Monatsarchiv: September 2016

Ein gigantisches Institut für Afrika


Die bekannten „K’s“ prägen nach wie vor das Bild von Afrika. Leider ist das so. Gemeint sind Kriege, Katastrophen und Korruption. Dass es Länder gibt – etwa Angola oder Botswana – die sich zu aufstrebenden Wirtschaftsnationen entwickelt haben, bleibt da oftmals außen vor. Und kleinere Fortschritte, wie es sie beispielsweise durchaus in Nigeria gibt, werden schon gleich gar nicht gesehen. Dem Giga-Institut in Hamburg fällt das sehr wohl auf.

Die Forscher aus der Einrichtung blickten ganz intensiv auf Afrika. Übrigens: Ich will mich hier nicht als großer Wirtschaftsexperte darstellen. Der bin ich bekannter Weise nicht. Die Situation in Angola und Botswana schätzen eben die Experten des Instituts ein. Der Name der Einrichtung kommt vom ihrem englischen Namen her: German Institute of Global und Area Studies.

Seit dem Jahr 1963 forscht das GIGA Institut für Afrika-Studien über Politik und Wirtschaft auf dem Kontinent. Dabei konzentriert es sich auf die Gebiete südlich der Sahara. Kern der Forschung sind Strukturen wie Parteien, Wahlsysteme und Verfassungsgerichte. Es geht um Konflikte um Ressourcen und religiöse Dominanz. Geblickt wird auf ausländische Investitionen und ihre Folgen und afrikanische Führungsmächte. Die Wissenschaftler saugen sich das nicht alles aus den Fingern. Sie arbeiten mit Partnern vor Ort zusammen. So entstehen fundierte Analysen, die öffentlichen wie privaten Entscheidungsträgern als wichtige Informationsquellen dienen. Da sind sich die Forscher sicher.

Es handelt sich laut eigener Aussage um ein deutschlandweit einzigartiges Institut. Kein weiteres befasse sich kontinuierlich mit den Entwicklungen im gesamten Afrika südlich der Sahara. Es sieht sich als Knotenpunkt für die Afrika-interessierte Öffentlichkeit in der Bundesrepublik wie auch für europäische Forschungseinrichtungen. Dass in dieser Richtung angeschoben werden muss, habe ich hier ja schon des Öfteren gefordert. Ein Teil des Instituts sind das Sekretariat der Vereinigung für Afrikawissenschaften in Deutschland und der Vorstand der Africa-Europe Group for Interdisciplinary Studies. Zudem publiziert das Institut die im Social Science Citation Index gelistete Zeitschrift Africa Spectrum und ist Mitherausgeber vom Afrikc Yearbook.

Darüber hinaus bringen die Wissenschaftler immer wieder Informationen in Buchform oder als Aufsätze unter die Menschen. Was wichtig ist, denn das Wissen über die Zusammenhänge auf dem afrikanischen Kontinent lässt in der Breite ja weiterhin zu wünschen übrig. Die Forscher agieren darüber hinaus als Berater der verschiedenen politischen Gremien in Deutschland. Mit ihrer Arbeit sorgen die Experten aus Hamburg also dafür, dass sich Vorurteile über die Afrikaner abbauen. Sie machen also gute Arbeit.

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Afrika ist eine Reise Wert


Es ist jetzt sicherlich nicht meine Aufgabe, für bestimmte unternehmerische Ideen Werbung zu machen. Allerdings ist das, was Mingleafrica bietet, einfach gut. Und entspricht ganz meiner Geisteshaltung. Afrika so zu zeigen, wie es wirklich ist. Und deshalb stelle ich euch dieses Reiseunternehmen eben doch vor. 

