Beiträge mit dem Schlagwort: afrikanische Geschichte

Ashanti – Goldsucher und Architekten Afrikas


Sie gehören zu den bekanntesten Volksstämmen in Westafrika. Ich spreche von den Ashanti, die im heutigen Ghana beheimatet sind. Es gibt keinen klaren Beweis  für ihre Herkunft. Einer Legende nach waren sie aus dem früheren Reich Mali (nicht verwechseln mit dem heutigen Staat Mali) nach Süden ins heutige Ghana gezogen. Demnach wollten sie nicht den islamischen Glauben annehmen und haben sich deshalb eine heue Heimat gesucht.

Kwabia Amenfi war nachweislich um 1680 ein Herrscher über mehrere Kleinstaaten der Ashanti. Osei Tutu schaffte es um 1700, diese zu einem einheitlichen Reich zusammenzuschließen. Zu seinen Glanzzeiten weitete das Reich seine Grenzen weit über das heutige Ghana hinaus aus. Die Herrscher holten sich sogar europäische Militärberater, die  Soldaten an Feuerwaffen ausbildeten.

Seit dem frühen 19. Jahrhundert versuchten die Briten Einfluss zu gewinnen. Es waren letztendlich fünf Kriege notwendig, bis das endgültig gelungen war. Als 1901 Kumasi endgültig gefallen war.

Die Ashanti  waren die ersten Goldsucher in Afrika.  Das Gold war ein Eckpfeiler für den Reichtum in den vergangenen Jahrhunderten. Nicht umsonst heißt der Küstenabschnitt, an dem Ghana liegt, Goldküste. Seit dem 19. Jahrhundert wird das Erz industriell abgebaut.  Grundsätzlich ist aber die Landwirtschaft prägend für die Bevölkerung. das Klima ist  vor allem passend für den Anbau von Kakao. Er ist weiterhin ein  wirtschaftliche Rückgrat.  Weiterhin hat die Holzverarbeitung eine bestimmte Bedeutung.

Ein wichtiges kulturelles Element ist die Baukunst.  Typisch sind aus Lehm und Flechtwerk gebaute Häuser, die mit Palmblättern bedeckt sind.  Oftmals sind die unteren Mauerbereiche mit Symbolen geschmückt. In kleineren Dörfern ist dieser traditionelle Baustil bis heute zu beobachten. Lehm und Flechtwerk gehören in ganz Westeuropa zum Baustoff für Häuser und Gebäude.

Traditionelle Religionen sind nicht total ausgestorben. Experten sagen, dass ei n Drittel der in Ghana legenden Menschen solchen Religionen noch angehören. Schreine auch im Ashanti-Land zeugen davon.

Literatur: Jojo Gobbinah, Ghana – Praktisches Reisehandbuch für die Goldküste Westafrikas, Frankfurt am Main, 1993.

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Forschung über Afrika in Bern


Im Jahre 1966 als ethnologisches Seminar in der Altstadt von Bern gegründet, entwickelte sich dieses zu einem der größten Institute im deutschsprachigen Raum mit vier ordentlichen Professuren, einer Assistenzprofessur, Assistierenden und wechselnden Lehraufträgen, welche ungefähr 360 Studierende betreuen.

Im Zentrum des Studiums steht der Erwerb der Fähigkeiten, kulturelle Logiken zu entschlüsseln und das Handeln von Menschen in sozialen Kontexten zu analysieren. Es geht also darum, herauszufinden, warum sich Menschen unter bestimmten Verhältnissen entsprechend verhalten. Dabei wird auch die kritische Auseinandersetzung mit den eigenen Vorstellungen und Gewissheiten gefördert.

Am Institut für Sozialanthropologie wird über aktuelle und politisch relevante Themen wie Klimawandel, Land Grabbing, Menschenrechte und Staatsgrenzen, Arbeit in prekären Verhältnissen, transnationale Produktion, globale soziale Bewegungen, die Rolle neuer Medien für die Produktion kultureller Identität genauso wie über klassische Themen des Gabentausches, der Verwandtschaft, der religiösen Praxis oder der Ökologie geforscht.

