Monatsarchiv: Februar 2017

Wieder viel Kultur aus Afrika


Es ist schon, dass ich Euch wieder einige Ausstellungen zur afrikanischen Kultur näherbringen darf.

Stolen Moments. Namibian Music History Untold: Das klingt doch absolut interessant. Wieder einmal hat das Iwalewahaus der Uni in Bayreuth etwas spannendes aus dem Hut gezaubert. Die Geschichte der namibischen Populärmusik in der Zeit der 1950er und Ende der 1980er Jahre steht im Zentrum der Schau. Sie ist eine Kooperation des Iwalewahaus und der Stolen Moments Research Group aus Windhoek, Namibia. Das im Rahmen des TURN Fonds für künstlerische Kooperationen zwischen Deutschland und afrikanischen Ländern von der Kulturstiftung des Bundes geförderte Ausstellungsprojekt beleuchtet – 26 Jahre nach der Unabhängigkeit Namibias – erstmals die Musikkultur der Townships, die in Zeiten der Apartheid unterdrückt und ins Abseits gedrängt wurde. Die Ausstellung ist bis zum 30. April zu besichtigen.

www.iwalewahaus.uni-bayreuth.de/de/program/20161104_Stolen-Moments/

 

Welten der Muslime: Das ist nun ein Thema, das gerade jetzt sinnvoll ist. Seriöse Informationen über diese Mitmenschen schaden nicht. Das Fachreferat „Nordafrika, West- und Zentralasien“ des Ehtnologischen Museums Berlin zeigt eine Dauerausstellung in eigens dafür renovierten Räumlichkeiten. Seit der Eröffnung des damaligen Museums für Völkerkunde 1970 können damit zum ersten Mal ethnographische Sammlungen aus muslimischen Gesellschaften der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Auf fas 90 Quadtratmetern in vier Ausstellungsräumen behandet die Schau Themen, die für die Selbst- und Fremdwahrnehmung von Muslimen bis heute eine wichtige Rolle spielen: Am Beispiel von Architekturteilen wie einer reich verzierten Wand eines Gästehauses wird die geschlechtsspezifische Nutzung von Raum und die heute kontrovers diskutierte Zuordnung der Frau zum privaten, die des Mannes zum öffentlichen Raum thematisiert. Die Ausstellung ist noch bis Ende des Jahres zu sehen.

www.smb.museum/ausstellungen/detail/welten-der-muslime.html

 

Flow of Forms/Forms of Flow – Designgeschichten zwischen Afrika und Europa: Im Zentrum der Ausstellung stehen Gestaltung und Design in Afrika. Es geht um den Formenaustausch zwischen Europa und Afrika. Die Ausstellung an den Global Turn in den Kunst- und Designwissenschaften schließt sich an: Designgeschichten global zu verorten bedeute einerseits von Gestaltung als einer überall anzutreffenden Praxis auszugehen, andererseits verbinde sich damit auch eine kritische Haltung gegenüber dem eurozentristischen Blick. So heißt es von den Organisatoren. Anstelle einer einseitig (westlich) geschriebenen Designgeschichte sollen somit vielfältige Designgeschichten entstehen. Die Schau ist an vier Ausstellungsorten zu sehen: Formen der Moderne (Museum Fünf Kontinente, Maximilianstraße 42); Formen der Kooperation/Partizipation (Kunstraum, Holzstraße 10); Stoff-Wechsel (in den Räumen der Galerie Karin Wimmer, Amalienstraße 14); Transform(N)ation und Spekulative Formen (beide Architekturmuseum d in der Pinakothek der Moderne, Barer Straße 40). Flow of Forms/Forms of Flow ist ein Forschungs- und Ausstellungsprojekt des Instituts für Kunstgeschichte der LMU München. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 13. März.

https://formflowblog.wordpress.com/

 

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Indego Africa – eine tolle Kunstinitiative


Kann Europa alle Flüchtlinge aus Afrika aufnehmen? Kann Europa alle Afrikaner aufnehmen? Selbstverständlich kann es das nicht. Und das verlangt ja auch keiner. Allerdings dürfen wir uns nicht wundern, wenn viele Afrikaner kommen wollen. Wenn diese in der Heimat keinen sinnvollen Broterwerb finden. Und da dürfen wir um jede Initiative dankbar sein, die sich eben genau darum kümmern.

Indego Africa ist so eine Initiative: Sie kümmert sich um Frauen aus Ruanda. Sie will genau gesagt, Kunsthandwerkerinnen helfen, ihre per Hand hergestellten Kunstwerke weltweit zu vermarkten. Die Initiative gibt es bereits seit 2007. Gleichzeitig geht es darum, den Frauen beizubringen, wie sie für ihr Kunsthandwerk Werbung machen können. Seit 2014 gibt es auch eine Akademie mit Sitz in Kigali, die den Frauen Unterricht in Wirtschaftsdingen geben will. Auf diese Weise werden sie ausgebildet, können in ihrem Land bleiben und müssen ihre Heimat nicht verlassen. Und sind auch nicht auf einen Ehemann angewiesen.