Die Macherinnen versprechen einen Blick hinter die Kulissen – fernab aller gängigen Klischees, die es da geben mag. Sie bieten Studien- und Bildungsreisen. Angesprochen werden dabei Themen wie Politik und Geschichte, Kunst und Kultur, Natur- und Artenschutz, Wirtschaft, Stadtentwicklung und Architektur. Hier einige Beispiele: Zu erleben ist modernes Schauspiel am Nationaltheater Uganda, der Zauber vom Jazz in der kosmopolitischen Metropole Kapstadt. Vorkoloniale Hochkulturen beeindrucken in der Tat. Wer Tierforschern über die Schultern schauen will, der kommt ebenso auf seine kosten. Und auch im Alltag eines südafrikanischen Townships können die Urlauber landen. 

Das Englische To Mingle bedeutet übrigens sich unter die Leute zu mischen. Genau das sei die Idee: Die Macherinnen wollen ausgetrampelte Touristenpfade verlassen, den Menschen vor Ort auf Augenhöhe begegnen und den Facettenreichtum der Reiseländer kennenlernen. Das gehe leider nur in kleinen Reisegruppen von vier bis 12 Personen. Auf die warten dann Vorträge lokaler Experten aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, aber auch Zeitzeugengespräche und Kulturveranstaltungen. Bei der Planung dieser Reisen sei es wichtig, dass alle Beteiligten vom Tourismus profitieren. Das sei die Forderung an sich selbst. Deshalb seien in die Vorbereitungen lokalen Partnern fest eingebunden. Es gehe um eine nachhaltige und faire Strategie. 

Die Macherinnen des Projekts wissen wovon sie sprechen. Alle haben sie Lebens- und Berufsjahre auf dem afrikanischen Kontinent hinter sich oder sind Expertinnen in Sachen Tourismus. 

Leider gibt es noch keine Reisen nach Westafrika im Angebot. Was mich traurig stimmt. Bin ich doch ein Fan dieses Teils des Kontinents. Dass sie aber bisher die Reiseziele auf einige wenige Länder (v. a. Südafrika und Uganda) beschränkt haben, spricht nun Mal für die Inhaberinnen dieses Unternehmens. Sie bringen ihre Gäste nur dorthin, wo sie sich auskennen. Wo sie selbst Erfahrungen gesammelt haben. 

Und dann kann ich das auch hinnehmen. Was mir besonders gefällt: Eine der Reisen nach Uganda ist ein Workshop für junge Menschen von 18 bis 25 Jahren. Sie können sich dabei mit Entwicklungspolitik auseinandersetzen, eine fremde Kultur kennenlernen, Experten der UNESCO und anderer Organisationen kennenlernen. So etwas baut Vorurteile ab und bringt dazu ein Plus im Lebenslauf. Das ist einfach nur gut.

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Afrika geht auch als Naturparadies


Afrika kann trotz aller Probleme nach wie vor mit seiner Natur punkten. Das steht außer Frage. Und das sehen auch Forscher des Senckenberg-Instituts und der Universitäten von Frankfurt, Ouagadougou, Rostock und Mainz so. Sie haben eine absolut interessante Datenbank auf die Beine – und ins Internet – gestellt. Dort sind als 3500 Pflanzenfotos zu mehr als 700 Arten zu finden. Aber es geht um mehr als einfache Fotos. 18 wichtige Merkmale wurden für die abgebildeten Arten erfasst und helfen den Botanikern, Pflanzen zu bestimmen

Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung wurde bereits 1817 von engagierten Frankfurter Bürgern als Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft gegründet. Sie ist Träger des obigen Instituts. Heute ist sie eine der wichtigsten Forschungseinrichtungen rund um die biologische Vielfalt. Sie beherbergt außerdem mit dem Frankfurter Haus eines der größten Naturkundemuseen in ganz Europa.

Gemäß ihrer langen Tradition sei es „Aufgabe der Gesellschaft, Naturforschung zu betreiben und die Ergebnisse der Forschung durch Veröffentlichung, durch Lehre und durch ihre Naturmuseen der Allgemeinheit zugänglich zu machen“. So steht es nach eigenen Worten in der Satzung der Gesellschaft. Das sei heute wichtiger als je zuvor, denn dank moderner Naturforschung könnten Antworten auf dringliche Fragen der Gegenwart gefunden werden, wie zum Beispiel zum Natur- und Klimaschutz. Da können wir nur zustimmen. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) ist Träger der sechs Senckenberg Forschungsinstitute und der drei Naturkundemuseen. Die Internetseiten der verschiedenen Organisationen geben weitere Informationen.

