Monatsarchiv: Februar 2015

Die Gewänder der Ashanti


Ja, ja , wer hätte das gedacht: Auch das deutsche Textilmuseum in Krefeld kommt nicht an Afrika vorbei. Genau gesagt: Es kommt nicht an den Ashanti aus dem heutigen Ghana vorbei. Darum geht es: Brigitte Menzel, bis 1979 Direktorin des Hauses, hat als Ethnologin und Afrikaforscherin den schwarzen Kontinent vielfach bereist. Von den Ashanti im heutigen Ghana hat sie beeindruckende Textilien und Geräte zu deren Herstellung mitgebracht, die heute einen Schwerpunkt der Sammlungen des Museums ausmachen. Die Ashanti hatten eine klare Kleiderordnung, die Material, Farbe, Format und Tragweise der Umschlagtücher genau vorschrieb.

 Das Haus ist am Andreasmarkt 8 zu finden. Von April bis Oktober ist das Museum Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, ansonsten von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet für einen Erwachsenen vier Euro, für Schüler und Studenten deren zwei. Weitere Möglichkeiten der Ermäßigung können Besucher an der Kasse erfahren. Vom Hauptbahnhof aus ist das Haus mit der Straßenbahnlinie 44 zu erreichen. Von der Haltestelle Burg Linn sind es zu Fuß rund zwei Minuten.

Die Kunstsammlung Situation Kunst der Ruhr-Universität Bochum geht auf den Kunsthistoriker Max Imdahl zurück. Ihm war es ein Anliegen, seinen Mitmenschen den direkten Umgang mit Kunst zu vermitteln. Und so begann er eben die Sammlungen zusammenzustellen.

2006 wurden sie um den Bereich mit afrikanischen Exponaten erweitert. In der Tat wurde so eine Lücke geschlossen, wie es im Internetauftritt der Einrichtung heißt. Die Sammlung aus Afrika umfasst Bronze-, Stein- und Tonskulpturen der Nok-Kultur, aus Sokoto, Benin und Ife. Sie steht unter der Schirmherrschaft des Botschafters der Bundesrepublik Nigeria in DeutschlandTunde Adeniran.

Für die Zukunft ist vorgesehen, mit Universitäten in Nigeria Kooperationen und Austauschprogramme zu entwickeln. In der Vergangenheit fanden Symposien zu verschiedenen Themen statt.

Das Museum ist Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 14 bis 18 Uhr sowie Samstag, Sonntag und an den Feiertagen von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Heiligabend und Silvester ist geschlossen. Der Einrtitt ist frei. Zu finden ist das Haus in der Schlossstraße. Es ist über die U-Bahnlinien 308 oder 318 (Haltestelle Weitmar zu erreichen.

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Neues aus Afrika aus erster Hand


Positive Nachrichten über Afrika. Das ist mein Begehr seit ich diesen Blog gestartet habe. Weil es kaum Positives über den Kontinent gibt. Und weil Vieles, was geschrieben und gesendet wird, allzu sehr durch die europäische Brille gefiltert worden ist. Nun – in den vergangenen Tagen vermeldeten mehrere Presseagenturen und überregionale Zeitungen folgende interessante Meldung: Der Nachrichtensender Euronews expandiert nach Afrika. Die Journalisten des Senders wollen wegkommen vom weißen Standpunkt der Berichterstattung. Das geht mir runter wie Öl. 

Das steckt dahinter: Im Laufe des Jahres soll in Afrika ein Schwestersender starten – mit Namen Africanews. Als Standort ist Brazzaville vorgesehen – die Hauptstadt des kleinen Kongos. Der Chef des Senders Michael Peters hat Recht, wenn er sagt, derzeit sprächen die westlichen Medien nur wenig über Afrika. Als Grund nennt er, dass es kaum Bildmaterial gebe. Was sich ändern solle. 

Den Worten folgen Taten. Denn der neue Sender wird nicht etwa in Afrika von einem Europäer geleitet. Die Federführung habe ein Journalist aus Kenia. Gut so! Was auch für das Konzept gilt: Journalisten aus afrikanischen Ländern werden ein Programm für ein Publikum aus afrikanischen Ländern produzieren und senden. Selbstverständlich dürfen auch wir Europäer einschalten. Und ein jeder, der sich wirklich für Afrika interessiert, sollte das auch tun. Der Sender soll thematisch den ganzen Kontinent abdecken. Die Erfahrung des Muttersenders, was eine einen ganzen Kontinent umfassende Berichterstattung betrifft, sollen helfen. 

