Königreich jetzt wirklich stimmt, bleibt dahingestellt. Es gibt im Deutschen schlichtweg keinen anderen Begriff.

Nach ihrer eigenen Überlieferung stammen die Yoruba aus dem Nordosten – wahrscheinlich aus dem Gebiet zwischen Tschadsee und Oberägypten. Bis zum Jahr tausend nach Christus sollen sie in den Süden gekommen sein. Ife war ihr erstes Zentrum. Nie bildeten sie einen zusammenhängenden Staat. Immer waren es einzelne Städte am Rand des Regenwaldes, die miteinander in Konkurrenz standen. Ife war auch das kulturelle Zentrum. Dort gab es sogar ein Orakel – ähnlich dem in Delphi in Griechenland.

Die Yoruba sind vor allem für ihr Kunsthandwerk bekannt. Die Bronze- und Terakottafiguren aus Ife sind weltbekannt. Diese Handwerkskunst ist Jahrhunderte alt. Viele Kunstwerke aus Yoruba-Händen zieren heutzutage Museen auf der ganzen Welt.

Wichtig war und ist außerdem die Landwirtschaft. Die Yoruba haben sich als Exporteure von Kakao einen Namen gemacht. Sie sind jedoch vor allem als Händler bekannt. Im 19. Jahrhundert haben sie sich früh den protestantischen Missionaren geöffnet. Deshalb sind viele unter ihnen bis zum heutigen Tag Christen. Überhaupt sind sie bereitwillig auf die Europäer, die als Kolonialherren kamen, zugegangen. Sie haben häufig europäische Schulen besucht und gehören deshalb bis heute zur Elite Nigerias.

In ihrer traditionellen Religion gibt es einen Hauptgott namens Olorun oder Olodumare. Es ist der Schöpfer der Welt. Wie bei vielen anderen afrikansichen Völkern aber auch gibt es darüber hinaus eine Vielzahl von weiteren Gottheiten.

Es ist jetzt nicht so einfach, so ohne weiteres deutschsprachige Literatur über die Yoruba zu bekommen: Zu empfehlen wären aber diese zwei Werke: Nigeria – Reiseführer mit Landeskunde von Eberhard Stahn. Und Schwarze Königreiche. Völker und Kulturen Westafrikas von Eno Beuchelt und Wilhelm Ziehr.

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