Das Institut bietet ein Bachelor-Studienprogramm für die grundständige Ausbildung, zwei Master-Studienprogramme für die vertiefte Ausbildung mit diversen Schwerpunktsetzungen sowie, in Zusammenarbeit mit den anderen Anthropologischen Instituten der Schweiz, ein Doktorandenprogramm an.

Es gibt derzeit acht Forschungsprojekte der Universität, die eine Bezug zu Afrika haben Darüber hinaus weitere im Verbindungen nach Amerika, Asien und Australien

Die Uni in Bern hat durchaus interessante, überraschende und außergewöhnliche Forschungsprojekte im Angebot. Zum Beispiel nehmen die Berner Forscherinnen und Forscher das Phänomen Nollywood unter die Lupe. In Nigeria gibt es eine florierende Filmindustrie. Der an Hollywood erinnernde Name kommt da nicht von ungefähr.

Das Besondere ist, dass sich die Filmemacher und Schauspieler ganz speziell an das afrikanische Publikum wenden. Es ist gar nicht vorgesehen, auf den Europäischen Markt damit zu gehen. Zumindest nicht auf den Markt, den weiße Europäer bedienen. Es sind spezielle für das dunkelhäutige Publikum gemachte Geschichten. Die Filme tauch auch eigentlich nicht in Kinos auf. Sie werden als CD’s in Afrika wie in Europa verkauft.

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Basel hat Afrika fest im Blick


Afrika und Europa sind auf vielfältige Arten miteinander verbunden. Die beiden Kontinente teilen nicht nur eine lange gemeinsame Geschichte, sondern auch Möglichkeiten und Herausforderungen der Gegenwart. So steht es auf der Homepage des Zentrums für Afrikaforschung der Universität Basel. Der Autor spricht mir aus dem Herzen.

Weiter im Text: Beides verlange nach einem gemeinsamen und interdisziplinären Ansatz um positive Resultate hervorzubringen. Ja – Gemeinsames Handeln ist immer gut. Zur Zeit ist das gegenseitige Wissen über einander noch begrenzt. Afrikaforschung in gleichberechtigter Zusammenarbeit mit afrikanischen Wissenschaftlern trägt zur Schaffung gemeinsamer Kompetenzen bei. So ist es!

Die Universität Basel ist ein Zentrum der Afrikaforschung in der Schweiz. Diese Entwicklung gründet auf einer langen Forschungstradition. Die sich in folgenden Einrichtungen wiederspiegelt: das Schweizer Tropeninstitut, das Museum der Kulturen, die Basler Afrika Bibliographien. In mehreren Disziplinen ist ein starkes Interesse an Afrika vorhanden.

Seit 2001 koordiniert das Zentrum für Afrikastudien Lehre und Forschung und bietet „African Studies“ an. Studierende zahlreicher Disziplinen können sich dort auf Afrika spezialisieren. Graduierte wurden schon für prestigeträchtige Doktorandenprogramme zum Beispiel in Oxford oder Chicago ausgewählt. Das Zentrum repräsentiert die Schweizer Afrikastudien und hat sich mittlerweile ein Netzwerk mit vielen Kontakten zu weiteren Forschungseinrichtungen aufgebaut. Es verfügt über eine Reihe an Partnerschaften und Übereinkünften mit afrikanischen Universitäten.

Aufbauend auf dieser Entwicklung hat die Universität Afrika zu einem ihrer strategischen Interessensgebiete erklärt. Ja – langsam werde ich zu einem echten Fan von Basel. Es gibt Forschungspartnerschaft zwischen der Schweiz und Südafrika mit dem Schweizerischen Tropeninstitut als führende Institution und eine Zusammenarbeit mit Tansania und der Elfenbeinküste. Entsprechend übernahm die Universität die dotierte Professur für afrikanische Geschichte im Jahr 2008 und schuf 2009 eine neue Professur für African Studies mit Gesellschaftswissenschaftlichem Profil.

