Monatsarchiv: Juli 2016

Tolle Streifen über Afrika in Köln


Ich habe das hier schon öfters gesagt: Wenn Afrika im Fernsehen kommt, geht es häufig um die K-Themen. Krisen, Korruption, Kriege usw. Da ist es schön, dass es Veranstaltungen gibt, die ein ausgewogenes Bild liefern möchten. Und die es überhaupt möglich machen, per Film etwas über diesen interessanten Kontinent zu erfahren. Das Afrika Film Festival  in Köln ist so eine segensreiche Einrichtung.

Das Festival findet heuer bereits zum 14. Mal statt. Und hat ein besonderes Motto: Es ist überschrieben mit diesem Titel „Sisters in African Cinema“. Es geht also vor allem um das weibliche Geschlecht. Vom 15. Bis zum 29. September werden preisgekrönte Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme gezeigt. Die alle bereits bei wichtigen afrikanischen Filmfestivals wie in Ouagadougou, Tunis, Durban oder Sansibar aufgeführt worden sind. Außerdem gibt es Produktionen aus de so genannten Diaspora. Das sind Filme, die um afrikanisch stämmige Menschen von anderen Kontinenten handeln – oder die von solchen gedreht worden sind.

Während des Festivals ist die gesamte Stadt ein einziges Filmtheater. Denn es findet an nicht weniger als 50 einzelnen Schauplätzen statt. Neben den reinen Kinovorführungen gibt es eine Podiumsdiskussion, mehrere Livekonzerte, eine Ausstellung zum Thema, eine Lesung sowie spezielle Vorführungen für Kinder und Schulen.

Dahinter steht die Filminitiative Köln. Dieser Verein besteht sei 1988 und will solchen Streifen eine Chance geben, die bei gewerblich geführten Kinos zur selten zum Zuge kommen. Und da ist es – leider – nicht verwunderlich, dass Afrika im Laufe der Zeit in den Fokus gerückt ist. Dafür Reisen die Initiatoren sogar selbst auf dem Kontinent, um bei Filmfesten dort nach Perlen für die eigene Veranstaltung zu suchen.

Es gibt noch einen weiteren Grund, den Verein für seine Arbeit zu loben. Mit der Zeit ist eine Datenbank zum afrikanischen Film entstanden. 758 Streifen sind darin aufgeführt. Nicht nur darin – sondern auch auf der Internetseite der Organisation. Zu finden sind jeweils alle wichtigen Infos zu dem jeweiligen Film. Dazu gibt es zusätzliche Auflistungen. Wir können Filme zu bestimmten Ländern und Regionen suchen. Dazu gibt es eine thematische Aufgliederung und eine nach Personen.

Bestimmte Filme können über die Filminitiative auch ausgeliehen oder als DVD gekauft werden. Und wer selbst eine Filmreihe über Afrika auf die Beine stellen will, der darf sich gerne an den Verein bezüglich Unterstützung wenden. Im Internet gibt es Informationen dazu.

PS: Ich mache jetzt erst einmal zwei Wochen Urlaub. Danach komme ich wieder.

 

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Viel Afrika im Frankenland


Mit den Menschen aus dem Frankenland hat es ein Niederbayer, wie ich einer bin, ja nicht immer so leicht. Die Verständigung ist nicht so einfach. Oder versteht ihr diesen komischen Dialekt. Allerdings tut sich hoch oben in Franken – in Bayreuth – etwas, da muss ich einfach den Hut ziehen. Die Stadt ist schlichtweg ein Zentrum Afrikas.

Dass die dortige Uni sich zu einem Zentrum der Forschung über Afrika entwickelt hat, das habe ich ja schon an dieser Stelle vermeldet. Doch in dieser Stadt tut sich noch viel mehr. Dort steht nämlich das Iwalewahaus . Gegründet unter dem Dach der Hochschule wird dort folgende wichtige Arbeit gemacht: Forscher gehen der Gegenwartskultur Afrikas auf den Grund. Sie dokumentieren und lehren sie. Schwerpunkte sind zeitgenössische Kunst und Musik, Alltagskultur und die Medien. Außerdem gibt es ein Archiv zu diesem Thema. In der Wölfelstraße 2 hat die Einrichtung über 2.300 Quadratmeter an Büroräumen sowie Ausstellungs- und Archivflächen zur Verfügung.

