Monatsarchiv: März 2015

Der afrikanische Frühling


Auf in den Frühling! Auf in den afrikanischen Frühling! Denn so einen gibt es am 19. April in Hamburg. Die Werkstatt für internationale Kultur und Politik lädt dazu ein. Für die Kinder gibt es ein Trommelkonzert zum Mitmachen, auf die Erwachsenen wartet eine besondere Tanzaufführung. Außerdem gibt es Wissenswertes über die Lebensbedingungen in Afrika. 

Los geht es am 19. April mit einer Mitmachaktion – vor allem für Kinder, aber auch für Erwachsene. Das Tanz- und Trommelensemble Diamoral und die OneWorld Kids laden ein, gemeinsam zu singen, klatschen, rasseln und tanzen. Die Veranstaltung ist geeignet für Kinder ab vier Jahren. Außerdem erfährt das Publikum dabei etwa über den Anbau von Kakau, über die Arbeitsbedingungen auf einer Plantage und was fairer Handel bedeutet. Und am Schluss gibt es Süßes –nämlich fair gehandelte Schokolade. 

Am Abend ab 18 Uhr sind dann speziell die Erwachsenen eingelanden. Es gibt die Tanz-Performance „Schokolade – hart und bitter, zuckersüß“. Auch hier gibt es am Ende Süßes – und einen Vortrag über fairen Handel. Der Eintritt kostet für erwachsene vier Euro und für Kinder 3,50 Euro. 

Hinter dem Projekt steht die W3 – die Werkstatt für internationale Kultur und Politik. Es ist ein als Verein organsiertes Bildungs- und Kulturzentrum. 1979 fanden engagierte Menschen in Hamburg darin zusammen. Die Idee war und ist, das interkulturelle Zusammenleben in der Stadt zu stärken. Es sollte ein Ort für Ideen, Begegnungen und Vielfalt entstehen. Neben Festen wie dem afrikanischen Frühling gibt es auch Veranstaltungen zu entwicklungs- und friedenspolitischen Themen.

 

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Ein großes Packet voller Informationen


Informationen über Afrika zu bekommen  – jenseits der Katastrophenmeldungen – ist nach wie  vor keine einfache Angelegenheit. Gerade dieser Tage fällt das wieder ins Auge. Selbstverständlich gibt es Nachrichten über die Geschehnisse Rund um den Terror  in Tunesien, Nigeria und so weiter.  Das farbenfrohe Afrika kommt wieder einmal zu kurz. Das zu ändern war ja ein Grund, warum ich mit meinem Blog hier angetreten bin.  Und so wird es höchste Zeit, Euch diesbezüglich wieder einen Tipp zu geben.  Schaut doch einmal beim Magazin Afrikablog@twitter vorbei. Hier gibt es umfassende Nachrichten und Informationen über den Kontinent. 

Das ist eine Internetzeitschrift, die kostenlos zugänglich ist.  Sie sammelt Informationen rund um das Stichwort Afrika.  Wobei das Angebot durchaus umfassend ist. Es gibt unter anderem die Rubriken Politik, Bildung, Freizeit,  Kunst und Unterhaltung. Der Betreiber sammelt darin Nachrichten, Meldungen und Geschichten aus und über den Kontinent.  Dazu gibt es immer eine Verlinkung zu dem Medium oder die Internetseite, von der die Meldung stammt. Der Betreiber verspricht, dass die Meldungen tagesaktuell gestaltet werden. 

Wenn wir schon einmal beim Betreiber sind: Es ist fast schon schade, dass der sich gar nicht zu erkennen gibt.  Leider gibt es  auf  der  Seite keinerlei  Hinweise auf den- oder diejenigen, die diesen guten Service zur Verfügung stellen. Was mich traurig macht, denn wer gute Dinge tut, der braucht sich nicht zu verstecken!! 

Denn  Lob wäre durchaus angebracht. Besonders hervorzuheben ist, dass die Plattform regelmäßig öffentlich macht, wenn eine Hilfs- oder Entwicklungsorganisation Stellen für ihren Einsatz in Afrika zu besetzen hat. Überhaupt kommen Organisationen wie die Caritas oder Ärzte ohne Grenzen regelmäßig zu Wort, um über ihre Sicht der Dinge in Afrika zu berichten. Gut so – weiter so. 

Es gibt übrigens auch einen Twitter-Account des Betreibers. Über den gibt es regelmäßig Informationen über Afrika. Außerdem ist es möglich, sich einen Newsletter zu bestellen.