Ich finde, das ist ein sehr interessantes und positives Projekt. Vor allem die Einsicht der Europäer, das die Afrikaner bisher nicht immer die richtige Wertschätzung erfahren, ist gut. Ich denke, es gibt jetzt tatsächlich die Chance, dass europäische Zeitungen oder Fernsehsender nicht nur die typischen Katastrophenberichte erreichen, wie es bisher oftmals war. Ich warte auf alle Fälle gespannt darauf, bis der Sender seine Arbeit aufnimmt. Sobald ich näheres weiß, werde ich es auch wissen lassen.

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Helden aus Afrika


Hallo! Bei meiner Suche nach Informationen über afrikanische Geschichte bin ich auf einen interessanten Blog gestoßen. Black History Heroes nennt er sich. Die Betreiber haben ein ähnliches Ziel wie Organisatoren der Black History Studies, die ich ja vor kurzem vorgestellt habe. Die Initiatoren sitzen in den USA – zum Teil ist auch amerikanische Geschichte Teil des Angebotes. Aus afrikanischer Sicht natürlich.

Im Mittelpunkt stehen Personen – eben Helden aus Afrika oder mit afrikanischen Wurzeln. Ob alles Helden sind? Der Titel muss eben interessant klingen. Sonst schaut ja keiner hin! Ganz unterschiedliche Biographien werden da erzählt. Derzeit ist auf der Startseite des Blogs die Geschichte von Reginald Francis Lewis aus den Vereinigten Staaten zu lesen. Er lebte von 1942 bis 1993. Er war ein bekanntes Gesicht der Wall Street.

Es findet sich aber beispielsweise auch eine kurze Biografie von Amina von Zazzau. Die Frau wurde bekannt als westafrikanische Kriegerkönigin. Sie erreichte im Königreich Zazzau die Königinnenwürde. Gelegen im heutigen Nordnigeria. Sie ist bei den Haussa eine Legende. Sie machte sich als Strategin im Krieg einen Namen.

Wer grundsätzlich eintauchen will in die Welt afrikanischer Geschichten und Mythen ist speziell auf dieser Seite gut aufgehoben. Denn die Betreiber haben eine Sammlung von Volkserzählungen zusammengetragen. Sie ist es auf alle Fälle wert, darin zu schmökern.

Dazu gibt es eine kleine – aber feine – Linksammlung. Da ist ein Hinweis für eine Seite, die sich mit afrikanischer Küche beschäftigt. Aber auch ein Verweis auf die Afrikanische Union fehlt nicht. Andere Internetseiten beschäftigen sich mit speziellen historischen Themen wie die Sklaverei. Für Studenten gibt es Hinweise, wie sie an Stipendien kommen können.

Eine sehr umfassende Sammlung englischsprachiger Bücher zum Thema macht das umfangreiche Informationsangebot komplett. Es lohnt sich also auf alle Fälle, bei den Black History Heroes einmal vorbeizuschauen.

Die Betreiber der Seite sitzen in den USA, sie sind per Mail historyheroes@outlook.com zu erreichen. Außerdem gibt es einen Twitter-Account mit dem selben Namen – also BlackHistoryHeroes.

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Der afrikanischen Seele auf der Spur


Es ist noch nicht so lange her, da habe ich Euch zwei Kleinode vorgestellt. Zwei interessante Museen über Afrika – gelegen in relativ kleinen Städten. Heute habe ich wieder so einen Fall: das Völkerkundliche Museum Witzenhausen. Die Macher versprechen dem Besucher eine spannende Reise durch die Vielfalt der Kulturen. Was sicherlich nicht übertrieben ist. Denn alleine Afrika hat hier ja jede Menge zu bieten. 

Die Ausstellung führt den Besucher auf eine spannende Reise zu einer großen Vielfalt von Kulturen der Welt. Sie zeigt beispielhaft Gegenstände der materiellen Kultur, die von Menschen in ihrem jeweiligen sozial-ökologischen Kontext geschaffen wurden, oder die sie infolge Kulturkontaktes angenommen haben. Diese prägen das Bewußtsein, die Eigenart und die Arbeit der nach ihnen Lebenden. Die 1976 gegründete „Stiftung Völkerkundliches Museum Witzenhausen“ wird getragen vom Deutschen Institut für Tropische und Subtropische Landwirtschaft und der Stadt Witzenhausen. Die Sammlung umfasst etwa 2000 Objekte. Die Ausstellung zeigt ständig ca. 1200 Stücke auf 200 Quadratmeter. Im Mittelpunkt steht der Mensch in seiner Umwelt. Gezeigt werden Geräte, mit denen wir Nahrung gewinnen, verarbeiten und genießen können. Außerdem gibt es Kleidung, Schmuck und Waffen aus zu sehen – aus Afrika südlich der Sahara. Die Besucher können sich über verschiedene Wirtschaftsformen informieren und durchschreiten sozusagen verschiedene ökologische Zonen. 

