Beiträge mit dem Schlagwort: Mali

Heilige Männer für Afrika


Sankt Augustin ist seit 1913 eine Niederlassung der Steyler Missionare. 1875 durch den hl. Arnold Janssen im niederländischen Steyl gegründet, arbeiten heute Patres, Brüder und Schwestern in mehr als 60 Ländern der Erde. Sie wollen dort den Menschen nicht nur den Glauben an Gott näher bringen. Uns in Europa wollen sie die Kulturen der Welt näherbringen. 

Und so entstand das Haus Völker und Kulturen. Es ist ein feines Völkerkundemuseum. Kunst- und Kultgegenstände aus Afrika nehmen darin einen breiten Raum. Besonderes Gewicht wird auf solche Gegenstände gelegt, die den Menschen in seiner Beziehung zu den übermenschlichen Mächten darstellen.

Die Objekte sind daher nicht in erster Linie als Kunstobjekte zu verstehen, sondern als sakrale Gegenstände mit religiösen Funktionen. So ist es in der Beschreibung im Internet zu lesen. Ihren eigentlichen Sinngehalt beziehen sie aus der Religion. Nur von hier aus werden sie für uns in ihrem Innersten verständlich. Es gibt eine eigene Abteilung „Christliche Kunst in Afrika.“ Im Mittelpunkt steht dabei Äthiopien.

Das Haus in der Arnold-Janssen-Straße 26 ist jeden ersten Sonntag im Monat von 10.30 bis 17 Uhr geöffnet. Es ist mit den Bonner Straßenbahnlinie 66 zu erreichen.

Die Mönchsgemeinschaft der Franziskaner betreibt ebenso ein Völkerkundemuseum. Wir können das Forum der Völker es in Werl finden. Seit 1909 brachten Missionare immer wieder Gegenstände aus aller Welt mit nach Deutschland. Das war der Grundstock des Hauses, das letztlich 1962 errichtet wurde. 

Schautafeln und Fotos informieren über Landschaften, Kulturen und Wirtschaftsformen. Vier Völker werden genauer vorgestellt: Die Dogon und die Senufo in der Savanne von Mali und der Elfenbeinküste sind Ackerbauern mit einer großen Handwerkstradition. Die Arbeiten ihrer Schnitzer und Metallgießer sind Ausdruck religiöser Vorstellungen. Buschgeister in Form kleiner Figuren sollen Gesundheit, Ernteglück und Wohlergehen herbeiführen. Eine Dorfszene mit Fassadenpfählen eines Männerversammlungshauses, mit Webstuhl, Kochplatz und Töpfereierzeugnissen der Frauen, gibt Einblick in das häusliche Leben und die Arbeitsteilung.

Im Gebiet des heutigen Ghana entstanden einst durch Goldvorkommen Machtzentren mit hoher Prachtentfaltung. Von den Ashanti sind Goldschmuck, goldbesetzte Kappen und seidene Gewänder ausgestellt, von den Baule Holzschnitzereien und Orakelarrangements. Masken und Musikinstrumente erzählen von Krisen, Übergangsfesten, Geheimnissen, Verwandlungen, Lebenskraft und Lebensfreude der Menschen.

Die der Natur angepasste Lebensweise der Nomaden spiegelt sich in Kleidung und Gerät der Massai aus Kenia und anderer viehzüchtender Stämme aus Ostafrika wider. Die Ebenholzschnitzereien, aus einem ganzen Baumstamm herausgearbeitet, wiesen die Makonde aus dem Grenzgebiet von Mosambik und Tansania als hervorragende Schnitzer aus. Moderne Plastiken, “Family trees” (Lebensbäume), Geisterdarstellungen und christliche Motive beeindrucken durch Material und Komposition. 

Das Museum befindet sich in der Melsterstraße 15. Es ist Dienstag bis Freitag von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Samstag und Sonntag ist die Ausstellung von 14 bis 17 Uhr zu besichtigen. Erwachsene zahlen vier Euro Eintritt, Kinder deren zwei. Führungen kosten 20 Euro.

 

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Auf geht’s zum Afrika Alive Festival


Noch herrschen ja kalte Temperaturen, Schnee und Eis erwartet uns vor der Haustüre. So mancher denkt da schon an den Sommer, freut sich über sonnige Zeiten. Nicht zuletzt, weil landauf landab interessante Afrikafeste auf Besucher warten. Wer das und die warme Jahreszeit nun gar nicht mehr erwarten kann, dem sei gesagt: Das Festival Africa Alive in Frankfurt kann da die Zeit bestens verkürzen. Es findet vom 29. Januar bis zum 7. Februar an verschiedenen Standorten in der Mainmetropole statt. 

Der Name ist Programm: Gezeigt wird das Leben auf dem Kontinent in all seinen Farben. Im Zentrum steht afrikanische Kultur. Dabei stehen Filme im Mittelpunkt, bei denen Afrikaner die Hauptrollen spielen und der Kontinent nicht nur als Kulisse dient. So ist es ja oft – gerade bei Literaturverfilmungen. Dazu gibt es Podiumsdiskussionen, Ausstellungen, Konzerte sowie ein Kinder- und Jugendprogramm. Schwerpunkte sind heuer Mali und die gesamte Region Westafrika. Das gesamte Programm ist auf der Hompage des Festivals zu erfahren.

 Das Projekt hat sogar schon die Aufmerksamkeit der Unesco erregt. Dem negativen Image Afrika soll ein realistisches Bild gegenübergestellt werden. Der Satz könnte jetzt von mir sein – stammt aber von den Organisatoren. Womit sie mich mit im Boot haben. Hinter dem Projekt stehen engagierte Privatpersonen – auch so kann man seine Freizeit sinnvoll gestalten. Es müssen keine Spaziergänge durch das kalte Dresden sein. Aber zurück zum Thema. Mit im Boot sitzen Frankfurter Kultureinrichtungen, Initiativen und Vereine. Zu nennen sind da unter anderem das Deutsche Filmmuseum und die Frankfurter Volkshochschule. Ziel ist der Dialog zwischen den verschiedenen Kulturen.

Die Veranstaltungsreihe soll auch dazu dienen, afrikanischen Künstlern in Europa eine Bühne zu bieten. Das zeigt sich unter anderem dabei, dass sich unter die Filme viele Erstlingswerke geschlichen haben. Gut so! Es gibt im Laufe der einzelnen Veranstaltungen Einblicke in die Geschichte Malis. Die aktuellen Probleme des Landes werden aber nicht ausgeblendet.

Ich finde, die Protagonisten sollten schon einmal namentlich genannt werden – was ich hiermit auch tue: Natascha Gikas, Irina Grassmann, Dasitu Kajela Röttger, Margrit Klingler-Clavijo, Muepu Muamba, Maria Németh, Moussa Ouedraogo, Klaus-Peter Roth, Vera Thümmel und Aboubakary Togba

Für die einzelnen Veranstaltungen beläuft sich der Eintritt zwischen fünf und 23 Euro.

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