Bildung

Afrika ist eine Reise Wert


Es ist jetzt sicherlich nicht meine Aufgabe, für bestimmte unternehmerische Ideen Werbung zu machen. Allerdings ist das, was Mingleafrica bietet, einfach gut. Und entspricht ganz meiner Geisteshaltung. Afrika so zu zeigen, wie es wirklich ist. Und deshalb stelle ich euch dieses Reiseunternehmen eben doch vor. 

Die Macherinnen versprechen einen Blick hinter die Kulissen – fernab aller gängigen Klischees, die es da geben mag. Sie bieten Studien- und Bildungsreisen. Angesprochen werden dabei Themen wie Politik und Geschichte, Kunst und Kultur, Natur- und Artenschutz, Wirtschaft, Stadtentwicklung und Architektur. Hier einige Beispiele: Zu erleben ist modernes Schauspiel am Nationaltheater Uganda, der Zauber vom Jazz in der kosmopolitischen Metropole Kapstadt. Vorkoloniale Hochkulturen beeindrucken in der Tat. Wer Tierforschern über die Schultern schauen will, der kommt ebenso auf seine kosten. Und auch im Alltag eines südafrikanischen Townships können die Urlauber landen. 

Das Englische To Mingle bedeutet übrigens sich unter die Leute zu mischen. Genau das sei die Idee: Die Macherinnen wollen ausgetrampelte Touristenpfade verlassen, den Menschen vor Ort auf Augenhöhe begegnen und den Facettenreichtum der Reiseländer kennenlernen. Das gehe leider nur in kleinen Reisegruppen von vier bis 12 Personen. Auf die warten dann Vorträge lokaler Experten aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, aber auch Zeitzeugengespräche und Kulturveranstaltungen. Bei der Planung dieser Reisen sei es wichtig, dass alle Beteiligten vom Tourismus profitieren. Das sei die Forderung an sich selbst. Deshalb seien in die Vorbereitungen lokalen Partnern fest eingebunden. Es gehe um eine nachhaltige und faire Strategie. 

Die Macherinnen des Projekts wissen wovon sie sprechen. Alle haben sie Lebens- und Berufsjahre auf dem afrikanischen Kontinent hinter sich oder sind Expertinnen in Sachen Tourismus. 

Leider gibt es noch keine Reisen nach Westafrika im Angebot. Was mich traurig stimmt. Bin ich doch ein Fan dieses Teils des Kontinents. Dass sie aber bisher die Reiseziele auf einige wenige Länder (v. a. Südafrika und Uganda) beschränkt haben, spricht nun Mal für die Inhaberinnen dieses Unternehmens. Sie bringen ihre Gäste nur dorthin, wo sie sich auskennen. Wo sie selbst Erfahrungen gesammelt haben. 

Und dann kann ich das auch hinnehmen. Was mir besonders gefällt: Eine der Reisen nach Uganda ist ein Workshop für junge Menschen von 18 bis 25 Jahren. Sie können sich dabei mit Entwicklungspolitik auseinandersetzen, eine fremde Kultur kennenlernen, Experten der UNESCO und anderer Organisationen kennenlernen. So etwas baut Vorurteile ab und bringt dazu ein Plus im Lebenslauf. Das ist einfach nur gut.

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Afrika kommt ganz gewaltig


„Afrika kommt“. Bei dieser Ankündigung werden AfD und Pegida nervös. Unternehmer, die ein wenig nachdenken, bevor sie agieren, freuen sich da eher. Und am Ende haben beide Seiten etwas davon. Menschen, die auf dem afrikanischen Kontinent leben und arbeiten wollen – und ihre deutschen Arbeitgeber auf Zeit.

Um was geht es hier eigentlich? Wird sich jetzt der eine oder andere von Euch fragen.Darum: Mittlerweile sind es knapp hundert Nachwuchskräfte, die seit 2008 an „Afrika kommt!“ teilgenommen haben. 19 führende deutsche Unternehmen gründeten die Initiative. Sie nehmen Stipendiaten auf und möchten sie zu Führungskräften fortbilden.Hinter dem Projekt steht die GIZ – die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit. Es soll Brücken bauen zwischen der deutschen und der afrikanischen Wirtschaft.