Die San-Gruppen im südlichen Afrika dienen als Beispiel für eine Wildbeuter Kultur. Das Leben der Hirtennomaden den Maasai in Ost- und den Herero im südlichen Afrika (Namibia) dargestellt. Unter anderem mit den Akan aus dem heutigen Ghana werden Ackerbaukulturen Ost- und Westafrikas vorgestellt. 5

Das Haus befindet sich in der Steinstraße 19. Es ist April bis Oktober Mittwoch von 15 bis 17 Uhr und Sonntag von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Gruppenführungen können nach Anmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten arrangiert werden. Wissenschaftliches Arbeiten ist nach vorheriger Kontaktaufnahme jederzeit möglich. Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. 

Nicht weniger interessant ist das Museum Soul of Afrika in Essen. Ethnologe und Fotojournalist Henning Christoph stellte eine einzigartige Sammlung kultureller Zeugnisse der Vodun-Religion zusammen. Auf der Internetseite des Museums befindet sich eine Einführung von Professor Joseph Adande vom Department for Art History der Universität von Cotonou in Benin, die ich hier ungekürzt wiedergeben möchte: „Die hier zusammengetragene Sammlung überzeugt den Kenner afrikanischer Kunst und überwältigt den interessierten Laien. Es ist eine reichhaltige und inhaltsreiche Kollektion, die nirgendwo zu finden sein wird, nicht in Afrika, nicht in Europa oder Amerika. Diese einzigartige Auswahl, zusammengetragen vom Kurator Henning Christoph, gibt den „Westafrikanischen Göttern der Sklavenküste“ Raum sich selber auszudrücken. Ein herausragendes Beispiel der Sammlung ist die Gruppe von prachtvollen „Yoruba“-Kostümen, die im Kult von den Mitgliedern der Geheimgesellschaft „Egungun“ getragen werden. Die Kostüme repräsentieren die Ahnen, die während der Zeremonien mit uns sind. Wir werden auch einen Original „Asen“-Altar des Stammes „Fon“ für ihre Toten sehen. Von höchster Qualität sind auch die aktivierten „Bocios“. „Bocios“ sind geschnitzte Figuren, behaftet mit einem Zauber, der für das Gute wie das Böse benutzt werden kann. In ihrer Gesamtheit gibt die Sammlung einen tiefen und umfassenden Einblick in die Voodoo-Kultur Westafrikas. Die Kunst der Voodoo-Kultur wird in ihrer gesamten Breite widergespiegelt. Ich bin überzeugt davon, dass die Besucher der Ausstellung einen nachhaltigen Eindruck gewinnen werden, was Voodoo wirklich ist.“ 

Der Träger des Museums ist der Verein gleichen Namens. Geöffnet ist Donnerstag, Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr sowie Freitag von 18 bis 22 Uhr. Erwachsene zahlen acht Euro Eintritt, Schüler und Studenten sechs, Kinder unter zwölf Jahren vier. Das Haus ist in der Rüttenscheider Straße 36 zu finden. Es ist per Straßen- und U-Bahn zu erreichen.

 

 

 

 

 

 

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Ein ganzer Monat für Afrika


Jährlich im Februar feiern Menschen mit afrikanischen Wurzeln in den U.S.A. und in anderen Ländern den „Black History Month“. Es gibt verschiedenste Veranstaltungen zu Kultur und Geschichte. Die Tradition geht bis ins Jahr 1926 zurück. Seinerzeit hat der Wissenschaftler Carter G. Woodson die „Negro History Week“ eingeführt, um seinen Mitmenschen die Geschichte der dunkelhäutigen Bevölkerung näherzubringen. Wer mich kennt, der weiß: Ich halte das für eine sehr gute Sache. Das so etwas in den 30er Jahren in den USA entstehen konnte, ist bemerkenswert. Zu einer Zeit, da von Gleichberechtigung noch nicht die Rede war.