Ziel ist es, Kunst und Kultur außerhalb Europas den Menschen näher zubringen. Was eine wichtige Aufgabe ist – gerade in Zeiten von Pegida, AfD und Konsorten. Deshalb bleiben die Forscher auch nicht für sich allein. Es gibt laufend Ausstellungen, Vorträge und Musikveranstaltungen und Filmbeiträge. Vor allem eher unbekannte interessante Beiträge aus Kunst und Kultur sind da dann immer das Thema. Durch die Ausstellungen gibt es jeweils Führungen

Das Iwalewahaus verfügt nach eigener Aussage über eine in Deutschland einzigartige Sammlung moderner und zeitgenössischer bildender Kunst sowie populärer Kultur aus Afrika, Asien und dem pazifischen Raum. Schwerpunkt der Sammlung ist Nigeria, es lassen sich aber ebenso wichtige Werke aus dem Sudan, Mosambik, Tansania, DR Kongo, Haiti, Indien, Papua-Neuguinea und Australien finden. Es gibt Gemälde, Grafiken, ein Musik- und ein Videoarchiv. Dazu existiert eine Plakat- und ei ethnographische Sammlung.

Der Kreis der künstlerischen Arbeiten wird beständig erweitert. Zuletzt erhielt das Iwalewahaus Dauerleihgaben aus privaten Sammlungen

Das Iwalewahaus bietet Besuchern regelmäßige Öffnungszeiten an. Die Einrichtung hat Dienstag bis Sonntag von 13 bis 17 Uhr ihre Türen offen. Der Eintritt in alle laufenden Ausstellungen beträgt fünf Euro, ermäßigt drei Euro. Freier Eintritt ist jeweils am ersten Sonntag im Monat. Die Bibliothek ist Donnertag von 10 bis 12 Uhr zu erreichen – sowie nach Vereinbarung.

 

 

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Gemeinsam das Land voranbringen


Menschen aus Afrika – das sind arme Teufel, die unsere Hilfe benötigen. Oder das sind Wesen, die sich zu uns durchschlagen wollen, um an unsere Fleischtöpfe zu gelangen. Ohne Entwicklungshilfe schaffen Afrikaner eh nichts. Das sind so drei Vorurteile, die es in Europa sicherlich nach wie vor zu hören und zu lesen gibt. Es stimmt aber nicht. Ein Blick auf zwei Initiativen aus Ghana, die ich jüngst im Internet aufgetan habe, zeigt das.

Da gibt es einmal Ghanathink. Dahinter verbirgt sich eine Gruppe von Wissenschaftlern, die aus Ghana stammen. Sie wollen andere motivieren, ihr Können für Ghana einzusetzen. Sie wollen eine Plattform sein, um Menschen aus Ghana oder mit Vorfahren von dort zusammenzubringen, um das Land wiederum voranzubringen. Dabei soll der Fokus nicht zuletzt auf der eigenen, afrikanischen Kultur liegen. Rein rechtlich handelt es sich um eine nichtstaatliche Stiftung, die ihren Sitz in den USA hat.

Ganz konkret werden unter anderem in Ghana Veranstaltungen gemeinsam mit Universitäten auf die Beine gestellt, um Menschen zusammenzubringen und ihnen eine Möglichkeit zu geben, sich fortzubilden. Für junge Afrikaner gibt es ein spezielles Programm, das auch Hilfe bei Gründungen von Unternehmen geben will. Für meine Ohren hört sich das sehr gut an.