Die Stipendiaten sind Hochschulabsolventen mit ein paar Jahren Berufserfahrung. Sie besuchen vor ihrer Reise nach Europa einen Deutschkurs und vertiefen dann ihre Sprachkenntnisse in Deutschland. Während des einjährigen Aufenthalts in Deutschland besuchen sie mehrere Managementkurse für Führungskräfte. Darin geht es um Themen wie Projekt- und Change-Management oder interkulturelle Kommunikation. Dieses Wissen nutzen sie später in ihrem Heimatland.

Aber auch die deutschen Unternehmen profitieren. Sie gewinnen neue Partner, haben etwas davon, dass die jungen Kräfte Wissen über Kultur und Märkte in Afrika mitbringen.

Auf der anderen Seite können die Firmen neue Partner in Afrika gewinnen. „Die Unternehmen profitieren von dem Wissen und der Erfahrung der Stipendiaten über Kultur und Märkte in Afrika. So trägt die Initiative dazu bei, dass zwischen der deutschen und afrikanischen Wirtschaft weitere Brücken gebaut werden.“

Die Zusammenarbeit geht nach dem Aufenthalt in Deutschland weiter. Nach der Rückkehr in ihre Heimatländer bleiben die Nachwuchsführungskräfte über die Netzwerke der GIZ miteinander in Verbindung. Zudem helfen sie bei der Kandidaten-Auswahl für zukünftige Jahrgänge. Es bewerben sich tausende Afrikaner für das Projekt. Bei diesem Gedanken werden Afd’ler und Pegida-Anhänger wohl noch nervöser. Ich freue mich darüber. Mir macht das Mut.

Mehr über das Projekt gibt es unter anderem auf der Webseite http://www.alumniportal-deutschland.org

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Forschung über Afrika in Bern


Im Jahre 1966 als ethnologisches Seminar in der Altstadt von Bern gegründet, entwickelte sich dieses zu einem der größten Institute im deutschsprachigen Raum mit vier ordentlichen Professuren, einer Assistenzprofessur, Assistierenden und wechselnden Lehraufträgen, welche ungefähr 360 Studierende betreuen.

Im Zentrum des Studiums steht der Erwerb der Fähigkeiten, kulturelle Logiken zu entschlüsseln und das Handeln von Menschen in sozialen Kontexten zu analysieren. Es geht also darum, herauszufinden, warum sich Menschen unter bestimmten Verhältnissen entsprechend verhalten. Dabei wird auch die kritische Auseinandersetzung mit den eigenen Vorstellungen und Gewissheiten gefördert.

Am Institut für Sozialanthropologie wird über aktuelle und politisch relevante Themen wie Klimawandel, Land Grabbing, Menschenrechte und Staatsgrenzen, Arbeit in prekären Verhältnissen, transnationale Produktion, globale soziale Bewegungen, die Rolle neuer Medien für die Produktion kultureller Identität genauso wie über klassische Themen des Gabentausches, der Verwandtschaft, der religiösen Praxis oder der Ökologie geforscht.

Das Institut bietet ein Bachelor-Studienprogramm für die grundständige Ausbildung, zwei Master-Studienprogramme für die vertiefte Ausbildung mit diversen Schwerpunktsetzungen sowie, in Zusammenarbeit mit den anderen Anthropologischen Instituten der Schweiz, ein Doktorandenprogramm an.

Es gibt derzeit acht Forschungsprojekte der Universität, die eine Bezug zu Afrika haben Darüber hinaus weitere im Verbindungen nach Amerika, Asien und Australien

Die Uni in Bern hat durchaus interessante, überraschende und außergewöhnliche Forschungsprojekte im Angebot. Zum Beispiel nehmen die Berner Forscherinnen und Forscher das Phänomen Nollywood unter die Lupe. In Nigeria gibt es eine florierende Filmindustrie. Der an Hollywood erinnernde Name kommt da nicht von ungefähr.

Das Besondere ist, dass sich die Filmemacher und Schauspieler ganz speziell an das afrikanische Publikum wenden. Es ist gar nicht vorgesehen, auf den Europäischen Markt damit zu gehen. Zumindest nicht auf den Markt, den weiße Europäer bedienen. Es sind spezielle für das dunkelhäutige Publikum gemachte Geschichten. Die Filme tauch auch eigentlich nicht in Kinos auf. Sie werden als CD’s in Afrika wie in Europa verkauft.

