Beiträge mit dem Schlagwort: afrikanische Geschichte

Noch mehr Afrika im Museum


Heute will ich Euch wieder einige interessante Museen vorstellen, die Euch die Kultur Afrikas näherbringen.

Ur- und frühgeschichtrliche Sammlung Erlangen: Die Sammlung umfaßt heute rund 200 000 Objekte von mehr als 800 Fundorten aus Europa, Asien, Afrika, Amerika, Australien und Ozeanien. 

www.uf.uni-erlangen.de/sammlung

 

Stadtmuseum Schwabach: Genau genommen geht es uns hier um die Sammlung Mühlhäuser im Stadtmuseum. Sie umfasst völkerkundliche Objekte aus dem ehemaligen Deutsch-Ostafrika. Leider ist sie nicht so ohne weiteres öffentlich zugänglich. Wer sie besuchen will, muss sich vorher anmelden. Der Aufwand lohnt sich jedoch. Aber es gibt auch noch eine andere Möglichkeit: Es gibt die Broschüre: „Die Sammlung Mühlhäuser. Völkerkundliche Exemplare aus dem ehemaligen Deutsch-Ostafrika.“ Herausgeber ist die Sparkasse Schwabach. Sie kostet2,60 Euro. Das Haus ist von Mittwoch bis Samstag von 14 bis 18 Uhr und Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

www.schwabach.de/stadtmuseum/ 

 

Schwarzafrika Museum Schweiklberg: Seit 1990 ist im Kloster der Missionsbenediktiner die umfangreiche Sammlung Schwarz zu besichtigen. Sie umfasst Kultgegenstände, Schmuck und Prunkwaffen aus Afrika. Gibt also einen Einblick in die Welt der Bewohner des Kontinents. Sie wurde seit 1960 zusammengetragen. Einlass mit Führung ist Montag bis Freitag von 9 bis 12 und 14 – 17 uhr. Samstag ist es von 9 bis – 12 möglich. Außerdem nach Vereinbarung. Besucher melden sich beim Pförtner an.

www.schweiklberg.de

 

 Museum der Marianhiller Missionare: Die Sammlung der Missionare besteht seit 1882. Donner Wetter! Zu sehen sind Masken, Holzschnitzereien, Hausrat und Musikinstrumente sowie Präparate von verschiedener afrikanischer Tiere. Die Ausstellung ist eingerichtet im Turm der Herz-Jesu-Kirche des Pius-Seminars der Mariannhiller Missionare. Sie ist Sonntag und Feiertag von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet – und nach Vereinbarung. Das beste ist: Der Eintritt ist frei! 

www.mariannhill.de

 

Staatliches Museum Braunschweig: Das erste Obergeschoss beherbergt die Abteilung Völkerkunde. Dort sind Gegenständen aus dem traditionellen Leben der Menschen der Südsee, Indonesiens, Westafrikas sowie der Indianer Nordamerikas zu finden. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr und Donnerstag von 10 bis 20 Uhr.

www.naturhistorisches-museum.de

 

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Und noch eine Welt voller Kultur in Afrika


Heute folgt der zweite Teil der Aufstellung der Weltkulturerbestätten in Afrika.

Benin:

Königspaläste von Abomey: Seit 1985 gehören die Ruinen der Paläste der ehemaligen Könige von Dahomey zum Weltkulturebe. Sie zählen zum wichtigsten Kulturgut aus ganz Westafrika. Die Könige regierten v on 1625 bis 1900.

 

Botswana:

Tsodilo: Das Gebiet in der Wüste Kalahari beherbergt über 4500 Malereien. Sie vermitteln ein Bild es menschlichen Lebens dort aus den vergangenen 10 000 Jahren.

Okavangodelta: Das Binnendelta des großen afrikanischen Flusses gehört seit 2014 zur Liste. Es ist eines der größten und tierreichsten Feuchtgebiete Afrikas.

