Von Ruanda nach Mali


In den kommenden Tagen und Wochen gibt es wieder einige interessante Ausstellungen zu bewundern. Macht doch wieder einmal einen Ausflug ins Museum.

Frauen – Flechten – Formen. Kunsthandwerk aus Ruanda: Die Ausstellung präsentiert Vielfalt und Reichtum des zeitgenössischen ruandischen Kunsthandwerks und dessen Entstehung. Sie ist noch bis Ende Oktober im Landesmuseum in Koblenz zu bestaunen. Besucher können auf diese Weise auch das rheinland-pfälzische Partnerland Ruanda kennenzulernen. Im Mittelpunkt stehen Flechtkunst und Imigongo, eine Reliefkunst aus Kuhdung. Das Kunsthandwerk ermöglicht verwitweten Frauen, den Lebensunterhalt zu verdienen. Zudem arbeiten unterschiedliche Ethnien in Kooperativen zusammen. Dies trägt zur gesellschaftlichen Aussöhnung nach dem Völkermord 1994 bei. Die Ausstellung zeigt auch, wie heutige Modedesigner die traditionellen Muster aufgreifen und modern umsetzen.

http://landesmuseum-koblenz

 

Kids behind the camera: Mach Dir ein Bild: Diese interessante Ausstellung findet ab dem 13. Oktober Museum der fünf Kontinente in München statt. Es ist ein Fotoprojekt von Marie Köhler mit Kindern aus Burkina Faso und Ruanda Es stellt Kinder in Afrika und deren Umwelt in den Mittelpunkt. Manchmal sind die Kleinen Motiv – und immer selbst Fotograf. Sie entscheiden, was abgebildet wird. Einmischungen durch Erwachsene sind unerwünscht. Die Idee dazu stammt von der jungen Dortmunder Fotografin Marie Köhler. Die Ergebnisse sind niemals vorher einschätzbar. Weil die Regie der Erwachsenen fehlt, entstehen keine Klischee-Bilder. Fotos aus dem Alltag, von Festen, Handwerkskünsten, Tanz, Theater und Musik sehen auf diese Weise oft überraschend aus, erscheinen niemals in gewohnter Sichtweise. Während eines Fotografieworkshops erhielt jedes Kind eine eigene Kamera. In einem bestimmten Zeitraum konnte es sein Umfeld schrittweise und mit zunehmender Intensität fotografisch erkunden. So entwickelten die Kinder bald individuelle Umgangsweisen mit ihrer Kamera, die zum ständigen Wegbegleiter wurde. Das Projekt will erstarrte Sichtweisen aufbrechen. Das ist auch absolut notwendig. Der Blick Europas auf Afrika soll sich weiten. Auch das braucht es. „Europa und Afrika sind Nachbarn, die Kinder Nachbarskinder. Sie können einander näher kommen“, sagt Marie Köhler, „wenn sie ein ehrliches Bild voneinander bekommen“, schreibt sie in einem Statement auf der Internetseite des Museums.

www.museum-fuenf-kontinente.de

 

Geschichte und Identität. Die Rettung der Manuskripte aus Timbuktu: Im März 2012 hatten Tuaregrebellen, die für ein eigenes Staatsgebiet in der malischen Sahara kämpfen, gemeinsam mit militant-islamistischen Gruppen den Norden Malis in ihre Gewalt gebracht. Die Islamisten wüteten, wie sie es auch in Syrien und dem Irak taten. Sie installierten ihr Schariaregime. Darunter litt nicht nur das Alltagsleben der Menschen. In Timbuktu fielen ihnen zahlreiche Bauwerke in die Hände, die zum Weltkulturerbe zählen. Außerdem waren viele Jahrhunderte alte Handschriften von der Vernichtung bedroht. Die Ausstellung im naturhistorischen Museum in Nürnberg zeigt, um was für Handschriften es dabei geht und was weiter getan wird, um sie vor dem Verfall zu retten, und ihre Inhalte für Wissenschaft und Öffentlichkeit zu erschließen. Sie dokumentiert, dass Afrika auf eine ebenso alt-ehrwürdige, an Universitäten gepflegte Schriftkultur stolz sein kann wie Europa. Ausstellung tritt damit gängigen Vorurteilen über Afrika entgegen. Die Eröffnung findet m Freitag um 18.30 Uhr mit musikalischer Begleitung von Seni Cissoko statt. Die Ausstellung ist bis zum 11. November zu sehen.

www.naturhistorischesmuseumnuernberg.de

 

 

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