Das zweite Projekt, auf das ich hinweisen will, nennt sich Me Firi Ghana . Das Ziel der Macher ist eindeutig. „Unsere Vision ist, ein Ghana zu schaffen, dass für sich selbst sorgen kann und zur ersten Welt gehört.“ So schreiben sie es ins Internet. Und rufen Personen, Organisationen und die Regierung dazu auf, mitzumachen.

Unter anderem haben die Initiatoren ein Projekt ins Leben gerufen, in dem Menschen mit Wurzeln in Ghana sich in ihrem Ursprungsland engagieren können. Wenn sie das wollen. In einer eigenen Zeitschrift porträtieren sie in ihren Augen besonders erfolgreiche Menschen, die aus Ghana stammen oder ihre Wurzeln dort haben. Mit Veranstaltungen wie einem „Young Leadership Forum“ wollen sie die Elite Ghanas zusammenbringen und dazu animieren, gemeinsam für ihr Land zu arbeiten.

 

 

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Viel Kunst aus Afrika zwischen München und Berlin


Im Süden wie im Osten gibt es in der kommenden Zeit weitere,  interessante Ausstellungen, die einen Bezug zu Afrika haben:

Faces of southern Ethiopia. Fotografien von Petra Ender: Im November 2015 begab sich die Fotografin Petra Ender gemeinsam mit einer Gruppe spanischer Fotografen auf eine Entdeckungsreise von indigenen Völkern im Süden Äthiopiens. Unterwegs mit einem Jeep und unter abenteuerlichen Bedingungen besuchte Ender verschiedene Stämme der Surma, Hamer und Dassanech und porträtierte die Menschen dieser noch völlig abgeschieden lebenden Volksgruppen. Es entstanden eindrucksvolle Bilder. Sie sind vom 24. Bis zum 31. Juli in der ABC Westside Galerie in München zu bewundern.

Godwin Adjei Sowah. Arbeiten in Acryl: Adjei Sowah ist ein Künstler aus Ghana. Ihm ist eine Ausstellung in der Stadtbücherei Tettnang gewidmet, die vom 19. Juli bis Ende August für die Besucher offen steht. Bereits als Kind wollte er Künstler werden, studierte Kunst in seiner Heimat. Heute arbeitet er als Maler und Kunstlehrer. Afrikaner in ihrer normalen Umwelt sind seine Motive.

Afrika in Berlin: Vier Jahre nach der Eröffnung der international beachteten Ausstellung „Kunst aus Afrika“ zeigt das Ethnologische Museum jetzt vier neue Ausstellungsbereiche: „Das Königreich Benin“ und „Bamum. Tradition und Innovation im Kameruner Grasland“ geben Einblicke in die Geschichte Afrikas am Beispiel zweier bedeutender Teile der Afrika-Sammlung; der Raum „Zeitgenössische Kunst aus Afrika“ zeigt einige wichtige Neuerwerbungen. Im Zentrum des Themas „Afrika in Berlin“ steht eine Ijele-Maske, die von einem nigerianischen Künstler für die Igbo-Community in Berlin hergestellt wurde. Die Ausstellung wartet von September bis Ende 2017 den Besuchern offen.

Change the Perspective – Afrikanische Karikaturen:   Diese interessante Ausstellung zeigt das Afrika-Haus in Berlin. Vorgestellt werden 20 Werke afrikanischer Karikaturisten, die das Dritte Welt Journalisten Netz (DWJN) dem Afrikahaus zur Verfügung gestellt hat. Die Organisation hatte 2012/13 einen Karikaturenwettbewerb unter dem Titel „Change the Perspektive“ ausgeschrieben. Der Wettbewerb verstand sich als Beitrag zur Feierlichkeiten anlässlich des 50.Jahrestages der Gründung der Afrikanischen Union bzw. deren Vorgänger Organisation für Afrikanische Einheit (OAU). So lässt es der Veranstalter – Farafina Afrika Haus e. V. – wissen.