Burkina Faso:

Ruinen von Loropeni: Es handelt sich dabei um die Überreste einer ehemaligen Festung in der Nähe der gleichnamigen Gemeinde. Sie wurde einst zum Schutz des Transsaharahandels erbaut. Ein Großteil der Anlage ist noch nicht archäologisch untersucht. Das Wissen über sie ist daher eher gering. Die Ruinen sind rund tausend Jahre alt.

 

Elfenbeinküste:

Naturschutzgebiet Nimbaberge: Es handelt sich um einen rund 40 Kilometer langen Gebirgszug im Grenzgebiet zu Liberia und Guinea. Die Gipfel sind bis zu 1800 Meter hoch.

Nationalpark Tai: Er umfasst den letzten großen Regenwald Westafrikas. Und ist Heimat für das seltene Zwergflusspferd.

Historische Stadt Grand-Bassam: Sie stammt aus der Kolonialzeit. Wegen der gut erhaltenen Architektur aus dem 19. Jahrhunderts gab es den Titel Weltkulturerbe im Jahr 2012.

 

Gabun:

Kulturlandschaft Lope-Okanda: Ungewöhnlich ist hier die Nachbarschaft von Savanne und Regenwald. Was der Landschaft 2007 den Titel einbrachte.

 

Gambia:

Kunta-Kinte Island: Dort gibt es zahlreiche Relikte aus der Kolonial- und Sklavenzeit – Ruinen, historische Kanonen und Reste von Kirchen. Die Insel gilt als ein wichtiges Dokument des Sklavenhandels aus Westafrika. Deshalb erhielt sie auch den Namen Kunta Kinte. Dies ist der Name der Hauptfigur des Romans Roots von Alex Haley, der diese Zeit wieder aufleben lässt.

Senegambische Steinkreise: Es handelt sich dabei um mehr als tausend Monumente auf einem hundert Mal 350 Kilometer großen Areal entlang des Flusses Gambia. Sie stammen aus dem 8. Jahrhundert und gehören zur Megalithkultur.

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Eine Welt voller Kultur in Afrika Teil eins


Als die ersten Europäer den afrikanischen Kontinent betraten, gingen sie davon aus, dass sie es mit einer kulturlosen Region zu tun haben. Diese Sichtweise änderte sich Jahrhunderte lang nicht. Und es gibt wohl heute noch Zeitgenossen – nein, ich werde jetzt ausnahmsweise keine Beispiele nennen – die das so sehen. Erst als die ersten Kunstwerke der Afrikaner Europa erreichten, mussten Wohl oder Übel umgedacht werden. Mittlerweile beherbergen die 54 Länder Afrikas zahlreiche Weltkulturerbe-Stätten.

Äthiopien:

Felsenkirchen von Lalibela: Es sind insgesamt elf Kirchen, die um das Jahr 1250 jeweils als Monolithen in rote Basaltlava hineingearbeitet worden sind. Sie gelten als frühe Zeugnisse des Christentums südlich der Sahara.

Unteres Tal des Awash: Es ist eine der wichtigsten paläontologischen Fundstätten Afrikas, Fundort von Lucy.

Tiya: Bei diesem Kulturerbe handelt es sich um Stelen mit Symbolen einer alten äthiopischen Kultur.

Aksum: Es gibt hier Reste der antiken Stadt. Allerdings nur noch in Ruinenform.

Unteres Tal des Omo: Auch hier handelt es sich um eine prähistorische Fundstätte. Sie befindet sich in der Nähe des Turkana-Sees. Die ältesten Funde des Homo sapiens stammen von dort.

Harar Jugol: Hier haben wir eine befestigte, Jahrhunderte alte, Stadt vor uns. Es gibt eine Altstadt mit Stadtmauer. Die drei Moscheen aus dem zehnten Jahrhundert beherbergt.

Kulturlandschaft Konso: Das ist etwas für’s Auge. Es sind steinerne Terassen und eine befestigte Siedlung der Konso zu sehen.