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Basel hat Afrika fest im Blick


Afrika und Europa sind auf vielfältige Arten miteinander verbunden. Die beiden Kontinente teilen nicht nur eine lange gemeinsame Geschichte, sondern auch Möglichkeiten und Herausforderungen der Gegenwart. So steht es auf der Homepage des Zentrums für Afrikaforschung der Universität Basel. Der Autor spricht mir aus dem Herzen.

Weiter im Text: Beides verlange nach einem gemeinsamen und interdisziplinären Ansatz um positive Resultate hervorzubringen. Ja – Gemeinsames Handeln ist immer gut. Zur Zeit ist das gegenseitige Wissen über einander noch begrenzt. Afrikaforschung in gleichberechtigter Zusammenarbeit mit afrikanischen Wissenschaftlern trägt zur Schaffung gemeinsamer Kompetenzen bei. So ist es!

Die Universität Basel ist ein Zentrum der Afrikaforschung in der Schweiz. Diese Entwicklung gründet auf einer langen Forschungstradition. Die sich in folgenden Einrichtungen wiederspiegelt: das Schweizer Tropeninstitut, das Museum der Kulturen, die Basler Afrika Bibliographien. In mehreren Disziplinen ist ein starkes Interesse an Afrika vorhanden.

Seit 2001 koordiniert das Zentrum für Afrikastudien Lehre und Forschung und bietet „African Studies“ an. Studierende zahlreicher Disziplinen können sich dort auf Afrika spezialisieren. Graduierte wurden schon für prestigeträchtige Doktorandenprogramme zum Beispiel in Oxford oder Chicago ausgewählt. Das Zentrum repräsentiert die Schweizer Afrikastudien und hat sich mittlerweile ein Netzwerk mit vielen Kontakten zu weiteren Forschungseinrichtungen aufgebaut. Es verfügt über eine Reihe an Partnerschaften und Übereinkünften mit afrikanischen Universitäten.

Aufbauend auf dieser Entwicklung hat die Universität Afrika zu einem ihrer strategischen Interessensgebiete erklärt. Ja – langsam werde ich zu einem echten Fan von Basel. Es gibt Forschungspartnerschaft zwischen der Schweiz und Südafrika mit dem Schweizerischen Tropeninstitut als führende Institution und eine Zusammenarbeit mit Tansania und der Elfenbeinküste. Entsprechend übernahm die Universität die dotierte Professur für afrikanische Geschichte im Jahr 2008 und schuf 2009 eine neue Professur für African Studies mit Gesellschaftswissenschaftlichem Profil.

Die strategischen Entscheidungen der Universität wurden durch die starke Initiative der Wissenschaftler mit Schwerpunkt Afrika an der Universität Basel unterstützt. Sie haben das  Kompetenzzentrum Afrika in die Wege geleitet, das 2008 von der Universität genehmigt wurde. Das Kompetenzzentrum Afrika wurde im Februar 2009 gegründet. Es baut auf den spezifischen Kompetenzen und Ressourcen an der Universität Basel auf und vereint zahlreiche Disziplinen, welche die beiden von der Universität in ihrer Strategie 2007 genannten Schwerpunkte (Kultur und Life Sciences) abdecken.

 

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Ein Zentrum für Afrika in Wien