Die Gründer der Initiative waren seinerzeit Matt und Tom Mitro – Vater und Sohn. Die Gefahr der Armut bekämpfen, die Künstlerinnen mit dem globalen Markt verbinden. Das war – kurz gesagt – das Ziel. Alles begann damals nach eigener Aussage mit 30 Frauen aus Kigali. Der Hauptstadt von Ruanda. Sieben Jahre später waren es schon 600 Frauen, die ihre Waren mittels einer Internetseite verkaufen konnten

Die Einrichtung prüft ihre eigene Arbeit und zeigt, dass die Mitglieder auch Erfolg haben. Es gibt eindeutige Zahlen, die das belegen. Das ist so und das sollte uns alle freuen. Da verweise ich noch einmal auf den Einstieg dieses Posts. So wiesen beispielsweise 2013 69 Prozent der teilnehmenden Künstlerinnen immerhin einen Verdienst von mehr als 1,5 Dollar am Tag auf. 2010 waren es noch lediglich drei Prozent. 89 Prozent der Teilnehmer erklärten, die Hilfe von Indigo Africa habe ihnen geholfen, ihr kleines Unternehmen sinnvoll aufzubauen. 54 Prozent von allen haben es geschafft, außerhalb der Kooperative Fuß zu fassen. Und über drei Viertel von ihnen haben es geschafft, ihre Kinder in die Schule gehen zu lassen, 90 Prozent können sich Gesundheitsvorsorge leisten. Um diese Dinge geht es. Also seid alle froh, dass es in Afrika solch Erfolgreiche Initiativen gibt.

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Wieder ein Besuch um Museum


Vor einiger Zeit hatte ich Euch größere Museen vorgestellt, die sich mit Kultur, Geschichte und Kunst aus Afrika auseinandersetzen. Es gibt aber auch kleinere Häuser und private Sammlungen, die sehenswert sind. Also fangen wir einmal an:

Umuzi-Afrika-Haus Freiburg: Arthur Benseler reiste 30 Jahre durch Afrika. Und trug auf diese Weise eine Sammlung zeitgenössischer afrikanischer Kunst zusammen. Sie wurde von der Stadt Freiberg am Neckar durch eine Kollektion afrikanischer Malerei ergänzt. In seinem eigenen Haus ist Ausstellungsraum eingerichtet. Die Sammlung umfaßt circa 150 Gemälde und Skulpturen. Sie ist jeden Sonntag von 16 bis 18 Uhr zu bewundern.

http://de.wikipedia.org/wiki/Afrika-Haus_Freiberg
Adlhausermuseum Freiburg: Der Themenschwerpunkt liegt bei der Kulturgeschichte außereuropäischer Völker. Ausgestellt sind Objekte aus Schwarzafrika, der Hochkulturen Asiens, von indianischen Völker Südamerikas sowie der Südsee und Australiens. Hin und wieder gibt es auch Sonderausstellungen. Das Haus ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. 
http://www.grafischewerkstatt.de/adelhausermuseum/ 
Privates Maskenmuseum in Diedorf: Das Haus liegt in der Nähe von Augsburg. Es zeigt 5000 Masken aus allen Weltkulturen, darunter schwerpunktmäßig allein 1500 Masken aus Afrika. Die Ausstellung erstreckt sich über vier eng bestückten Geschoße eines alten Bauernhauses. Hin und wieder gibt es darüber hinaus Sonderausstellungen. Der Bestand ist auf einer Foto-CD gegen Gebühr erhältlich. Grundsätzlich kann Sonntag bis Mittwoch von 17 bis 22 Uhr geöffnet sein – allerdings nur nach telefonischer Vereinbarung. Ein Anruf zehn Minuten vorher genüge laut den Organisatoren. In den bayerischen Schulferien ist meist geschlossen.

http://www.maskenmuseum.de

Walther Collection: Hier haben wir es mit einer internationalen Privatsammlung zu tun. Sie konzentriert sich auf zeitgenössische Fotografie und Videokunst. Sie umfasst schwerpunktmäßig Arbeiten von Künstlern aus Afrika und Asien. Zu sehen sind unter anderem Werke von David Goldblatt, Seydou Keïta und Malick Sidibé. Ein Besuch ist möglich von Donnerstag bis Sonntag – aber nur nach Vereinbarung Öffnungszeiten: Do – So und nach Vereinbarung.

http://www.walthercollection.com

Sammlung der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg: Es gibt einen Völkerkundesaal mit Teilen der reichen ethnologischen Bestände aus Afrika und der Südsee. Darunter befindet sich eine Dauerausstellung West- und Zentralafrika mit Ausstellungssaal Sahara. Das Museum ist von Sonntag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

http://www.naturhistorischesmuseumnuernberg.de

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