Angola:

Kirche in Muxima: Sie wurde erstmals 1599 errichtet. Und ist heutzutage der wichtigste Wallfahrtsort im ganzen Land – mit rund einer Million Pilgern. Die Könige des Kongoreiches – ein Teil davon ist das heutige Angola – hatten sich früh dem Christentum zugewandt.

Kirche in Massango: Sie entstand zwischen 1583 und 1590 und steht seit 1928 unter Denkmalschutz.

Kirche in Cambambe: Sie wurde 1603 errichtet.

Festungen von Cambambe, Massangano, Muxima, Luanda und weitere: Insgesamt gehören in Angola acht Festungen zum Weltkulturerbe. Sie stammen alle aus der Zeit von 1576 bis 1766. Sie sind das Erbe der portugiesischen Kolonialherren. Die Festung in der Hauptstadt Luanda gilt als Wahrzeichen der Hauptstadt.

Ruinen von M`banza Kongo: Es handelt ich dabei um die Überreste der Königsstadt des königreiches Kongo. Es hatte als erstes afrikanisches Gebiet diplomatische Beziehungen mit Europa. Nämlich mit Portugal. Die Ruinen stehen sein 1957 unter Denkmalschutz.

 

 

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Ein geschichtsträchtiges Volk – die Soninke


Heute stelle ich Euch die Volksgruppe der Soninke vor. Ein Blick auf sie ist nicht zuletzt deshalb interessant, weil es die Träger eines der ältesten Staatsgebildes auf dem afrikanischen Kontinent sind. Bereits für das achte Jahrhundert nennen Quellen das so genannte Reich Gana. Das übrigens nichts mit dem heutigen Staat Ghana zu tun hat.

Die Wohnsitze der Soninke liegen an den Oberläufen des Senegal und des Niger. Sie betrieben Ackerbau und Viehzucht gleichermaßen. Bereits seit dem vierten Jahrhundert nach Christus verstanden sie sich auf die Eisenbearbeitung – stellten Werkzeuge und Waffen aus Eisen her. Im elften Jahrhundert traten die Herrscher zum Islam über. Seither ist diese Religion in Westafrika von Bedeutung.

Sie lebten an günstiger Stelle, an den Handelsrouten zwischen Sahara und dem Regenwald. So entstanden mehrere Handelsorte, darunter Koumbi Saleh – gelegen im heutigen Mauretanien. Es mauserte sich zur Hauptstadt von Gana. Goldlagerstätten befanden sich im Einzugsgebiet der Soninke. Es wurde zu einem Handelsgut bis nach Arabien und Europa.

Im 13. Jahrhundert war es dann mit Glanz und Gloria vorbei, Gana ging im Reich Mali auf.

Heutzutage gibt es rund zwei Millionen Soninke. Die meisten von ihnen leben in Mali, es sind dort rund 800 000. In Guinea finden wir rund 300 000, in Burkina Faso 200 000. Im Senegal schließlich gibt es 90 000, in Mauretanien 70 000 und in Gambia rund 50 000. Die Mehrzahl von ihnen gehört dem Islam an. Nach wie vor hängen viele an traditionellen Religionen, Christen indes gibt es nur wenige. Die Sprache der Soninke gehört zu den Mandesprachen.

Wer mehr über die Soninke wissen will, dem sei unter anderem das von mir bereits auf diesen Blog vorgestellte Buch von Winfried Speitkamp ans Herz gelegt.

 

 

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Wieder ein Blick ins Bücherregal


Hallo. Wieder stöbern wir durch die Bücherregale und holen uns Werke über afrikanische Geschichte:

Winfried Speitkamp: Er brachte 2007 seine “Kleine Geschichte Afrikas” auf den Büchermarkt. Ein interessanter Titel, wenn wir bedenken, dass das Werk über 500 Seiten zählt. Beleuchtet wird die Geschichte des Kontinents etwa ab der Jahrtausendwende. Das Buch hat jedoch einen gewissen Schwerpunkt ab der Neuzeit. Es gibt eine umfangreiche Zeittafel und jede Menge weitere Literaturvorschläge.