In vielen afrikanischen Sprachen heißt das Institut für Afrikawissenschaften in Wien seine Gäste auf seiner Internetseite willkommen. Das macht uns Freude. Und allein schon deshalb hat es die Einrichtung verdient, in diese Sammlung von Instituten mit afrikanischem Einschlag aufgenommen zu werden.
Begründer der Afrikanistik an der Universität Wien ist Leo Reinisch (1832-1919), dessen Forschungstätigkeit jedoch sehr bald hauptsächlich der Sprachenwelt Nordostafrikas und Fragen der sogenannten „semitohamitischen“ Sprachverwandtschaft galt. Reinisch war 1896/97 Rektor der Universität Wien. Unter seinem Rektorat promovierte die erste Frau an der Alma Mater, die Ärztin Gabriele Posanner von Ehrenthal!
In der Zeit von 1873-1892 wurden afrikanistische Vorlesungen unter „Philologie, Altertumskunde und Linguistik“ angeboten, von 1893 -1922/23 am Orientalistischen Institut unter der Studienrichtung „ Allgemeine und vergleichende Sprachforschung und orientalische Philologie“.
 1923 wurde das „Institut für Ägyptologie und Afrikanistik“ als Vorläufer des heutigen Instituts von Hermann Junker (1877-1962), dem berühmten Ausgräber der Pyramidenfelder von Gizeh, gegründet.
Es bestand ein breitgefächerter Lehrbetrieb in zahlreichen afrikanischen Sprachen – beispielsweise Ewe, Fulfulde, Nubische Sprachen, Somali. Seit 1953 erfüllte Hans Günther Mukarovsky (1922-1992 einen Lehrauftrag zur afrikanischen Sprachwissenschaft. Er habilitierte sich 1963 und wurde – nachdem ein selbständiger Lehrstuhl für Afrikanistik in Wien errichtet worden war – 1977 auf denselben berufen, den er bis kurz vor seinem Tode innehatte. Neben seinen Forschungen zu Problemen großräumiger Sprachverwandtschaften galt sein Interesse – und besondere Förderung – auch stets der Geschichte und Gegenwart der afrikanischen Gesellschaften. Daher haben – neben historischer und deskriptiver Sprachwissenschaft – ebenso Geschichts- und Literaturwissenschaft, wie auch Politik und Länderkunde sämtlicher Staaten Afrikas am Wiener „Institut für Afrikanistik“, seit 1978 ein selbständiges Institut, eine Heimstätte gefunden. Seit 2007 heißt die Einrichtung „Institut für Afrikawissenschaften“. Es gibt zwei Professuren: „Geschichte und Gesellschaften Afrikas“ und „Afrikanische Sprachen und Literaturen“

Es bestehen Kontakte in Forschung und Lehre zu Universitäten in Tansanias, Nigeria und Burkina Faso sowie mit Afrikalinguisten und -innen weltweit. Es gibt verschiedene Publikationsreihen, die unter dem Dach des Instituts regelmäßig erscheinen:
– Stichproben – Wiener Zeitschrift für kritische Afriastudien
– Beiträge zur Sudanforschung
– Occasional Papers

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Über Zürich nach Afrika


Wir haben gesehen, dass es durchaus viele Möglichkeiten gibt, an deutschen Universitäten sich mit Afrika zu beschäftigen. Es geht auch in der Schweiz und in Österreich. Beispielsweise geht das am Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft an Universität Zürich.

Was 1886 mit der Habilitation des Mediziners und Mittelamerikaforschers Dr. Otto Stoll für das Gebiet Ethnographie und Anthropologie begann. Was bedeutet, er ist zum Professor geworden. Er war Gründungsmitglied der Ethnographischen Gesellschaft Zürich und wurde erster Direktor der „Sammlung für Völkerkunde“.

Mit der Gründung des Ethnologischen Seminars und des Völkerkundemuseums im Jahr 1971 wurde die Ethnologie ein selbständiges Fach. Seither stehen folgende Themen im Vordergrund: Wirtschaftsethnologie und Ökologie, politische Ethnologie und Rechtsethnologie, Verwandtschaftsethnologie, Ethnologie der Geschlechterbeziehungen, Ethnopsychoanalyse, soziale Bewegungen und Ethnizität sowie Entwicklungsethnologie. Seit 2014 haben sich das Institut für Populäre Kulturen, das Ethnologische Seminar und das Völkerkundemuseum zum Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft (ISEK) zusammengeschlossen. Im Bereich Ethnologie gibt es vier Lehrstühle.
Mit mehr als 2000 Sprachen und Kulturen und mit über einer Milliarde Menschen ist „Afrika“ kein Ort, den wir in einem einzigen Semester studieren können. Wie war ist doch dieser Satz, der im Internetauftritt des Instituts zu finden ist. Anstatt eines enzyklopädischen Überblicks gibt es deshalb im Studium ausgewählte Blicke auf die Vielfalt auf dem Kontinent. Das die sehr umfangreich ist, habe ich ja schon öfters durchblicken lassen.