Die strategischen Entscheidungen der Universität wurden durch die starke Initiative der Wissenschaftler mit Schwerpunkt Afrika an der Universität Basel unterstützt. Sie haben das  Kompetenzzentrum Afrika in die Wege geleitet, das 2008 von der Universität genehmigt wurde. Das Kompetenzzentrum Afrika wurde im Februar 2009 gegründet. Es baut auf den spezifischen Kompetenzen und Ressourcen an der Universität Basel auf und vereint zahlreiche Disziplinen, welche die beiden von der Universität in ihrer Strategie 2007 genannten Schwerpunkte (Kultur und Life Sciences) abdecken.

 

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Die Nupe halten zusammen


Sie sind geschickte Handwerker. In vielen Bereichen haben sich die Nupe einen sehr guten Ruf erworben. Sie begegnen uns als Schmiede, Bronze- und Silberschmiede, Weber, Hersteller von Glasperlen, Töpfer oder Instrumentenbauer. Vor allem haben kunstvoll verzierte Kalebassen, die vor dem Eingravieren der geometrischen Figuren blau, rot oder gelb eingefärbt werden, die Nupe bekannt gemacht. Kalebassen sind flaschenartige Gefäße. Die Handwerker in Zünften zusammengeschlossen, die einen hohen Organisationsgrad besitzen.

Die Nupe leben nördlich des Niger im nördlichen Nigeria und den angrenzenden Staaten. Rundhütten, deren Mauern verziert sind, und umzäunte Gehöfte sind ihre traditionellen Wohnstätten. Wie viele andere Volksgruppen in Nigeria gibt es ein traditionelles Oberhaupt, das heutzutage vor allem noch gesellschaftliche Aufgaben hat. Es ist der Emir von Bida – der Hauptstadt der Nupe.

Obwohl die Mehrzahl der Nupe mittlerweile längst zum Islam übergetreten ist, haben einige von ihnen sich ihre ursprüngliche Religion bewahrt. Bemerkenswert sind die traditionellen Höflichkeitsformen und Begrüßungsrituale.

Die Nupe bilden trotz vieler gruppenspezifischer kulturellen Besonderheiten eine geschlossene ethnische Einheit. Was eigentlich nicht verwundert, sind sie doch überall, wo sie leben, in der Minderheit. Das schweißt zusammen. Grundpfeiler des Zusammenhalts sind die Sprache und die Traditionen.

In der Stadt Pategi – in der Nähe der großen Stadt im Nordwesten Nigerias – zeigt sich das in besonderer Weise. Jedes Jahr im Februar oder März findet dort eine farbenfrohe Regatta statt. Und zwar dort, wo der Fluss Kaduna in den Niger mündet. Das Fest soll die Einheit und die Geschlossenheit der Nupe verdeutlichen.

Ich verweise auf die bisher in den Posts über die Volksgruppen genannte Literatur.

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Die Fulbe – Bewohner der Savanne


Sie sind bekannt als Viehzüchter. Im Norden Nigerias gehen die Fulbe nach wie vor dieser landwirtschaftlichen Tätigkeit nach. Ihr Lebensraum erstreckt sich insgesamt von Senegal bis zum Tschadsee. Sie gehören zu den Afrikanern, die vor allem die Savanne bewohnten. Und dort als Nomaden lebten und leben. Auch wenn viele von ihnen mittlerweile sesshaft geworden sind. Im Norden Nigerias haben sie sich sogar zu einer Art Bildungselite entwickelt. Die Forschung geht davon aus, dass sie einst aus dem Senegal-Tal eingewandert sind.