Herbert Prokasky: Der Autor ist für “Afrika – ferner Nachbar. Geschichte in Westafrika am Beispiel der Edo und Ibo im Gebiet des heutigen Südnigeria“ verantwortlich. Der etwas sperrige Titel lässt es schon vermuten. Es ist eigentlich ein Unterrichtsbuch für Geschichte der Sekundarstufe. Wer sich aber mit der Geschichte dieser beiden Volksgruppen beschäftigen will, dem kann guten Gewissens zu diesem Werk geraten werden. Es bietet viele Details und nicht zuletzt mündliche Überlieferungen. Außerdem werden die zwei vorherrschenden Gesellschaftssysteme erläutert. Einmal ein Königtum wie das der Edo in Benin. Außerdem die Kultur der Ibo, die keine zentrale Gewalt kannten.

Eno Bechelt/Wilhelm Ziehr: 1982 erschien “Schwarze Königreiche. Völker und Kulturen Westafrikas”. Die Autoren zeichnen die Geschichte früher westafrikanischer Reiche nach. Einen großen Teil der Darstellung nimmt dazu eine kulturelle Beschreibung der die Reiche tragenden Volksgruppen ein.
Dieter Nohlen/Franz Nuscheler: Die beiden gaben 1993 das Handbuch der dritten Welt 4 – West- und Zentralafrika” heraus. Sehr detailliert stellen sie darin die Geschichte der einzelnen modernen Staaten der Region dar. Außerdem gibt es viele Infos zu Wirtschaft und Gesellschaft dieses Teils von Afrika. Allerdings liest es sich sicherlich nicht wie ein Roman. Sondern eher wie ein wissenschaftliches Werk, was es ja auch ist.

Das war es dann fürs erste. Später werde ich Euch noch einige Bücher über afrikanische Kunst und Kultur vorstellen. Jetzt bin ich aber erst einmal für zwei Wochen in Urlaub. Bis dann.

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So richtig in Afrika schmöckern


Büchergeschäfte – die gefallen mir. In Bibliotheken – da geht mein Herz auf. Wer meinen Blog von Anfang an gelesen hat, der weiß das. Allein wie viele Bücher in dem kleinen Bücherladen in meiner kleinen niederbayerischen Heimatstadt zu finden sind, das ist einfach Klasse. Leider, leider – suche ich dort Bücher, die sich mit der afrikanischen Geschichte befassen, da gehe ich leer aus.

Und in vielen anderen Büchereien ist es dasselbe. Solche Schmöker sind rar – gar wenn wir sie in deutscher Sprache suchen. Deshalb will ich die wenigen Autoren, die diese große Lücke ein wenig kleiner machen, zu ihrem recht verhelfen. Es folgt die kleine – aber feine – Auswahl:

Pierre Bertaux: Er steuerte den Afrika-Band der Fischer Weltgeschichte bei. Sie erschien erstmals 1966 – zwölf weitere Ausgaben folgten bis 1999. Das Werk steckt voller Details. Jedoch hat er Afrika und die Afrikaner eben als jemand gewertet, der in den 50er und 60er Jahren lebte. Einer Zeit also, in der die Europäer es noch für normal hielten, Kolonien zu besitzen. Selbstverständlich ist der Forschungsstand nicht mehr aktuell. Aber immerhin.

Franz Angrüner: Seit den 1960er Jahren studierte Franz Angrüner Afrika. Was schließlich in zwei Monographien mündete: 1992 erschien die Politische Geschichte Afrikas im 20. Jahrhundert. Zehn Jahre später kam Geschichte Afrikas auf den Büchermarkt. Besonders beschäftigte sich der Wissenschaftler mit Fragen der politischen Unabhängigkeit der heutigen Staaten in Afrika.

Leonhard Harding: Der Historiker beschäftigt sich unter anderem mit dem Platz Afrikas im Welthandel. Sein Werk bietet viele Hinweise auf weitere Literatur. Gesichte Afrikas im 19. Und 20. Jahrhundert erschien im Jahr 1999.