Folgen wir weiter der eigenen Beschreibung des Instituts: „Durch die Auseinandersetzung meist westlicher Autoren mit unterschiedlichen kulturellen Phänomenen in Afrika wurden einige weitreichende theoretische Ansätze formuliert, die zum Teil bis heute in der Wissenschaft kritisch diskutiert werden. Wir werden uns einige dieser klassischen Texte der Ethnologie Afrikas ansehen und dabei auch nachverfolgen, wie sich die ethnologische Auseinandersetzung mit den Anderen verändert hat.“ Die Professoren wollen mit ihren Studenten vor allem der oftmals von außen dargestellten Sicht die Sicht der Afrikaner gegenüberstellen. Das ist gut so!

Einige „Schlaglicht-Themen“ dabei sind: die Geschichte des Kolonialismus, der Unterentwicklung und der Entwicklungshilfe; Gesellschaften ohne „Staat“; Straßenhandel und das Missverständnis der „informellen Wirtschaft“; Hexerei, Orakel und Magie als alternative Rationalität; Vorreiter oder Vandalen? Urbane Jugendkulturen in Afrika; Afrikanische Kunst und Kunst aus Afrika. Wir sehen also: Das Angebot ist sehr umfangreich.

Und dann werden noch zwei interessante Fragen aufgeworfen. Was hat unser Handy mit dem Krieg im Kongo zu tun? Warum hilft Europa kaum einmal bei ethnischer Gewalt? Ein Afrikastudium in Zürich scheint sich also durchaus zu lohnen.

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Wir bleiben in Berlin


Wie gesagt: Es ist kein Wunder, dass die Forscher über Afrika nicht zuletzt in Berlin zu Hause sind. Auf das Wirken großer Wissenschaftler wie Adolf Bastian und Rudolf Virchow, die im Jahr 1869 die „Berliner Gesellschaft für Anthropologie“ mitbegründeten, habe ich ja schon hingewiesen.

An der Freien Universität ist die Disziplin Ethnologie seit ihrer Gründung 1948 verankert und hat hier eine wechselreiche Geschichte durchlaufen. Wichtig war da bei nach eigener Aussage der Fokus auf die Regionalforschung und die Tatsache, interdisziplinär zu arbeiten.

Das Institut für Sozial- und Kulturanthropologie (früher „Institut für Ethnologie“)  befindet sich heute im Landoltweg in einer Villa mit Garten, die wenige Schritte von den Hauptgebäuden der Freien Universität sowie der Großen Mensa entfernt liegt. Im Jahr 2013 wurde ein weiteres Villengebäude in der angrenzenden Thielallee bezogen, in dem sich vorwiegend Büros von Lehrenden und anderen Mitarbeitern befinden.

Auch die Universitätsbibliothek und die Bibliotheken des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften, in die die ethnologische Sammlung im Jahr 2007 eingegliedert wurde, befinden sich in Laufnähe. Viele Studierende kommen regelmäßig ans Institut, um Lehrveranstaltungen zu besuchen oder sich im Rahmen des studentischen Cafés „goldfish“ bzw. im Institutseigenen Garten zu treffen. Neben den Studiengängen Sozial- und Kulturanthropologie wird am Institut für Sozial- und Kulturanthropologie der englischsprachige weiterbildende Master-Studiengang Visual and Media Anthropology angeboten. Alle drei Studiengänge vermitteln den Studierenden eine qualifizierte, an aktuellen Fachdebatten und globalen Problemen orientierte universitäre Ausbildung. So steht es zumindest auf der Homepage.

Regionalen Schwerpunkte setzen das östliche und südliche Afrika. Bei der Forschung spielen häufig Migrationszusammenhänge im europäischen Umfeld eine Rolle. Fünf Arbeitsstellen – Anthropologie der Emotionen, Medizinethnologie, Umweltanthropologie, Katastrophenforschung, Visuelle und Medienanthropologie – stellen, zusammen mit der Religionsethnologie und der Politik- und Rechtsanthropologie, übergreifende Forschungsschwerpunkte des Instituts dar.

Durch zahlreiche Drittmittelforschungsprojekte gehört das Institut für Sozial- und Kulturanthropologie nach eigener zu einem der forschungsstärksten Institute in Deutschland und verfügt ferner über viele internationale Netzwerke zu Partneruniversitäten im Ausland.