Wie andere Gruppen aus dieser geographischen Region haben sie vor Jahrhunderten den Islam angenommen. Und politisch so an Bedeutung gewonnen, dass sie in einigen Emiraten rund um den Tschadsee die Herrscher stellten. Wohl auch, weil sie als religiöse Eiferer galten und den so genannten Heiligen Krieg nach Westafrika brachten. Die auf diese Weise entstandenen traditionellen Herrscher-Sitze gibt es teilweise bis zum heutigen Tag. Allerdings ist ihre politische Bedeutung seit der Kolonialzeit weit geringer als damals. Der Sultan von Sokoto gilt aber heute noch als der höchste islamische Titelträger der Region.

Im Laufe der Zeit haben sich die Fulbe mit den Haussa so vermischt, dass viele von ihnen ihre eigentliche Muttersprache nicht mehr beherrschen. Sie wird heute nur noch in wenigen Regionen gesprochen. Die Fulbe haben sich den Haussa so angenähert, dass es in Sachen Religion, Kultur und Lebensart keinerlei Unterschiede mehr gibt. Eine Ausnahme sind diejenigen, die bis zum heutigen Tag als Nomaden leben. Sie legen großen Wert auf ihre Herkunft.

Allerdings haben die Fulbe ein typisches Aussehen, dass sie von den übrigen Ethnien in Westafrika durchaus unterscheidet: eine hellere Hautfarbe, dünne Lippen und ein langes Haar. Kunstvolle Frisuren bei den Frauen sind die Folge. Der traditionelle Fulbe-Mann trägt einen großen Stock – oftmals quer über die Schultern. Statt dem Begriff Fulbe begegnet uns für das selber Volk auch der Begriff Fulani.

Ich verweise auf die Literaturhinweise im Post über die Yoruba.

 

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Ein Zentrum für Afrika in Wien


In vielen afrikanischen Sprachen heißt das Institut für Afrikawissenschaften in Wien seine Gäste auf seiner Internetseite willkommen. Das macht uns Freude. Und allein schon deshalb hat es die Einrichtung verdient, in diese Sammlung von Instituten mit afrikanischem Einschlag aufgenommen zu werden.
Begründer der Afrikanistik an der Universität Wien ist Leo Reinisch (1832-1919), dessen Forschungstätigkeit jedoch sehr bald hauptsächlich der Sprachenwelt Nordostafrikas und Fragen der sogenannten „semitohamitischen“ Sprachverwandtschaft galt. Reinisch war 1896/97 Rektor der Universität Wien. Unter seinem Rektorat promovierte die erste Frau an der Alma Mater, die Ärztin Gabriele Posanner von Ehrenthal!
In der Zeit von 1873-1892 wurden afrikanistische Vorlesungen unter „Philologie, Altertumskunde und Linguistik“ angeboten, von 1893 -1922/23 am Orientalistischen Institut unter der Studienrichtung „ Allgemeine und vergleichende Sprachforschung und orientalische Philologie“.
 1923 wurde das „Institut für Ägyptologie und Afrikanistik“ als Vorläufer des heutigen Instituts von Hermann Junker (1877-1962), dem berühmten Ausgräber der Pyramidenfelder von Gizeh, gegründet.
Es bestand ein breitgefächerter Lehrbetrieb in zahlreichen afrikanischen Sprachen – beispielsweise Ewe, Fulfulde, Nubische Sprachen, Somali. Seit 1953 erfüllte Hans Günther Mukarovsky (1922-1992 einen Lehrauftrag zur afrikanischen Sprachwissenschaft. Er habilitierte sich 1963 und wurde – nachdem ein selbständiger Lehrstuhl für Afrikanistik in Wien errichtet worden war – 1977 auf denselben berufen, den er bis kurz vor seinem Tode innehatte. Neben seinen Forschungen zu Problemen großräumiger Sprachverwandtschaften galt sein Interesse – und besondere Förderung – auch stets der Geschichte und Gegenwart der afrikanischen Gesellschaften. Daher haben – neben historischer und deskriptiver Sprachwissenschaft – ebenso Geschichts- und Literaturwissenschaft, wie auch Politik und Länderkunde sämtlicher Staaten Afrikas am Wiener „Institut für Afrikanistik“, seit 1978 ein selbständiges Institut, eine Heimstätte gefunden. Seit 2007 heißt die Einrichtung „Institut für Afrikawissenschaften“. Es gibt zwei Professuren: „Geschichte und Gesellschaften Afrikas“ und „Afrikanische Sprachen und Literaturen“