John Illife: Der britische Historiker zeichnet Afrika als Kontinent der Vielfalt. Dementsprechend ist seine Geschichte Afrikas, die auf Deutsch 1997 erschienen ist, sehr umfangreich. Aber durchaus lesenswert. Vor allem lässt Illife die Frühzeit nicht aus und steigt nicht erst in der Zeit ein, in der Europäer den Fuß auf den Kontinent gesetzt haben.

Christoph Marx: Bei seinem Werk ist es leider anders. Was schon der Titel sagt: Geschichte Afrikas. Von 1800 bis zur Gegenwart. Allerdings nimmt er sich wiederum Aspekten an, die sonst eher vernachlässigt werden. Etwa der Rolle der Frau im Wirtschaftsleben Afrikas. Sein Buch erschien 2004

Tja – zum Glück ist die Zahl der Bücher über die afrikanische Geschichte dann doch etwas größer als befürchtet. Also gibt es noch einen zweiten Teil, bei der ich die Aufzählung fortführen werde.

 

 

 

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Eine Initiative, die es wirklich braucht


Seit über 30 Jahren gibt es in Deutschland schon einen Verein, der eine wichtige Rolle innehat. Es ist die Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland – kurz ISD. Seine Initiatoren wollen folgendes erreichen: Sie wollen die Interessen Schwarzer Menschen in Deutschland vertreten, ein Schwarzes Bewusstsein fördern, dem Rassismus entgegentreten. Und nicht zuletzt wollen sie Menschen mit afrikanischen Wurzeln und ihre verschiedenen Organisationen vernetzen.

Auf der Internetseite sind regelmäßige Pressemitteilungen über Veranstaltungen des Vereins zu finden. Es gibt Podiumsdiskussionen, Kulturveranstaltungen und vieles mehr.

In mehreren deutschen Städten gibt es regionale Gruppen. Dort gibt es regelmäßige Treffen, eigene Veranstaltungen. Sie dienen als Ansprechpartner für diejenigen, die mitmachen wollen. Sitz von Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland ist Frankfurt.

Die Initiatoren betonen, dass sich der Verein nicht als alleiniger Vertreter der Schwarzen Menschen in Deutschland versteht. Sondern er sei vielmehr ein Teil der Schwarzen Community. Schwarzer Widerstand bedeute in erster Linie ein Kampf um Anerkennung, um Teilhabe am politischen Leben. Und da gibt es ja in der Tat noch Nachholbedarf. Wenn jemand wie ich überrascht schaut, wenn er einen dunkelhäutigen deutschen Politiker sieht, ist das ja das beste Beispiel dafür.

Den Vereinsmitgliedern geht es um die Verbesserung der Lebenssituation Schwarzer Menschen in Deutschland. Nur so sei ein gleichberechtigtes Miteinander möglich.

Der Verein hat mittlerweile auch Literatur zu den eigenen Veranstaltungen zusammengestellt. Sie ist über die Internetseite zu erwerben. Da geht es nicht zuletzt über die Geschichte der Afrikanerinnen und Afrikaner in der Diaspora. Da geht es auch um schwere Kost wie Sklaverei, Vertreibung und Mord. Jedoch ist das einfach mal die Wahrheit. Auch geht es aber darum, wie Traditionen und Brauchtum am Leben gehalten wird.

Unter anderem gibt es einen Sammelband, der im Zuge des 30-jährigen Jubiläums im vergangenen Jahr erarbeitet worden ist. Darin gibt es Essays, Portraits, Geschichten und Fotoreportagen zu lesen. Über 50 Autoren und Zeitzeugen sind da beteiligt.

Der Verein ist aber auch in den sozialen Netzwerken zu Hause und zu finden. Schaut doch einfach einmal dort vorbei. Die Macher haben auf alle fälle Aufmerksamkeit und Mithilfe verdient.

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Von wegen primitiv: Die Dogon


Dem Forscher Marcel Griaule haben wir es zu verdanken, dass die Geschichte und Kultur der Dogon überliefert ist. Diese Westafrikaner sind ein Beispiel dafür, wie wenig passend Begriffe wie „primitiv“ afrikanische Gesellschaften doch beschreiben.