Archiketur for the People. Francis Diebedo Kéré: Der in Burkina Faso geborene und in Berlin lebende Architekt Francis Kéré gehört zu den wichtigsten Vertretern einer sozial engagierten Architektur. Sie erhält in den vergangenen Jahren zunehmend an Aufmerksamkeit. Er benutzt lokal verfügbare Materialien, bindet die späteren Nutzer in die Arbeit mit ein. Ökologie und soziale Verträglichkeit sind für ihn wichtige Stichworte. Preise gewann er unter anderem für die Grundschule in seinem Heimatdorf Gando. Große Bekanntheit in Deutschland erhielt er durch die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Christoph Schlingensief für das Projekt eines Operndorfes in Burkina Faso. Mittlerweile erhält er auch Aufträge in Deutschland. Das Architekturmuseum der TU München wird die erste monographische Präsentation seines bisherigen Werkes zeigen und damit einen der sicher wichtigsten Architekten der Gegenwart umfassend würdigen. Sein Werk wird ab 17. November bis in den Februar hinein in der Pinakothek der Moderne in München gezeigt.

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Afrika: Party reiht sich an Party


Sie wollen gar nicht zu Ende gehen, die Feste über und rund um Afrika:

Landshut: Drei Tage – vom 8. bis zum 10. Juli – steht die Herzogsstadt ganz im Zeichen Afrikas. Die Afrikatage auf dem ehemaligen Kasernenareal bieten nicht nur das übliche, schöne kulturelle und kulinarische Programm. Die Organisatoren – das Jugendkulturzentrum der Stadt und der Verein Voice of Africa – bieten auch verschiedenen Initiativen eine Bühne. Menschen, die sich für Afrika und gegen Rassismus engagieren, dürfen sich vorstellen. Dazu gibt es ein umfangreiches Kinderprogramm mit Basteln, Märchenzelt und so weiter. Stelzenläufer bewegen sich über das Festivalgelände und selbstverständlich ist viel Musik zu hören.

Schwäbisch Hall: „Für einander da sein“. Das ist das Motto vom „African Picnic“, das am 29. Und 30. Juli Am Spitalbach stattfindet. Menschlichkeit wollen die Veranstalter verbreiten. Gerade in Zeiten von Flucht und Vertreibung. Da haben sie mich selbstverständlich als Unterstützer auf ihrer Seite. Die Menschen sollen sich näherkommen und mehr über Afrika erfahren als die typischen Vorurteile.

Düsseldorf: Die bunte Welt aus Afrika den Düsseldorfern zeigen. Das ist seit elf Jahren das Ziel des Vereins „Enije vor Afrika“. Seither organisiert er die Düsseldorfer Afrika-Tage. Dieses Jahr finden sie vom 12. Bis zum 14. August im Freizeitpark an der Ulenberstraße statt. Es gibt das bekannte musikalische und kulinarische Programm. Mit Infoständen, Workshops und Diskussionsforen sollen den Besuchern aber auch sportliche, gesellschaftliche und politische Themen nähergebracht werden.

Deggendorf: Auch im niederbayerischen Deggendorf fanden sich rührige Organisatoren. Und stellen ein Afrika Fest auf die Beine. Es findet vom 19. bis zum 21. August statt. Es findet wieder im und rund um den Kapuzinerstadl statt. Im Programm findet sich auch ein afrikanischer Gottesdienst. Dazu kann ich nur sagen: Wer einen solchen noch nicht erlebt hat, der muss einfach nach Deggendorf fahren und mitmachen. Es lohnt sich!

Gauting: Noch neu im Reigen der Afrikapartys in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Afrika-Karibik-Festival in Gauting. Es findet vom 2. Bis zum 4. September im Innenhof der Josef Dosch Schule statt. Die Veranstalter versprechen einen gedanklichen Kurztripp in eine fremde Welt. Die Livebühne verspricht Reggae, Soul und vieles mehr. Wer gern handelt, ist im Basar sicherlich gut aufgehoben.

 

 

 

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