In den 90er Jahren brachte die Sängerin Cynthia Utterbach diese Idee über den großen Teich nach Hamburg. 1996 gab es die Premiere auf deutschem Boden. War es damals noch ein kleiner Rahmen, ist das Programm stetig angewachsen. Heuer findet der Black History Month Hamburg (BHM) vom 14. Februar bis zum 8. März statt.

Mit einem vielfältigen Programm aus künstlerischen Darbietungen diverser musikalischer Stilrichtungen, Tanzvorführungen, Vorträgen, Diskussionen, Ausstellungen, Filmbeiträgen, Poetry, Lesungen, Workshops, Talkshows, kulinarische Spezialitäten und einem speziellen Jugendprogramm erreicht die Veranstaltungsreihe durchaus ihre Publikum. Der BHM ist eine gute Möglichkeit, afrikanische Themen positiv darzustellen.

Die Organisatoren wollen allen Organisationen, die in ähnlicher Richtung tätig sind, zur Teilnahme einladen. Auf verschiedenste Art und Weise wird historisches Wissen vermittelt. Heuer geht es dabei unter anderem um die Tradition der mündlichen Überlieferung. Marie Nejar liest aus ihrem Buch. Darin beschreibt sie, wie sie als Kind eines Afrikaners in der Nazizeit in Deutschland aufgewachsen ist. Angefeindet wird sie aber auch noch nach dem zweiten Weltkrieg.

Es gibt Diskussionen über aktuelle Themen. Diesmal steht ein Gespräch über afrikanischen Fußball auf der Tagesordnung. Musik, Tanz und kulinarische Genüsse bleiben kommen selbstverständlich zu ihrem Recht.

Die Veranstaltungen stehen allen interessierten Menschen offen und fördern ein besseres Verständnis untereinander. So sagen es die Organisatoren auf ihrer Internetseite.

Dort ist auch das gesamte Programm mit den jeweiligen Veranstaltungsorten aufgeführt. Insgesamt sind es zehn einzelne Events. Alles beginnt am Samstag mit einer Eröffnungsparty mit viel Musik und Tanz. Ein Besuch lohnt sich bestimmt. Ich wäre gern dabei, wenn nun Hamburg doch nur nicht so arg weit Weg wäre von Bayern.

 

 

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Afrikanische Kunst in Leipzig und Göttingen


Unser Trip durch die Welt der Museen mit afrikanischer Kunst führt uns heute nach Leipzig. Das dortige Museum für Völkerkunde über 45.000 afrikanische Objekte. Die Stücke gelangten vor allem während der deutschen Kolonialzeit in die Sammlung. Und so bilden Werke aus Kamerun, Togo, Deutsch-Ostafrika (Tansania) und Deutsch-Südwestafrika (Namibia) einen Schwerpunkt. Aber auch aus vielen anderen Gebieten West-, Zentral-, Ost- und Südafrikas erhielt das Museum überwiegend von deutschen Forschern und Reisenden Sammlungen. Zu den bedeutendsten zählen die umfangreichen Sammlungen von Leo Frobenius aus Westafrika: Er brachte Stücke aus Guinea, Mali, Burkina Faso, Togo, Nigeria und Kamerun.

 Zu den wertvollsten Beständen gehört die Benin-Sammlung, die Anfang des 20. Jahrhunderts bis auf wenige Objekte durch Hans Meyer, Mitinhaber des Bibliographischen Instituts Leipzig, ins Museum gekommen ist. Ein weiterer Name, der zu nennen wäre, ist der Robert Visser. Er war einst Plantagendirektor im Dienst einer holländischen Handelsfirma. Von ihm stammen Kunstwerke von den Völkern des nördlichen Kongo. Geographische Schwerpunkte sind darüber hinaus Angola und Südafrika.

Das Haus befindet sich im Bereich der Prager Straße, ist vom Hauptbahnhof zu Fuß in zehn Minuten zu erreichen. Die Straßenbahnlinien 4, 7, 12 und 15 steuern es an. Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, geschlossen ist allein an Heilig Abend und Silvester. Der Eintritt kostet acht Euro, ermäßigt deren sechs. Personen unter 17 Jahren müssen nichts bezahlen.

Die Ethnologische Sammlung der Universität Göttingen wiederum ist eine der bedeutendsten Lehr- und Forschungssammlungen im deutschsprachigen Raum. Ihre Anfänge reichen bis in die Zeit der Aufklärung zurück. Mit 4.500 Ausstellungsstücken bildet der Afrika-Bestand den „Löwenanteil“. Er wurde vor einigen Jahren von Studenten neu gesichtet und überarbeitet. Es entstanden dadurch mehrere Ausstellungsschwerpunkte.