Die Dogon leben heute hauptsächlich südwestlich des großen Nigerbogens in Mali. Die Geschichtsforschung geht davon aus, dass sie einst aus dem Gebiet des heutigen Burkina Faso in die jetzigen Siedlungsgebiete eingewandert sind. Weil sie von dort vertrieben wurden. Sie flohen vor den Reiterheeren der Mossi. Immer wieder mussten sie um ihre Existenz fürchten. Songhai, Bambara und Fulbe bedrängten sie. Letztendlich eroberten die Franzosen das Gebiet und machten auch den Lebensraum der Dogon zu einer ihrer Kolonien. Es dauerte bis ins Jahr 1921, bis das Areal endgültig befriedet war.

Bekannt sind die Dogon jedoch vor allem als Künstler. Sie schnitzen zum Beispiel Ahnenfiguren. Diese so genannten Tellem werden aus steinhartem Holz geformt und haben eine aschgraue oder rote Patina. Oft werden die Figuren mit zum Gebet erhobenen Händen dargestellt. Oder die Hand ist an die Ohrmuschel gelegt. Es gibt darüber hinaus zwitterhafte gestalten mit Bart und spitzen Brüsten. Eine große Anzahl von Gebrauchsgegenständen wie Schemel, Krüge oder Kultgeräte tragen figürliche Darstellungen dieser Art als Verzierung. An Reliefs von Türen, Schlössern und Fensterläden finden sich eher geometrische Formen.

Vor allem sind sie aber bekannt für ihre berühmten Masken. Das prächtigste Stück im künstlerischen Repertoire ist die rund zehn Meter hohe Muttermaske. Sie ist einer Schlange nachgeformt. Für den Maskenkult gibt es verschiedene Geheimgesellschaften.

Viele Dogon gelten noch als Anhänger von traditionellen Religionen. Darüber hinaus gibt es unter ihnen Christen und Moslems. Bei der traditionellen Landwirtschaft der Dogon ist der Hirseanbau besonders wichtig. Reis, Bohnen und Mais waren und sind darüber hinaus von Bedeutung. Gezüchtet werden Schafe und Ziegen. Die Handwerkskunst ist traditionell aufgeteilt in Kasten. Es gibt Schmiede, Holz- und Lederhandwerker – aber auch die Grioten, die Herolde und Sänger.

Ich verweise auf die angegebene  Literatur bei den vorigen Posts über Volksgruppen.

 

 

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Ashanti – Goldsucher und Architekten Afrikas


Sie gehören zu den bekanntesten Volksstämmen in Westafrika. Ich spreche von den Ashanti, die im heutigen Ghana beheimatet sind. Es gibt keinen klaren Beweis  für ihre Herkunft. Einer Legende nach waren sie aus dem früheren Reich Mali (nicht verwechseln mit dem heutigen Staat Mali) nach Süden ins heutige Ghana gezogen. Demnach wollten sie nicht den islamischen Glauben annehmen und haben sich deshalb eine heue Heimat gesucht.

Kwabia Amenfi war nachweislich um 1680 ein Herrscher über mehrere Kleinstaaten der Ashanti. Osei Tutu schaffte es um 1700, diese zu einem einheitlichen Reich zusammenzuschließen. Zu seinen Glanzzeiten weitete das Reich seine Grenzen weit über das heutige Ghana hinaus aus. Die Herrscher holten sich sogar europäische Militärberater, die  Soldaten an Feuerwaffen ausbildeten.

Seit dem frühen 19. Jahrhundert versuchten die Briten Einfluss zu gewinnen. Es waren letztendlich fünf Kriege notwendig, bis das endgültig gelungen war. Als 1901 Kumasi endgültig gefallen war.

