Wir ziehen so richtig vom Leder


Als ich vor einigen Wochen meine Reise durch die Afrika-Museen im deutschsprachigen Raum begonnen hatte, war mir ehrlicherweise nicht klar, wie groß die Vielfalt doch ist. Mich freut es und Euch hoffentlich auch. Und so können wir auch im Deutschen Ledermuseum in Offenbach haltmachen.

Die Afrika-Abteilung stellt vor allem die Bauernkulturen der Savanne und des Sahel-Raumes Westafrikas sowie die Rinder- und Kamelnomaden in der Wüste Sahara und den Steppen Ostafrikas dar. Ein großes Lederzelt der Tuareg und ein Strohhaus aus Westafrika stehen für diese beiden Wirtschaftsformen. In allen diesen Regionen spielte bis zur Einführung von Plastik und Wellblech das Leder als Werkstoff in der traditionellen Kultur eine überaus wichtige Rolle, und das Lederhandwerk Westafrikas erreichte unter dem Einfluss des Islam, der von Marokko aus Schwarzafrika erreichte, ein hohes Niveau.

Geöffnet ist das Haus in der Berliner Straße von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr. Mehrere S-Bahnlinien und der Bus der Linie 103 steuern das Ledermuseum an. Der Eintritt kostet für Erwachsene acht Euro, Schüler ab 16 Jahren, Studenten und Schwerbehinderte zahlen fünf Euro. Kinder und Jugendliche unter 16 zahlen drei Euro. 

Auf unserer Fahrt zu interessanten Museen steigen wir heute in Mannheim aus. Das Museum Weltkulturen besitzt eine umfangreiche Afrika-sammlung. Im Blick sind dabei vor allem alte Königtümer des Kontinents. Die Exponate stammen aus der Region am Nigerbogen, dem Grasland von Kamerun und dem Äquatorialurwald. Viele seiner Stücke verdankt das Haus Forschungsreisenden und Sammlern, deren Wirken bis in die Zeit Kurfürst Carl Theodors zurückreicht.

So bereiste der Geograf Franz Thorbecke zwischen 1907 und 1913 Kamerun. Er gelangte bis an den Hof von König Njoya, König der Bamum. Dessen Herrschaftsgebiet lag im Westen von Kamerun. Zu den Glanzpunkten der Sammlung Thorbecke zählt die Aufsatzmaske des Herrschers Njoya. 

Aus der Stadt Benin in Westafrika stammen aufwendig gearbeitete Reliefplatten, die ursprünglich Pfeiler einer Palastanlage zierten. Eine elegante Holzschnitzarbeit eines Kranichs, eine Makonde-Skulptur in modernem Stil, repräsentiert die Vielfalt der Sammlungsstücke aus Ostafrika. 

Das zum Indischen Ozean orientierte östliche Afrika mit seinen Jahrtausende alten Viehzüchterkulturen und Eisenschmiedekunst, seiner altchristlichen Hochkultur und komplexen Staatlichkeit lässt sich anhand einiger hervorragender Exponate wie zum Beispiel eines äthiopischen Christusbildes darstellen.

Erwachsene zahlen 2,5 Euro Eintritt. Für Kinder und Jugendliche ist der Besuch kostenlos. Familien dürfen sich für fünf Euro im Museum umsehen. Das Haus ist vom Hauptbahnhof aus mit den Straßenbahnlinien 1,3,4 und 5 zu erreichen. Es ist Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Für Kinder gibt es spezielle Aktionen.

 

 

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