Monatsarchiv: Dezember 2016

Sylvester ins Museum


Auch um den Jahreswechsel können Freunde Afrikas Kunst und Geschichtliches in Ausstellungen bewundern:

Rwanda Entgrenzungen. Reliefbilder von Pauline Disonn & Fotografien Hildegard Schürings: Pauline Disonn und Hildegard Schürings stellen vom 4. bis zum 29. Januar in der Galerie Bruno P. in Marburg aus. Disonn ist studierte Malerin. In den 80er Jahren weilte sie zu in Rwanda. Sie schuf Reliefbilder in den Jahren nach dem Genozid aus selbst geschöpftem Papier. Hildegard Schürings, Erziehungswissenschaftlerin, arbeitet seit 1978 in und zu Rwanda. Sie hat zahlreiche Veröffentlichungen über Geschichte und Gesellschaft Ruandas vorzuweisen. Die Fotografien entstanden im Zeitraum 1978 bis 2011 in Rwanda und seinen Nachbarländern

Wein & Maroni. Fotografien von Monika Nguyen: Die Fotografin Landschaftsaufnahmen, die sie im grönländischen Qaqortoq und während einer Rundreise durch Namibia aufnahm. Ganz bewusst suchte sie abgelegenen Gegenden auf, die in ihrer Einsamkeit, Stille und Weite eine atemberaubende Vielfalt vereinen. Sie hat eine fundierte Ausbildung hinter sich, studierte in Wien, New York und Tokio. Die Ausstellung ist noch bis zum 27. Februar in der Galerie Habari in Wien zu bestaunen.

Graue Riesen. Wie der Elefant den Menschen prägte: Diese Dauerausstellung im Residenzschloss Oettingen zeigt kulturhistorisch bedeutsame Ethnographica aus den Sammlungen des Völkerkundemuseums München in Verbindung mit Bildern und Installationen rund um die faszinierende Welt der Elefanten. Die Ausstellung versteht sich als Hommage an die vermeintlichen „Dickhäuter“, deren sensibles und fürsorgliches Sozialverhalten immer wieder für Erstaunen bei Wissenschaflern sorgt. So sagen es die Ausstellungsmacher. Sie berichten weiter: Als Zeichen für Macht und Würde des Herrschers galt der Elefant in Indien, als Königstier in Afrika. Gleichermaßen als Transport- und Kriegstier wurde er bereits im 16. Jahrhundert v. Chr. in China eingesetzt. Seine Stärke und Klugheit sind sprichwörtlich. Gejagt wurde und wird er leider immer noch wegen seiner Stoßzähne, den Lieferanten für das begehrte Elfenbein. Die Ausstellung plädiert für einen achtsamen Umgang des Menschen mit jenem besonderen Tier, das ihm seit Jahrtausenden ein treuer Begleiter sei. Zu sehen sind unter anderem eindrucksvolle Bilder der Schutzorganisation „David Sheldrick Wildlife Trust“ und deren Schwesterinitiative „Rettet die Elefanten Afrikas“. Die Ausstellung ist noch das ganze Jahr 2017 über zu besichtigen.

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Platz für das bunte Afrika


Seit geraumer Zeit spreche ich davon, dass in den Medien das wahre, richtige Afrika nicht zum Zuge kommt. Zu oft geht es um Katastrophe, Krisen, Kriege und so weiter. Oftmals werde ich dafür kritisiert im Netz. Blauäugig sei ich, es helfe nicht weiter, nicht die Wahrheit zu sagen. (Wobei es mir ja um die Wahrheit geht). Die hat in der Tat in Afrika manches Mal düstere Farben. Aber eben oft auch bunte. Und die kommen weiterhin zu kurz.

Das sieht auch Sorious Samura so. Er ist ist ein Journalist und Dokumentarfilmer aus Sierra Leone. Internationale Medien sind in seinen Augen viel zu oft auf das Düstere aus. „Die meisten Redakteure und Fernsehstationen sind nicht besonders interessiert an Afrika. Und selbst wenn sie es sind, folgen sie nur der abgedroschenen Erzählung von Afrika als hoffnungslosem Kontinent, auf dem entsetzliche Dinge passieren.“ So sagt er es in einem Beitrag für die Zeitschrift Weltsichten.