Dargestellt werden der kulturelle Wandel, die verschiedenen Wirtschaftsweisen oder das Arbeitsleben im Bereich von Töpferei, Weberei und Metallgusstechniken. Betrachtet werden die traditionelle Kriegsführung, Musikinstrumente sowie Masken und Skulpturen. im Zusammenhang von Kult, Religion und medizinischer Praxis. Zum Beispiel ist eine kompletten Schmiedewerkstatt eingerichtet – oder auch eine Küche bei den Kanuri im Sahelgebiet. Die Göttinger Sammlung dient vor allem der Lehre und Forschung. Darüber hinaus ist sie der Öffentlichkeit, soweit es die räumlichen und finanziellen Möglichkeiten erlauben, in Dauer- und Sonderausstellungen sowie Führungen zugänglich. Vorträge und Filmvorführungen ergänzen das Informationsangebot.

Es werden immer wieder Kindernachmittage organisiert. Den nächsten gibt es am 7. Februar. Dabei geht es um einen toleranten Umgang mit fremden Kulturen. So ist es auf der Internetseite des ethnologischen Instituts zu lesen. Vielleicht sollten die Initiatoren so etwas auch für Legida anbieten. Aber ich schweife schon wieder vom Thema ab.

Die Adresse der Sammlung lautet Theaterplatz 15, sie ist sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Erwachsene müssen drei Euro Eintritt zahlen, Schüler 1,50 Euro. Die Famlienkarte kostet fünf Euro. Kinder bis sieben Jahren und Studenten des Instituts haben freien Eintritt.

 

 

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Wo kommt mein Opa her?


Das ich auf Archäologie und Geschichte stehe, habe ich Euch ja schon öfters wissen lassen. Und vor allem finde ich es gut, wenn sich jemand mit den eigenen Wurzeln befasst. Mark und Charmaine Simpson denken da genau so. Und deshalb haben sie 2008 die Black History Studies gegründet. Ziel der Organisation ist – kurz gesagt – Menschen mit Wurzeln aus Afrika ihre eigene Geschichte näherbringen. Es soll letztendlich mithelfen, die eigene Identität zu finden. 

Im Blick haben sie vor allem die Menschen im Vereinigten Königreich Großbritannien. Die beiden Initiatoren leben eben dort. Durch ihr umfangreiches Internetangebot kann sich aber ein jeder – also auch wir – ein Bild von ihrer Arbeit machen. 

Und die ist gut und umfassend. So hat die Organisation schon mehrere Bücher über afrikanische Geschichte herausgebracht. Besonders lobenswert dabei: Es ist eines für Kinder darunter.

Außerdem werden Museumstouren organisiert und spezielle Reisen, bei denen die Geschichte im Vordergrund steht, auf die Beine gestellt. Filmvorführungen mit Streifen zum Thema fehlen nicht. Ein Netzwerk von Menschen mit afrikanischen Wurzeln soll entstehen. Immerhin sind dort schon 5000 Menschen miteinander verbunden. 

Das ist jetzt durchaus für die afrikanische Gemeinschaft im deutschsprachigen Raum interessant. Die Organisation bietet Workshops an, bei denen es eine Einführung in die Historie der Afrikaner gibt. Grundsätzlich ist es eingeteilt in Anfänge- und Fortgeschrittenenkurse. Dabei gibt es dann auch Spezialthemen: Ein Angebot befasst sich mit Frauen in der Geschichte, ein anderes beackert die Nische Wirtschaftsgeschichte. Es kann nicht anders sein: Die Sklaverei im 16. bis 19 Jahrhundert spielt eine Rolle. Und sogar das gibt es: einen Kochkurs! 

Es gibt außerdem einen eigenen Blog. Der ist über einen Link auf der Homepage zu finden. Dazu gibt es eine kleine Sammlung von nützlichen Internetlinks zum Thema. Wer sich eingehender mit der Arbeit der Black African Studies auseinandersetzen und Informationen erhalten will, der kann sich in eine Maillingliste eintragen. 

Die beiden Initiatoren wissen, was sie tun. Charmaine Simpson hat ein Universitätsstudium hinter sich und sammelte ein Jahrzehnt Berufserfahrung, bevor sie gemeinsam mit ihrem Mann die Organisation gründete. Der hat speziell afrikanische Geschichte studiert – arbeitet als Autor und Künstler.

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