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Forschung über Afrika in Berlin


Berlin ist seit langer Zeit ein Zentrum der Kulturwissenschaften. Berühmte Namen wie Humbold oder Virchow sollen hier als Beispiel dienen. Da ist es eine klare Sache, dass auch Afrika in den Fokus der Forscher gerückt ist. Die deutsche Nachkriegsgeschichte wiederum ist schuld daran, dass es gleich zwei Universitäten in der Stadt gibt, die es gut mit dem Kontinent meinen. Eine steht im Westen, eine im Osten der Stadt.

Wollen wir mit der Humbold-Universität beginnen. Sie hat eine lange Geschichte – und steht im Osten der Bundeshauptstadt. Sie beherbergt das Institut für Asien- und Afrika-Wissenschaften. Seine Geschichte geht zurück ins 19. Jahrhundert. 1887 wurde das als Dolmetscherschule gegründete Seminar für Orientalische Sprachen eröffnet. Es sollte der wirtschaftlichen Expansion nach Asien dienen. Bald richtete sich der Blick auch nach Afrika. Nach dem Krieg entwickelte sich das Institut in seiner heutigen Form. Im Seminar für Afrikastudien werden drei Disziplinen angeboten: Geschichte Afrikas, Afrikalinguistik und afrikanische Literaturen und Kulturen. Es gibt also eine eigene Professur für die Geschichte Afrikas. Was einem Historiker wie ich es einer bin selbstveständlich besonders gut gefällt. Für alle diese Sparten sind die Sprachen von großer Bedeutung. Derzeiht werden Swahili, Sotho und Hausa gelehrt. „Im Seminar für Afrikawissenschaften verstehen wir afrikanische Geschichte als Teil der Weltgeschichte.

Wie jede andere Region der Welt hat der Kontinent im Laufe der Jahrtausende ganz eigene Formen gesellschaftlichen Zusammenlebens und der Betrachtung von Welt hervorgebracht. Wie jede andere Region der Welt war Afrika eingebunden in vielfältige Austauschprozesse. Was wir Europäer in der Vergangenheit oftmals als so anders beschrieben haben, erweist sich heute bei genauerem Hinsehen als durchaus vergleichbar mit Phänomenen, die wir auch andernorts beschreiben können gelehrt.“ So steht es auf der Internetseite des Instituts. Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Die Historiker schauen übrigens sehr weit zurück in die Vergangenheit. So läuft derzeit in Forschungsprojekt über Dinosaurier in Ostafrika.
Im Bereich Literatur reicht die Spannbreite von der mündlichen Erzählkunst bis hin zum Theater der Gegenwart. Im Bereich der Sprachen lernen die Studenten, die Grammatik vieler afrikanischer Dialekte zu untersuchen.

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In Leipzig gibt es Afrika schon lange.


Nachdem wir schon Universitäten, die sich mit Afrika beschäftigen, im Süden, Westen und Norden besucht haben, ist jetzt der Osten an der Reihe. In Leipzig begann die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Kontinent bereits im 19. Jahrhundert. Heutzutage hat sich längst das Institut für Afrikanistik etabliert.

Wie an anderen Orten wurde auch in Leipzig die akademische Beschäftigung mit Afrika wesentlich durch den kolonialen Kontext des späten 19. Jahrhunderts angestoßen. Die Menschen stellten erstaunt fest, dass es auch auf andern Kontinenten Menschen mit Kultur gibt. Da schau her!

In Leipzig entwickelte sich die Afrika-Forschung zunächst im Rahmen von an der Universität angesiedelten Einzeldisziplinen, namentlich der Sprachwissenschaft, Ethnologie und Geographie: Der Sprachwissenschaftler Hans Stumme half mit, die Orientalistik mit afrikanischen Sprachen zu erweitern. 1930 ein „Institut für Afrikanische Sprachen“ eingerichtet. Außerdem gab es eine Professur für „Anthropologie, Ethnographie und Praehistorie“. Schließlich fand Afrika auch im Rahmen der 1915 geschaffenen Professur für „Kolonialgeographie und Kolonialpolitik“ verstärkt Beachtung.