Es bestehen Kontakte in Forschung und Lehre zu Universitäten in Tansanias, Nigeria und Burkina Faso sowie mit Afrikalinguisten und -innen weltweit. Es gibt verschiedene Publikationsreihen, die unter dem Dach des Instituts regelmäßig erscheinen:
– Stichproben – Wiener Zeitschrift für kritische Afriastudien
– Beiträge zur Sudanforschung
– Occasional Papers

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Haussa – die erfolgreichen Händler


Sie sind eine wichtige Bevölkerungsgruppe in Westafrika. Vor mehr als tausend Jahren sind sie in ihre heutigen Wohnsitze im Norden Nigerias eingewandert. Weit darüber hinaus sind die Haussa als Händler bekannt. Sollte man ein eine bestimmte Ware nicht auf dem Markt finden, genüge es, mit einem Haussa-Händler Kontakt aufzunehmen. Binnen weniger Stunden würde er den Wunsch erfüllen. Es würde ihm auch gelingen, Wasser an Menschen zu verkaufen, die am Fluss oder am Meer leben. Solche Geschichten erzählen sich die Afrikaner über die Haussa.

Sie haben sich aber auch als geschickte Handwerker einen Namen gemacht. Berühmt sind die Stofffärber aus Kano im Norden Nigerias. Sie haben auch auf andere Art und Weise den Menschen der Savanne am westlichen Rand der Sahara beeinflusst und deren Kultur ihren Stempel aufgedrückt: Weit über ihre Grenzen hinweg ist ihr bekanntes Gewand, die Baba Riga, typisch geworden für die Muslime in der Region. Es handelt sich dabei um ein lose fallendes, oftmals reich besticktes Gewand. Es wird über einer weiten Hose und einem Turban getragen. Dabei ist Weiß die dominierende Farbe.

Die Sprache der Haussa umfasst ein reichhaltiges Vokabular. Experten sprechen von einem musikalischen Klang und von einem großen Schatz an Sprichwörtern.

Relativ früh entwickelten sie staatsähnliche Strukturen im Bereich des Tschadsees, die teilweise bis ins 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle in Westafrika spielten. Arabische Händler brachten den Islam zu den Haussa. Könige der Haussa nahmen gerne arabische Gelehrt in ihre Höfe auf. Wohl auch in diesem Zusammenhang steht die Legende, dass die Haussa von einem Königssohn aus Bagdad abstammen. Bayajidda verschlug es in die Stadt Daura. Dort zeigte er großen Mut im Kampf gegen eine Schlange, womit der das Herz der Königin eroberte. Die einzelnen Staaten hatten sich aber schon vor der Islamisierung gebildet. Ihre Namen – etwa Kano, Katsina und Zaria – kennen wir heute noch als Städte im Norden von Nigeria.

Ich verweise auf die Literaturhinweise im Post über die Yoruba.

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Über Zürich nach Afrika


Wir haben gesehen, dass es durchaus viele Möglichkeiten gibt, an deutschen Universitäten sich mit Afrika zu beschäftigen. Es geht auch in der Schweiz und in Österreich. Beispielsweise geht das am Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft an Universität Zürich.

Was 1886 mit der Habilitation des Mediziners und Mittelamerikaforschers Dr. Otto Stoll für das Gebiet Ethnographie und Anthropologie begann. Was bedeutet, er ist zum Professor geworden. Er war Gründungsmitglied der Ethnographischen Gesellschaft Zürich und wurde erster Direktor der „Sammlung für Völkerkunde“.