 

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Was heißt denn hier behindert?


Menschen mit einem körperlichen Handicap haben es in der ersten Welt schon nicht einfach. Rollstohlfahrer stehen noch wie vor plötzlich vor Treppen. Für Menschen, die sich mit dem Gehen eher schwer tun, ist es nicht einfach, in einen Bus oder einen Zug zu gelangen. Umso komplizierter gestaltet sich das Leben von behinderten Menschen in Afrika. Denn die Infrastruktur ist dort einfach noch nicht perfekt. Und damit ist jetzt nichts gegen Afrika gesagt es ist eben die Wahrheit – noch. 

Gut, dass es Experten gibt, die sich diesen Menschen in Afrika annehmen. Löwenmut heißt der Verein, der sich für behinderte Kinder in Afrika einsetzt. Dahinter steckt die IFB-Stiftung, die sich in Deutschland für Menschen mit Handicap einsetzt. Seit 2006 ist die Initiative auch in Afrika aktiv. Es geht darum: Die Lebensbedingungen von schwerkranken und behinderten Kindern sollen verbessert werden. Sie sollen angemessen untergebracht und gefördert werden. 

Löwenmut macht das mit eigenen Projekten wie dem Kinderhospiz gleichen Namens bei Johannesburg in Südafrika. 21 junge Afrikaner leben dort. Derzeit plant die Stiftung den Bau von weiteren Gebäuden, um noch mehr Kinder unterbringen zu können. Außerdem unterstützt der Verein andere Einrichtungen. Immerhin kann er auf die Erfahrung aus über 50 Jahren Behindertenarbeit zurückgreifen. Immer wieder gehen Vereinsmitglieder nach Südafrika und arbeiten in Einrichtungen ehrenamtlich mit. 

Die Idee der Hilfe in Afrika entstand 2006 in Klipriver – gelegen unweit von Johannesburg. Wolfgang Groh Vorstandsvorsitzender der IFB-Stiftung besuchte damals auf Einladung eine Blindenschule in Südafrika. Schnell stellte er fest: Die behninderten Menschen dort haben keine Lobby – sie brauchen Unterstützung. Die Geschichte ist ausführlich im Internet nachzulesen. Hier nur so viel: Wieder in Deutschland angekommen, arbeitete er an einem Konzept für Afrika. 2012 wurde schließlich das Kinderhospiz eröffnet.

Dort gibt es auch eine Frühförderstelle und familienentlastende Dienste. Auf diese Weise kann das segensreiche Projekt 50 Kindern helfen. Es gibt einen landwirtschaftlichen Betrieb, auf dem Obst und Gemüse erzeugt werden, um den Kindern gesunde Mahlzeiten präsentieren zu können. 

Die IFB-Stiftung selbst exisitiert seit 1959. In Deutschland werden derzeit 1500 Betroffene unterstützt. Insgesamt gibt es in Deutschland und Südafrika 55 Einrichtungen, in denen über tausend engagierte Mitarbeiter den Menschen mit Handicap helfen. Es gibt unter anderem mehrere Kindertagesstädten.

 

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Die Stimmung steigt von Trommelschlag zu Trommelschlag


Langsam steigen die Temperaturen wieder. Der Frühling liegt in der Luft. Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht. Ich bin ganz froh, dass der Winter hinter uns liegt. Mit dem Frühling und dem Sommer kündigen sich wieder farbenfrohe Jahreszeiten an. Das liegt aber nicht nur an blühenden Blumen, dem blauen Himmel und der strahlenden Sonne. 

Nein, es beginnt die Zeit der Afrikafeste. Afrikanische Kultur, Musik und Gaumenfreuden stehen im Mittelpunkt. Denn mittlerweile finden in ganz Deutschland qualitativ hochwertige Veranstaltungen statt. Wir können die Farben und den Duft Afrikas genießen, ohne große Reisen auf uns zu nehmen. Ich werde Euch in den kommenden Wochen auf dem Laufenden halten, was so alles abgeht. 

Trommelklänge machen den Anfang. In Würzburg steigt schon morgen das internationale Benefiz Trommel Fest. Im Felix-Fechenbach Haus kommen verschiedenste Gruppen zusammen.