Die Ashanti  waren die ersten Goldsucher in Afrika.  Das Gold war ein Eckpfeiler für den Reichtum in den vergangenen Jahrhunderten. Nicht umsonst heißt der Küstenabschnitt, an dem Ghana liegt, Goldküste. Seit dem 19. Jahrhundert wird das Erz industriell abgebaut.  Grundsätzlich ist aber die Landwirtschaft prägend für die Bevölkerung. das Klima ist  vor allem passend für den Anbau von Kakao. Er ist weiterhin ein  wirtschaftliche Rückgrat.  Weiterhin hat die Holzverarbeitung eine bestimmte Bedeutung.

Ein wichtiges kulturelles Element ist die Baukunst.  Typisch sind aus Lehm und Flechtwerk gebaute Häuser, die mit Palmblättern bedeckt sind.  Oftmals sind die unteren Mauerbereiche mit Symbolen geschmückt. In kleineren Dörfern ist dieser traditionelle Baustil bis heute zu beobachten. Lehm und Flechtwerk gehören in ganz Westeuropa zum Baustoff für Häuser und Gebäude.

Traditionelle Religionen sind nicht total ausgestorben. Experten sagen, dass ei n Drittel der in Ghana legenden Menschen solchen Religionen noch angehören. Schreine auch im Ashanti-Land zeugen davon.

Literatur: Jojo Gobbinah, Ghana – Praktisches Reisehandbuch für die Goldküste Westafrikas, Frankfurt am Main, 1993.

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Forschung über Afrika in Bern


Im Jahre 1966 als ethnologisches Seminar in der Altstadt von Bern gegründet, entwickelte sich dieses zu einem der größten Institute im deutschsprachigen Raum mit vier ordentlichen Professuren, einer Assistenzprofessur, Assistierenden und wechselnden Lehraufträgen, welche ungefähr 360 Studierende betreuen.

Im Zentrum des Studiums steht der Erwerb der Fähigkeiten, kulturelle Logiken zu entschlüsseln und das Handeln von Menschen in sozialen Kontexten zu analysieren. Es geht also darum, herauszufinden, warum sich Menschen unter bestimmten Verhältnissen entsprechend verhalten. Dabei wird auch die kritische Auseinandersetzung mit den eigenen Vorstellungen und Gewissheiten gefördert.

Am Institut für Sozialanthropologie wird über aktuelle und politisch relevante Themen wie Klimawandel, Land Grabbing, Menschenrechte und Staatsgrenzen, Arbeit in prekären Verhältnissen, transnationale Produktion, globale soziale Bewegungen, die Rolle neuer Medien für die Produktion kultureller Identität genauso wie über klassische Themen des Gabentausches, der Verwandtschaft, der religiösen Praxis oder der Ökologie geforscht.

Das Institut bietet ein Bachelor-Studienprogramm für die grundständige Ausbildung, zwei Master-Studienprogramme für die vertiefte Ausbildung mit diversen Schwerpunktsetzungen sowie, in Zusammenarbeit mit den anderen Anthropologischen Instituten der Schweiz, ein Doktorandenprogramm an.

Es gibt derzeit acht Forschungsprojekte der Universität, die eine Bezug zu Afrika haben Darüber hinaus weitere im Verbindungen nach Amerika, Asien und Australien

Die Uni in Bern hat durchaus interessante, überraschende und außergewöhnliche Forschungsprojekte im Angebot. Zum Beispiel nehmen die Berner Forscherinnen und Forscher das Phänomen Nollywood unter die Lupe. In Nigeria gibt es eine florierende Filmindustrie. Der an Hollywood erinnernde Name kommt da nicht von ungefähr.

Das Besondere ist, dass sich die Filmemacher und Schauspieler ganz speziell an das afrikanische Publikum wenden. Es ist gar nicht vorgesehen, auf den Europäischen Markt damit zu gehen. Zumindest nicht auf den Markt, den weiße Europäer bedienen. Es sind spezielle für das dunkelhäutige Publikum gemachte Geschichten. Die Filme tauch auch eigentlich nicht in Kinos auf. Sie werden als CD’s in Afrika wie in Europa verkauft.

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