Mit der Gründung des Ethnologischen Seminars und des Völkerkundemuseums im Jahr 1971 wurde die Ethnologie ein selbständiges Fach. Seither stehen folgende Themen im Vordergrund: Wirtschaftsethnologie und Ökologie, politische Ethnologie und Rechtsethnologie, Verwandtschaftsethnologie, Ethnologie der Geschlechterbeziehungen, Ethnopsychoanalyse, soziale Bewegungen und Ethnizität sowie Entwicklungsethnologie. Seit 2014 haben sich das Institut für Populäre Kulturen, das Ethnologische Seminar und das Völkerkundemuseum zum Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft (ISEK) zusammengeschlossen. Im Bereich Ethnologie gibt es vier Lehrstühle.
Mit mehr als 2000 Sprachen und Kulturen und mit über einer Milliarde Menschen ist „Afrika“ kein Ort, den wir in einem einzigen Semester studieren können. Wie war ist doch dieser Satz, der im Internetauftritt des Instituts zu finden ist. Anstatt eines enzyklopädischen Überblicks gibt es deshalb im Studium ausgewählte Blicke auf die Vielfalt auf dem Kontinent. Das die sehr umfangreich ist, habe ich ja schon öfters durchblicken lassen.

Folgen wir weiter der eigenen Beschreibung des Instituts: „Durch die Auseinandersetzung meist westlicher Autoren mit unterschiedlichen kulturellen Phänomenen in Afrika wurden einige weitreichende theoretische Ansätze formuliert, die zum Teil bis heute in der Wissenschaft kritisch diskutiert werden. Wir werden uns einige dieser klassischen Texte der Ethnologie Afrikas ansehen und dabei auch nachverfolgen, wie sich die ethnologische Auseinandersetzung mit den Anderen verändert hat.“ Die Professoren wollen mit ihren Studenten vor allem der oftmals von außen dargestellten Sicht die Sicht der Afrikaner gegenüberstellen. Das ist gut so!

Einige „Schlaglicht-Themen“ dabei sind: die Geschichte des Kolonialismus, der Unterentwicklung und der Entwicklungshilfe; Gesellschaften ohne „Staat“; Straßenhandel und das Missverständnis der „informellen Wirtschaft“; Hexerei, Orakel und Magie als alternative Rationalität; Vorreiter oder Vandalen? Urbane Jugendkulturen in Afrika; Afrikanische Kunst und Kunst aus Afrika. Wir sehen also: Das Angebot ist sehr umfangreich.

Und dann werden noch zwei interessante Fragen aufgeworfen. Was hat unser Handy mit dem Krieg im Kongo zu tun? Warum hilft Europa kaum einmal bei ethnischer Gewalt? Ein Afrikastudium in Zürich scheint sich also durchaus zu lohnen.

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Die aufgeschlossenen Wolof


Die westafrikanische Küste zwischen den Mündungen des Senegal- und des Gambia-Flusses ist die Heimat der Wolof. Sie gehörten im 15. Jahrhundert zu den ersten Volksgruppen in Afrika, die Erfahrung mit dem “weißen Mann” machten. Vor 500 Jahren bildeten sie einen einflussreichen Staat, dessen Anführer es schaffte, über 100 000 Soldaten zum Kriegsdienst zu rufen.

Im Laufe der Geschichte entstanden mehrere kleine Königreiche. Wobei wie immer in Afrika dieser Begriff die Verhältnisse nicht richtig trifft. Zu sehr haben wir Europäer unsere mittelalterlichen Könige im Kopf, wenn wir diesen Begriff hören. Es gibt schlichtweg keinen anderen in der deutschen Sprache. Die Gesichte der Wolof ist geprägt vom kulturellen Austausch mit Nachbarvölkern, bis hin zur Übernahme von Lebensweisen der französischen Kolonialherren.

Heutzutage zählen sich über zwei Millionen Menschen zu den Wolof. Ursprünglich bewohnten sie auch nördlichere und östlichere Gebiete. Aber nicht zuletzt eindringende Berber und Mauren – islamische Menschen aus den Wüstengebieten – drängten sie zurück. Der Kontakt zu diesen Menschen brachte ihnen den Islam als Religion. Nur wenige Wolof sind in diesen Tagen Christen. Ihre Sprache ist im Senegal Verkehrs- und Nationalsprache.