Die Grooves werden von Afrika mit seinen traditionellen Rhythmen, über Europa mit Stomp, Brasilien mit Samba, Japan mit Taiko bis nach Indien mit Tabla reichen. Im Vordergrund steht der Spaß an Musik und Tanz, es dürfen auch diejenigen vorspielen, die noch nicht perfekt sind. Die bereits sechste Auflage wird vom Verein Mbonda Lokito Kongo/Kinshasa organsiert. Der Erlös der Veranstaltung kommt dem vereinseigene Schulprojekt, der „Groupe Scolaire Vabatu Ngoma“ in Kinshasa zu Gute. Kenner der Szene wissen: Wir werden noch einmal zum Feiern nach Würzburg kommen. Dazu aber mehr an anderer Stelle. 

Eine Woche später, am 28. März, steigt im Eine-Welt-Haus in der Schwanthaler Straße in München die mittlerweile 25. Djembenacht. Wer es nicht weiß: Djembe ist der Fachbegriff für eine typisch westafrikanische Trommel. Mit von der Partie sind die Trommelkids vom Roten Tor aus Augsburg. Die acht- bis zehnjährigen Buben und Mädchen trommeln seit rund zwei Jahren. Und sie haben schon einige Auftritte hinter sich. Zu hören ist außerdem die AG Percussion des Michaeli-Gymnasiums München. Ihre Stücke stammen sowohl aus Westafrika als auch aus Südamerika. Neben der Djembe sind weiter Rhythmusinstrumente im Einsatz.

Hauptattraktion ist aber der Auftritt von Mansa Camio und seiner Gruppe Dialamadia aus Regensburg. Sie haben sich der typischen Malinke- Musik verschrieben und stehen in der Tradition der dörflichen Musik Westafrikas. Organsiert wird die Veranstaltung von Rainer Arold – selbst ein Könner an der Djembe.

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Wir ziehen so richtig vom Leder


Als ich vor einigen Wochen meine Reise durch die Afrika-Museen im deutschsprachigen Raum begonnen hatte, war mir ehrlicherweise nicht klar, wie groß die Vielfalt doch ist. Mich freut es und Euch hoffentlich auch. Und so können wir auch im Deutschen Ledermuseum in Offenbach haltmachen.

Die Afrika-Abteilung stellt vor allem die Bauernkulturen der Savanne und des Sahel-Raumes Westafrikas sowie die Rinder- und Kamelnomaden in der Wüste Sahara und den Steppen Ostafrikas dar. Ein großes Lederzelt der Tuareg und ein Strohhaus aus Westafrika stehen für diese beiden Wirtschaftsformen. In allen diesen Regionen spielte bis zur Einführung von Plastik und Wellblech das Leder als Werkstoff in der traditionellen Kultur eine überaus wichtige Rolle, und das Lederhandwerk Westafrikas erreichte unter dem Einfluss des Islam, der von Marokko aus Schwarzafrika erreichte, ein hohes Niveau.

Geöffnet ist das Haus in der Berliner Straße von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr. Mehrere S-Bahnlinien und der Bus der Linie 103 steuern das Ledermuseum an. Der Eintritt kostet für Erwachsene acht Euro, Schüler ab 16 Jahren, Studenten und Schwerbehinderte zahlen fünf Euro. Kinder und Jugendliche unter 16 zahlen drei Euro. 

Auf unserer Fahrt zu interessanten Museen steigen wir heute in Mannheim aus. Das Museum Weltkulturen besitzt eine umfangreiche Afrika-sammlung. Im Blick sind dabei vor allem alte Königtümer des Kontinents. Die Exponate stammen aus der Region am Nigerbogen, dem Grasland von Kamerun und dem Äquatorialurwald. Viele seiner Stücke verdankt das Haus Forschungsreisenden und Sammlern, deren Wirken bis in die Zeit Kurfürst Carl Theodors zurückreicht.

So bereiste der Geograf Franz Thorbecke zwischen 1907 und 1913 Kamerun. Er gelangte bis an den Hof von König Njoya, König der Bamum. Dessen Herrschaftsgebiet lag im Westen von Kamerun. Zu den Glanzpunkten der Sammlung Thorbecke zählt die Aufsatzmaske des Herrschers Njoya. 

Aus der Stadt Benin in Westafrika stammen aufwendig gearbeitete Reliefplatten, die ursprünglich Pfeiler einer Palastanlage zierten. Eine elegante Holzschnitzarbeit eines Kranichs, eine Makonde-Skulptur in modernem Stil, repräsentiert die Vielfalt der Sammlungsstücke aus Ostafrika. 