Noch einmal zurück zur Datenbank: Die ist für Pflanzenfreunde wohl eine richtiggehende Muse. Denn es ist möglich, konkret nach bestimmen Pflanzen Ausschau zu halten. Wir können da in West- oder Ostafrika beispielsweise auf die Suche gehen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, bestimmte Merkmale von Pflanzen in die Suchmaschine einzugeben. Und so auf bestimmte Typen zu kommen. Welche Art von Früchten? Welche Art von Blättern? Welche Farbe? Und so weiter. Fast schon selbstverständlich: Auch Literaturhinweise bleiben nicht aus.

Es bleibt nicht aus, dass die Seite in englischer Sprache aufscheint. Schließlich sollen Botaniker und Pflanzenfreunde aus aller Welt ihre Freude an ihr haben. Diejenigen, die sie auf die Beine gestellt haben – und das weiter tun – haben sich auf alle Fälle jede Menge Mühe gemacht.

 

 

 

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Afrika kommt ganz gewaltig


„Afrika kommt“. Bei dieser Ankündigung werden AfD und Pegida nervös. Unternehmer, die ein wenig nachdenken, bevor sie agieren, freuen sich da eher. Und am Ende haben beide Seiten etwas davon. Menschen, die auf dem afrikanischen Kontinent leben und arbeiten wollen – und ihre deutschen Arbeitgeber auf Zeit.

Um was geht es hier eigentlich? Wird sich jetzt der eine oder andere von Euch fragen.Darum: Mittlerweile sind es knapp hundert Nachwuchskräfte, die seit 2008 an „Afrika kommt!“ teilgenommen haben. 19 führende deutsche Unternehmen gründeten die Initiative. Sie nehmen Stipendiaten auf und möchten sie zu Führungskräften fortbilden.Hinter dem Projekt steht die GIZ – die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit. Es soll Brücken bauen zwischen der deutschen und der afrikanischen Wirtschaft.

Die Stipendiaten sind Hochschulabsolventen mit ein paar Jahren Berufserfahrung. Sie besuchen vor ihrer Reise nach Europa einen Deutschkurs und vertiefen dann ihre Sprachkenntnisse in Deutschland. Während des einjährigen Aufenthalts in Deutschland besuchen sie mehrere Managementkurse für Führungskräfte. Darin geht es um Themen wie Projekt- und Change-Management oder interkulturelle Kommunikation. Dieses Wissen nutzen sie später in ihrem Heimatland.

Aber auch die deutschen Unternehmen profitieren. Sie gewinnen neue Partner, haben etwas davon, dass die jungen Kräfte Wissen über Kultur und Märkte in Afrika mitbringen.

Auf der anderen Seite können die Firmen neue Partner in Afrika gewinnen. „Die Unternehmen profitieren von dem Wissen und der Erfahrung der Stipendiaten über Kultur und Märkte in Afrika. So trägt die Initiative dazu bei, dass zwischen der deutschen und afrikanischen Wirtschaft weitere Brücken gebaut werden.“

Die Zusammenarbeit geht nach dem Aufenthalt in Deutschland weiter. Nach der Rückkehr in ihre Heimatländer bleiben die Nachwuchsführungskräfte über die Netzwerke der GIZ miteinander in Verbindung. Zudem helfen sie bei der Kandidaten-Auswahl für zukünftige Jahrgänge. Es bewerben sich tausende Afrikaner für das Projekt. Bei diesem Gedanken werden Afd’ler und Pegida-Anhänger wohl noch nervöser. Ich freue mich darüber. Mir macht das Mut.

Mehr über das Projekt gibt es unter anderem auf der Webseite http://www.alumniportal-deutschland.org

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