In Filmen sei es nicht anders. Hunger und Gewalt würden dominieren. Das ist wohl wahr. Deshalb will Samura die Geschichte Afrikas jetzt anders erzählen. Mich hat er da auf seiner Seite. Auch wenn mich vielleicht wieder der eine oder andere auffordert, die Wahrheit zu sehen. Richtig: Es gibt Hunger in Afrika. Aber nicht nur das.

Samura berichtet, wie ihn selbst der Fernseher geprägt hat. Filme seien wichtig, um Menschen zu informieren. Deshalb wollte er selbst Filmemacher werden. Er hat es geschafft. Es wurde Bestandteil der Gruppe „Insight TWI“. Diese versuchte, Filme mit mehr Tiefe und mehr Zwischentönen zu machen, die näher dran waren an der afrikanischen Wirklichkeit. So ist es von ihm zu erfahren. Er sei stolz auf die Dokufilme, die dabei entstanden. Wobei da das Negative nicht verschwiegen wird. Wie zum Beispiel bei „Cry Freetown“. Dort geht es um Verbrechen, die sowohl Rebellen als auch Friedenstruppen während des Bürgerkriegs in Sierra Leone begangen

Es fiel ihm jedoch auf: Letztendlich bediente er damit wieder alte Stereotypen. Und deshalb sei er von seinem neuen Projekt begeistert: An Artist’s Journey“ ist eine Dokumentation in Spielfilmlänge über einen gefeierten Künstler, der in Sierra Leone eine ganze Generation mit seinen visionären Theaterprojekten inspiriert. Es sei einfach gut, Positives darzustellen. Das ist richtig. Und auch wichtig. Sicher: Es wird immer Bedarf geben an Filmen, die Verbrechen und Ungerechtigkeit entlarven. Die Welt soll nicht schöngefärbt werden. Aber Hoffnung, Mut und Inspiration ans Licht zu bringen, das sei auch wichtig So ist es. Denn: Auch wenn der Tunnel noch so lang ist. An seinem Ende ist das Licht. Und wer das jetzt zu schnulzig findet, dem kann ich auch nicht helfen.

Die Infos zu diesem Post stammen aus der Zeitschrift Welt-Sichten aus der Ausgabe 12/2016.

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Digitales Afrika


Mag sein, dass Afrika den einen oder anderen Entwicklungsschritt nicht mitgemacht hat, über den Europa stolz ist. Jedoch in Sachen Breitband, schnelles Internet und soziale Medien gibt es deutliche Fortschritte. Das hat jüngst der Afrika-Korrespondent Jörg Brase dargestellt. Afrika digitalisiert sich mit rasender Geschwindigkeit. Und diese Dynamik erregt zunehmend das Interesse internationaler Investoren. Bis 2020 sollen 60 Prozent des Kontinents an das digitale Breitbandnetz angeschlossen sein. In Nigeria beispielsweise gehen pro Minute 16 Smartphones über den Ladentisch. Afrika-Korrespondent Jörg Brase zeigte jetzt, welches Potential in dieser digitalen Revolution in Afrika steckt.

Ob die oben genannte Zielsetzung so eintrifft oder nicht. Kenia zeigt, was sich in den kommenden Jahren in Afrika so alles entwickeln könnte. Oft fehlen in Afrika Ärzte. Selbstverständlich gibt es einen guten Grund, warum Ärzte und Sanitäter aus Europa ihren Urlaub opfern, um einige Wochen auf dem afrikanischen Kontinent Menschen zu untersuchen und zu unterstützen. Immerhin: Einfallsreiche Kenianer arbeiten auf ihre Weise, dieses Problem zu lösen. Mit einem Programm, das mittels Handy aktiviert werden kann. Patienten können mit einem Arzt in einer fernen Stadt in Kontakt bleiben. Und sich von ihm eine Diagnose stellen lassen. Das ist sicherlich nicht optimal – aber besser als tagelange Fußmärsche bis zur nächsten Krankenstation. Zumindest erst einmal.