Das zum Indischen Ozean orientierte östliche Afrika mit seinen Jahrtausende alten Viehzüchterkulturen und Eisenschmiedekunst, seiner altchristlichen Hochkultur und komplexen Staatlichkeit lässt sich anhand einiger hervorragender Exponate wie zum Beispiel eines äthiopischen Christusbildes darstellen.

Erwachsene zahlen 2,5 Euro Eintritt. Für Kinder und Jugendliche ist der Besuch kostenlos. Familien dürfen sich für fünf Euro im Museum umsehen. Das Haus ist vom Hauptbahnhof aus mit den Straßenbahnlinien 1,3,4 und 5 zu erreichen. Es ist Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Für Kinder gibt es spezielle Aktionen.

 

 

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Den Ahnen auf der Spur


Sklaverei war vielleicht das größte Verbrechen, dass den Menschen aus Afrika jemals angetan worden ist. Bis heute ist ungeklärt, wie viele Männer und Frauen verschleppt worden sind. Und wie viele von ihnen dabei gestorben sind, noch bevor sie ihren Bestimmungsort erreicht hatten. Letztendlich leiden unter dieser Tragödie Zeitgenossen bis zum heutigen Tag. In Süd- und Nordamerika und Europa leben Viele, die nicht wissen, wo ihre Wurzeln sind. Aus welchem Teil des afrikanischen Kontinents ihr Uropa oder ihre Uroma stammen. 

Immerhin – das ist jetzt die gute Nachricht: Menschen mit afrikanischen Vorfahren haben jetzt die Möglichkeit herauszufinden, wo ihre Wurzeln genau herkommen. Aus welchem Teil Afrikas ihre Vorfahren einst verschleppt worden sind. Das Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences berichtet, dass Forscher das jetzt per Erbgut-Analyse möglich machen. Wissenschaftler haben das herausgefunden: Menschen, die im 17. Jahrhundert auf der Karibikinsel Saint Martin lebten und dort besstattet sind, wurden in den heutigen Ländern Nigeria, Kamerun und Ghana geboren. Die Arbeit machte ein internationales Forscherteam. Die Experten sind guter Dinge, dass auf diese Weise grundsätzlich die Herkunft der Nachkommen der Sklaven geklärt werden kann. 

Die Forscher hatten den sterblichen Überresten aus den Zahnwurzeln entnommen und glichen die Erbsubstanz mit Datenbanken zu elf afrikanischen Bevölkerungsgruppen ab. Demnach stammte einer der Männer von Bantu sprechenden Gruppen ab, die heute im Norden von Kamerun leben. Die beiden anderen – ein Mann und eine Frau – stammen von Gruppen, die die zur Zeit in Nigeria und Ghana zu Hause sind. 

Mit dieser Vorgehensweise könne – so die Experten – gezielt erforscht werden, inwieweit Menschen mit afrikanischen Wurzeln ihre ursprüngliche Kultur bewahren konnten oder wollten. Etwa, in dem Sitten aus verschiedenen Regionen Amerikas mit der Herkunft der dortigen Sklaven verglichen werden. 

Ich kann mir gut vorstellen, dass es aber für die einzelnen Nachkommen der damaligen Sklaven viel wichtiger ist, dass sie herausfinden können, aus welchem Teil Afrikas ihr Uropa oder ihre Uroma einst verschleppt worden sind. Die Sklaverei ist eine traurige Geschichte. Dieses Detail moderner Forschung zeigt so aber für viele Menschen eine positive Zukunft.

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Fürsprecher für afrikanische Kultur und Wissenschaft


Die Kultur Afrikas ist etwas Wert und sie hat es verdient, beachtet zu werden. Das sage ich – und das sagen auch die Mitglieder der Heinrich-Barth-Gesellschaft. Heinrich Barth bereiste einst im 19. Jahrhundert den Kontinent. Er gibt einer Organisation ihren Namen, die Verständnis für afrikanische Lebensformen wecken und mithelfen will, die Kontinente einander näher zu bringen. 

Deshalb hat die Organisation auf alle Fälle einen Platz auf diesem Blog verdient. Sie unterstützt Gruppierungen und Einzelpersonen, die sich einsetzen, um afrikanische Kultur zu erhalten, Geschichte und Umwelt Afrikas zu erforschen. Gegründet wurde die Gesellschaft 1976. Ihre Mitglieder sind begeistert von der Vielfalt des afrikanischen Kontinents. So verkünden sie es im Internet. 