In ihrer traditionellen Religion spielt der Ahnenkult eine große Rolle. Es gab einen Hauptgott, der über allen anderen überirdischen Wesen stand. Es brauchte Vermittlerwesen, um mit ihm in Kontakt treten zu können.

Die Landwirte der Wolof haben sich als Exporteure von Hirse, Sorghum und Erdnüsse einen Namen gemacht. Ein wichtiger Gewerbezweig ist der Salzhandel. Bis zum heutigen Tag wird Salz in Salinen abgebaut.

Fachleute sprechen davon, dass die Kunsthandwerker aus Nigeria oder Ghana wohl noch kunstfertiger sind als die der Wolof. Trotzdem ist ein ansehnliches Schmuckhandwerk im Gebiet dieser Volksgruppe entstanden.
Bei der Literatur zu den Wolof verweise ich auf das schon genannte Werk von Beuchelt und Ziehr (siehe Blogtext über die Yoruba). Dort finden sich auch weitere Literaturhinweise.

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Wir bleiben in Berlin


Wie gesagt: Es ist kein Wunder, dass die Forscher über Afrika nicht zuletzt in Berlin zu Hause sind. Auf das Wirken großer Wissenschaftler wie Adolf Bastian und Rudolf Virchow, die im Jahr 1869 die „Berliner Gesellschaft für Anthropologie“ mitbegründeten, habe ich ja schon hingewiesen.

An der Freien Universität ist die Disziplin Ethnologie seit ihrer Gründung 1948 verankert und hat hier eine wechselreiche Geschichte durchlaufen. Wichtig war da bei nach eigener Aussage der Fokus auf die Regionalforschung und die Tatsache, interdisziplinär zu arbeiten.

Das Institut für Sozial- und Kulturanthropologie (früher „Institut für Ethnologie“)  befindet sich heute im Landoltweg in einer Villa mit Garten, die wenige Schritte von den Hauptgebäuden der Freien Universität sowie der Großen Mensa entfernt liegt. Im Jahr 2013 wurde ein weiteres Villengebäude in der angrenzenden Thielallee bezogen, in dem sich vorwiegend Büros von Lehrenden und anderen Mitarbeitern befinden.

Auch die Universitätsbibliothek und die Bibliotheken des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften, in die die ethnologische Sammlung im Jahr 2007 eingegliedert wurde, befinden sich in Laufnähe. Viele Studierende kommen regelmäßig ans Institut, um Lehrveranstaltungen zu besuchen oder sich im Rahmen des studentischen Cafés „goldfish“ bzw. im Institutseigenen Garten zu treffen. Neben den Studiengängen Sozial- und Kulturanthropologie wird am Institut für Sozial- und Kulturanthropologie der englischsprachige weiterbildende Master-Studiengang Visual and Media Anthropology angeboten. Alle drei Studiengänge vermitteln den Studierenden eine qualifizierte, an aktuellen Fachdebatten und globalen Problemen orientierte universitäre Ausbildung. So steht es zumindest auf der Homepage.

Regionalen Schwerpunkte setzen das östliche und südliche Afrika. Bei der Forschung spielen häufig Migrationszusammenhänge im europäischen Umfeld eine Rolle. Fünf Arbeitsstellen – Anthropologie der Emotionen, Medizinethnologie, Umweltanthropologie, Katastrophenforschung, Visuelle und Medienanthropologie – stellen, zusammen mit der Religionsethnologie und der Politik- und Rechtsanthropologie, übergreifende Forschungsschwerpunkte des Instituts dar.

Durch zahlreiche Drittmittelforschungsprojekte gehört das Institut für Sozial- und Kulturanthropologie nach eigener zu einem der forschungsstärksten Institute in Deutschland und verfügt ferner über viele internationale Netzwerke zu Partneruniversitäten im Ausland.

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