Nach einem Brachliegen der Afrika-bezogenen Lehre und Forschung in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg rückte Afrika durch die Unabhängigkeitsbewegungen ab Ende der 1950er Jahre  wieder in den Fokus des politischen und wirtschaftlichen Interesses – und fand damit erneut Eingang in die Lehr der Universität Leipzig.

Ab 1960 wurde Leipzig – in Abgrenzung zu der stark linguistisch geprägten Afrika-Forschung an der Berliner Humboldt-Universität – als multidisziplinär und marxistisch-leninistisch ausgerichtetes Zentrum der Afrika-Forschung in der DDR ausgebaut.

Seit 1993 besteht ein Institut für Afrikanistik, das mit den drei bis heute existierenden Professuren ausgestattet wurde. Mitte der 1990er Jahre wurde der Aufbau-Studiengang „Small Enterprises Promotion and Training“ (SEPT) hinzugefügt.

Neben dem Erlernen afrikanischer Sprachen (Kiswahili und Hausa) können sich die Studenten in Leipzig mit folgenden Themen auseinandersetzen: afrikanische Literatur, Geschichte und Kultur des Kontinents, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft des Kontinents. Sie erhalten unter anderem Einblick in die Geschichte verschiedener Regionen, über die Entwicklung der Sprachen oder auch über Handelsbeziehungen in Afrika.

Es gibt Kooperationen mit Universitäten in Äthiopien, Südafrika und Kamerun. Die Studierenden sind durchaus aufgerufen, einen Teil ihres Studiums an diesen Unis zu absolvieren.

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Vom Norden in den Süden geblickt


Forschung und Lehre über Afrika, afrikanische Sprachen und afrikanische Kultur hat in Hamburg schon eine lange Tradition. Die Stadt ist ein weiterer „Hotspot“ für Studenten und Studentinnen, die sich für Afrika interessieren. Um dieses neudeutsche Wort einmal zu verwenden. Vielleicht ist es ja kein Zufall, dass auch der Afrikaverein der deutschen Wirtschaft dort seinen Sitz hat.

Bereits 1909 wurde am Hamburger Kolonialinstitut ein Lehrstuhl für afrikanische Sprachen eingerichtet. Damit zählt die Abteilung für Afrikanistik und Äthiopistik zu den wissenschaftlichen Einrichtungen, die älter sind als die Hamburger Universität selbst. Was mit einer Afrikanistik-Professur am Seminar für Kolonialsprachen begann, hat sich schnell zu einer eigenständigen akademischen Disziplin entwickelt und ist seit Gründung der Universität 1919, zunächst als Seminar für afrikanische Sprachen und nach diversen Umbenennungen nun als Abteilung für Afrikanistik und Äthiopistik des Asien-Afrika-Instituts in Forschung und Lehre etabliert.

Bis zum heutigen Tag ist die Hamburger Uni die einzige in ganz Deutschland, bei der die Forschungen über Äthiopien so im Mittelpunkt stehen. Seit 1970 hat dieser Bereich mehr und mehr an Bedeutung gewonnen.
Mit der Geschichte der Forschungen in Hamburg sind die Namen so bekannter Afrikanisten wie Carl Meinhof, August Klingenheben und Johannes Lukas verbunden. Lukas hat eine Reihe von Schülern herangebildet, die bis in die jüngste Vergangenheit das Fach an deutschsprachigen Universitäten vertraten. So weiß es die Chronik der Hamburger Uni.

Konkret wird der Studiengang „Afrikanische Sprachen und Kulturen“ angeboten. Bei den Sprachen stehen Amharisch, Hausa und Swahili im Mittelpunkt. Letztendlich wird damit der gesamte Kontinent abgedeckt. Es sind wichtige Sprachen im westlichen und östlichenTeil Afrikas sowie in Äthiopien. Ein Aufenthalt in Afrika südlich der Sahara während des Studiums ist obligatorisch.

Im Rahmen der Forschung kümmern sich die Afrika-Experten aus Hamburg nicht zuletzt um textliche Quellen aus Afrika. So haben sie beispielsweise christliche und islamische Texte aus Äthiopien digital erfasst und gesichert. Sie beschäftigen sich mit afrikanischer Literatur und vielem mehr.

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