Die Organisation unterstützt Forschungsprojekte zahlreicher Disziplinen:

  • Archäologie
  • Antrthopologie
  • Paläobotanik
  • Zoologie
  • Klimaforschung
  • Geowissenschaften

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sollen nicht im Verborgenem bleiben: Im Heinrich-Barth-Kurier, der mehrmals im Jahr erscheint, gibt es Spannendes zur Archäologie, zu verschiedenen Projekten und zur Kunst Afrikas zu lesen. Organisiert werden aber auch Vorträge, Reisen und individuelle Beratungen von Sammlern afrikanischer Kunst und Kultur. 

Die Gesellschaft tritt dazu als Förderer von Projekten in und über Afrika auf. Unter ihren Fittichen hat sie das Heinrich-Barth-Haus in Timbuktu in Mali. Dort lebte einst der Namensgeber – heute ist es ein kleines Museum. Ein ähnliches Projekt gibt es in Agadez im heutigen Niger. Entstanden ist beispielsweise auch eine CD mit Liedern der Dogon, die im heutigen Mali leben. 

Die Heinrich-Barth-Gesellschaft ist ein eingetragener Verein. Die Idee dazu entstand in den Köpfen der Gründerväter Cornelius Trebbien und Rolf Bienert 1973/74 während einer Expedition ins Nördliche Afrika. Mitglied kann ein jeder werden, der sich für den Kontinent interessiert. Auf der Internetseite der Organisation ist eine Beitrittserklärung als Pdf-Datei hinterlegt. 

Heinrich Barth zählt zu den führenden Personen in der Afrikaforschung. In der Zeit von 1845 bis 1847 war er im Norden des Kontinents unterwegs – von Marokko bis Ägypten. 1849 brach er erneut auf. Sein Weg führte ihn unter anderem in die Städte Tripolis, Agadez, Kano, Kanem, Sokoto und Timbuktu. Das er den Norden Nigerias besuchen konnte, zu einer Zeit, in der er keine Radikalen fürchten musste, macht mich schon ein wenig neidisch. 

1857 erschien sein fünfbändiges Werk „Reisen und Entdeckungen in Nord- und Centralafrika in den Jahren 1849 bis 1855“ in deutscher und englischer Sprache. Er studierte und lehrte in Berlin.

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Heilige Männer für Afrika


Sankt Augustin ist seit 1913 eine Niederlassung der Steyler Missionare. 1875 durch den hl. Arnold Janssen im niederländischen Steyl gegründet, arbeiten heute Patres, Brüder und Schwestern in mehr als 60 Ländern der Erde. Sie wollen dort den Menschen nicht nur den Glauben an Gott näher bringen. Uns in Europa wollen sie die Kulturen der Welt näherbringen. 

Und so entstand das Haus Völker und Kulturen. Es ist ein feines Völkerkundemuseum. Kunst- und Kultgegenstände aus Afrika nehmen darin einen breiten Raum. Besonderes Gewicht wird auf solche Gegenstände gelegt, die den Menschen in seiner Beziehung zu den übermenschlichen Mächten darstellen.

Die Objekte sind daher nicht in erster Linie als Kunstobjekte zu verstehen, sondern als sakrale Gegenstände mit religiösen Funktionen. So ist es in der Beschreibung im Internet zu lesen. Ihren eigentlichen Sinngehalt beziehen sie aus der Religion. Nur von hier aus werden sie für uns in ihrem Innersten verständlich. Es gibt eine eigene Abteilung „Christliche Kunst in Afrika.“ Im Mittelpunkt steht dabei Äthiopien.

Das Haus in der Arnold-Janssen-Straße 26 ist jeden ersten Sonntag im Monat von 10.30 bis 17 Uhr geöffnet. Es ist mit den Bonner Straßenbahnlinie 66 zu erreichen.

Die Mönchsgemeinschaft der Franziskaner betreibt ebenso ein Völkerkundemuseum. Wir können das Forum der Völker es in Werl finden. Seit 1909 brachten Missionare immer wieder Gegenstände aus aller Welt mit nach Deutschland. Das war der Grundstock des Hauses, das letztlich 1962 errichtet wurde. 