Das Thema Landwirtschaft ist wichtig für den gesamten Kontinent. Und wird das auch in Zukunft bleiben. In Kenia sind Landwirte nicht mehr nur auf die eigene Erfahrung angewiesen. Auch ihnen helfen die Mobiltelefone. Es gibt einen Service, mit dem sich die Bauern Informationen einholen können. Etwa gibt es Tipps über sinnvolle Anbaupflanzen und vieles mehr. Ich glaube schon, dass dies sehr wichtig ist. Denn so entsteht ein Netzwerk – wieder über viele Kilometer hinweg – das den Farmern hilft, auf dem neuesten Stand zu bleiben. Und von positiven Erfahrungen von Berufskollegen zu profitieren.

Der Fernsehbeitrag, auf den dieser Artikel beruht, war unter anderem auf Phönix zu sehen. Er lief innerhalb der Reihe „Mein Ausland“, Titel „Smart Africa“, in dem Auslandskorrespondenten ihre spezielle Sicht auf ihr Einsatzgebiet geben.

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Afrika in der Vorweihnachtszeit


Wer etwas Abwechslung vom Vorweihnachtsstress braucht – der ist hier gut aufgehoben:

Das Alte Neue. Nomadische Praxis – Great Rift Valley. Fotografien von Winfried Bullinger: Die Schau zeigt die Architektur nomadisierender Völker des Rift Valley Ostafrikas. Zu sehen sind Fotos von Winfried Bullinger von Bauwerken der Beja, der Afar, der Turkana, der Nyangatom, der Hadza und anderer Völker. Die Bilder entstanden in einem Zeitraum von zehn Jahren im Sudan, in Äthiopien, in Kenia, in Uganda und in Tansania aufgenommen. Dafür reist er mehrfach im Jahr nach Ostafrika. Die Ausstellung ist im Architekturmuseum der TU in Berlin zu sehen – noch bis zum 22. Dezember.

Afrika in Berlin: Vier Jahre nach der Eröffnung der international beachteten Ausstellung „Kunst aus Afrika“ zeigt das Ethnologische Museum in Berlin vier neue Ausstellungsbereiche: „Das Königreich Benin“ und „Bamum. Tradition und Innovation im Kameruner Grasland“ geben Einblicke in die Geschichte Afrikas am Beispiel zweier bedeutender Teile der Afrika-Sammlung. Außerdem zeigt der Raum „Zeitgenössische Kunst aus Afrika“ einige wichtige Neuerwerbungen des Hauses. Und die haben es in sich. Sie haben viel Kunst in sich. Im Zentrum des Themas „Afrika in Berlin“ steht eine ijele-Maske, die von einem nigerianischen Künstler für die Igbo-Community in Berlin hergestellt wurde. Diese vier neuen Themen der Afrika-Ausstellung stehen auch im Zusammenhang mit den konzeptionellen Überlegungen zur Präsentation Afrikas im Humboldt-Forum. Wer jetzt Feuer gefangen hat, kann in aller Ruhe die Fahrt nach Berlin planen. Denn die Ausstellung ist noch bis Anfang des übernächsten Jahres zu besichtigen.

Köpfe – Sitz der Seele. Kunst aus Afrika und Ozeanien :  Köpfe als Skulpturen, Reliefs und so weiter. Das ist bei der Ausstellung in der Galerie von Miller in Frankfurt am Main zu bewundern. Der Sitz der Seele von lebenden Menschen war der Kopf, der bei Skulpturen deshalb oft proportional zum übrigen Körper überdimensional dargestellt wurde. So sagt es die Kunstgeschichte.  Der Symbolismus und der geistige Gehalt dieser Kunst ist uns Europäern lange verborgen geblieben. Das Sagen die Organisatoren der Ausstellung, die noch bis zum 18. Dezember zu besichtigen ist.

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