Schautafeln und Fotos informieren über Landschaften, Kulturen und Wirtschaftsformen. Vier Völker werden genauer vorgestellt: Die Dogon und die Senufo in der Savanne von Mali und der Elfenbeinküste sind Ackerbauern mit einer großen Handwerkstradition. Die Arbeiten ihrer Schnitzer und Metallgießer sind Ausdruck religiöser Vorstellungen. Buschgeister in Form kleiner Figuren sollen Gesundheit, Ernteglück und Wohlergehen herbeiführen. Eine Dorfszene mit Fassadenpfählen eines Männerversammlungshauses, mit Webstuhl, Kochplatz und Töpfereierzeugnissen der Frauen, gibt Einblick in das häusliche Leben und die Arbeitsteilung.

Im Gebiet des heutigen Ghana entstanden einst durch Goldvorkommen Machtzentren mit hoher Prachtentfaltung. Von den Ashanti sind Goldschmuck, goldbesetzte Kappen und seidene Gewänder ausgestellt, von den Baule Holzschnitzereien und Orakelarrangements. Masken und Musikinstrumente erzählen von Krisen, Übergangsfesten, Geheimnissen, Verwandlungen, Lebenskraft und Lebensfreude der Menschen.

Die der Natur angepasste Lebensweise der Nomaden spiegelt sich in Kleidung und Gerät der Massai aus Kenia und anderer viehzüchtender Stämme aus Ostafrika wider. Die Ebenholzschnitzereien, aus einem ganzen Baumstamm herausgearbeitet, wiesen die Makonde aus dem Grenzgebiet von Mosambik und Tansania als hervorragende Schnitzer aus. Moderne Plastiken, “Family trees” (Lebensbäume), Geisterdarstellungen und christliche Motive beeindrucken durch Material und Komposition. 

Das Museum befindet sich in der Melsterstraße 15. Es ist Dienstag bis Freitag von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Samstag und Sonntag ist die Ausstellung von 14 bis 17 Uhr zu besichtigen. Erwachsene zahlen vier Euro Eintritt, Kinder deren zwei. Führungen kosten 20 Euro.

 

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Und doch ein Oscar für Afrika


Aufregend war wieder die vergangenen Wochen, als in Europa und den USA die berühmten Filmfeste über die Bühne gingen, die Stars auf den roten Teppichen abgelichtet wurden und in Glanzblättern und dem Fernsehen darüber berichtet wurde. Und am Ende gab es den Höhepunkt in Hollywood. And the oscar goes..not to Africa! 

Es war wie so oft: Filme, die Afrika zum Thema haben, sich mit Afrikanern auseinandersetzen gehörten auch heuer wieder nicht zu denen, die auf diese Art und Weise hervorgehoben wurden. Nur gut, dass da eigene Filmfeste gibt, die sich ganz speziell mit dem Kontinent auseinandersetzen. 

Zugegeben dauert es noch ein wenig, bis Film Africa in London seine Pforten öffnet. Erst am 30. Oktober ist das der Fall. Es ist aber sehr wohl angesagt, heute schon einen Blick auf die Veranstaltung zu werfen. Im Mittelpunkt stehen Dokumentationen: Das Spektrum ist weit gestreut. Da geht es um die Probleme, die religiöse Fanatiker machen, es wird die traditionelle Lebensweise alteingesessener Gruppen aufgezeigt und afrikanische Künstler werden portraitiert. 

Neben den Filmen gibt es ein Rahmenprogramm. Es gibt spezielle Veranstaltungen für Familien und Schulen. Podiumsdiskussionen über die afrikanische Filmwelt werden organisiert und Workshops zu speziellen Themen angeboten. 

Das Festival fand erstmals 2011 statt – und seither jedes Jahr. Durchgeführt wird es von der Königlich Afrikanischen Gesellschaft. Es soll immer ein Spektrum der besten Filme des Kontinents sein. Und eine Talentschau dazu: Denn es wird der beste Kurzfilm gekürt – mit dem Baobab Award. Der Gewinner darf immerhin tausend britische Pfund als Siegespreis einstecken. 

Die Filme sind in mehreren Londoner Kinos zu erleben. Wer will, kann sich auch außerhalb Londons und Großbritanniens Karten dafür reservieren. Das geht im Internet über die Homepage des Festivals. Dort sind Links zu den einzelnen Filmtheatern zu finden. 

Ein Trip nach London lohnt sich immer – zur Zeit des Festivals umso mehr. Wehr jetzt aber nicht extra wegen eines Kinoabends ins Königreich reisen will, den rate ich, meine Hinweise über Twitter unter @wolfgangsafrika zu beachten. Dort teile ich Euch regelmäßig mit, wenn es im Fernsehen etwas Interessantes über Afrika zu sehen gibt.

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