Geschichte

Die Nupe halten zusammen


Sie sind geschickte Handwerker. In vielen Bereichen haben sich die Nupe einen sehr guten Ruf erworben. Sie begegnen uns als Schmiede, Bronze- und Silberschmiede, Weber, Hersteller von Glasperlen, Töpfer oder Instrumentenbauer. Vor allem haben kunstvoll verzierte Kalebassen, die vor dem Eingravieren der geometrischen Figuren blau, rot oder gelb eingefärbt werden, die Nupe bekannt gemacht. Kalebassen sind flaschenartige Gefäße. Die Handwerker in Zünften zusammengeschlossen, die einen hohen Organisationsgrad besitzen.

Die Nupe leben nördlich des Niger im nördlichen Nigeria und den angrenzenden Staaten. Rundhütten, deren Mauern verziert sind, und umzäunte Gehöfte sind ihre traditionellen Wohnstätten. Wie viele andere Volksgruppen in Nigeria gibt es ein traditionelles Oberhaupt, das heutzutage vor allem noch gesellschaftliche Aufgaben hat. Es ist der Emir von Bida – der Hauptstadt der Nupe.

Obwohl die Mehrzahl der Nupe mittlerweile längst zum Islam übergetreten ist, haben einige von ihnen sich ihre ursprüngliche Religion bewahrt. Bemerkenswert sind die traditionellen Höflichkeitsformen und Begrüßungsrituale.

Die Nupe bilden trotz vieler gruppenspezifischer kulturellen Besonderheiten eine geschlossene ethnische Einheit. Was eigentlich nicht verwundert, sind sie doch überall, wo sie leben, in der Minderheit. Das schweißt zusammen. Grundpfeiler des Zusammenhalts sind die Sprache und die Traditionen.

In der Stadt Pategi – in der Nähe der großen Stadt im Nordwesten Nigerias – zeigt sich das in besonderer Weise. Jedes Jahr im Februar oder März findet dort eine farbenfrohe Regatta statt. Und zwar dort, wo der Fluss Kaduna in den Niger mündet. Das Fest soll die Einheit und die Geschlossenheit der Nupe verdeutlichen.

Ich verweise auf die bisher in den Posts über die Volksgruppen genannte Literatur.

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Die Fulbe – Bewohner der Savanne


Sie sind bekannt als Viehzüchter. Im Norden Nigerias gehen die Fulbe nach wie vor dieser landwirtschaftlichen Tätigkeit nach. Ihr Lebensraum erstreckt sich insgesamt von Senegal bis zum Tschadsee. Sie gehören zu den Afrikanern, die vor allem die Savanne bewohnten. Und dort als Nomaden lebten und leben. Auch wenn viele von ihnen mittlerweile sesshaft geworden sind. Im Norden Nigerias haben sie sich sogar zu einer Art Bildungselite entwickelt. Die Forschung geht davon aus, dass sie einst aus dem Senegal-Tal eingewandert sind.

Wie andere Gruppen aus dieser geographischen Region haben sie vor Jahrhunderten den Islam angenommen. Und politisch so an Bedeutung gewonnen, dass sie in einigen Emiraten rund um den Tschadsee die Herrscher stellten. Wohl auch, weil sie als religiöse Eiferer galten und den so genannten Heiligen Krieg nach Westafrika brachten. Die auf diese Weise entstandenen traditionellen Herrscher-Sitze gibt es teilweise bis zum heutigen Tag. Allerdings ist ihre politische Bedeutung seit der Kolonialzeit weit geringer als damals. Der Sultan von Sokoto gilt aber heute noch als der höchste islamische Titelträger der Region.

Im Laufe der Zeit haben sich die Fulbe mit den Haussa so vermischt, dass viele von ihnen ihre eigentliche Muttersprache nicht mehr beherrschen. Sie wird heute nur noch in wenigen Regionen gesprochen. Die Fulbe haben sich den Haussa so angenähert, dass es in Sachen Religion, Kultur und Lebensart keinerlei Unterschiede mehr gibt. Eine Ausnahme sind diejenigen, die bis zum heutigen Tag als Nomaden leben. Sie legen großen Wert auf ihre Herkunft.

Allerdings haben die Fulbe ein typisches Aussehen, dass sie von den übrigen Ethnien in Westafrika durchaus unterscheidet: eine hellere Hautfarbe, dünne Lippen und ein langes Haar. Kunstvolle Frisuren bei den Frauen sind die Folge. Der traditionelle Fulbe-Mann trägt einen großen Stock – oftmals quer über die Schultern. Statt dem Begriff Fulbe begegnet uns für das selber Volk auch der Begriff Fulani.

Ich verweise auf die Literaturhinweise im Post über die Yoruba.

 

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Die aufgeschlossenen Wolof


Die westafrikanische Küste zwischen den Mündungen des Senegal- und des Gambia-Flusses ist die Heimat der Wolof. Sie gehörten im 15. Jahrhundert zu den ersten Volksgruppen in Afrika, die Erfahrung mit dem “weißen Mann” machten. Vor 500 Jahren bildeten sie einen einflussreichen Staat, dessen Anführer es schaffte, über 100 000 Soldaten zum Kriegsdienst zu rufen.

Im Laufe der Geschichte entstanden mehrere kleine Königreiche. Wobei wie immer in Afrika dieser Begriff die Verhältnisse nicht richtig trifft. Zu sehr haben wir Europäer unsere mittelalterlichen Könige im Kopf, wenn wir diesen Begriff hören. Es gibt schlichtweg keinen anderen in der deutschen Sprache. Die Gesichte der Wolof ist geprägt vom kulturellen Austausch mit Nachbarvölkern, bis hin zur Übernahme von Lebensweisen der französischen Kolonialherren.

Heutzutage zählen sich über zwei Millionen Menschen zu den Wolof. Ursprünglich bewohnten sie auch nördlichere und östlichere Gebiete. Aber nicht zuletzt eindringende Berber und Mauren – islamische Menschen aus den Wüstengebieten – drängten sie zurück. Der Kontakt zu diesen Menschen brachte ihnen den Islam als Religion. Nur wenige Wolof sind in diesen Tagen Christen. Ihre Sprache ist im Senegal Verkehrs- und Nationalsprache.

In ihrer traditionellen Religion spielt der Ahnenkult eine große Rolle. Es gab einen Hauptgott, der über allen anderen überirdischen Wesen stand. Es brauchte Vermittlerwesen, um mit ihm in Kontakt treten zu können.

Die Landwirte der Wolof haben sich als Exporteure von Hirse, Sorghum und Erdnüsse einen Namen gemacht. Ein wichtiger Gewerbezweig ist der Salzhandel. Bis zum heutigen Tag wird Salz in Salinen abgebaut.

Fachleute sprechen davon, dass die Kunsthandwerker aus Nigeria oder Ghana wohl noch kunstfertiger sind als die der Wolof. Trotzdem ist ein ansehnliches Schmuckhandwerk im Gebiet dieser Volksgruppe entstanden.
Bei der Literatur zu den Wolof verweise ich auf das schon genannte Werk von Beuchelt und Ziehr (siehe Blogtext über die Yoruba). Dort finden sich auch weitere Literaturhinweise.

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Yoruba – die lebensfrohen Künstler


Afrikaner ist gleich Afrikaner. Das denkt vielleicht so eine rechte Dumpfbacke. Stimmen tut es selbstverständlich nicht. Genauso wenig wie alle Deutschen gleich sind. Versucht doch Mal, einen Bayern und einen Ostfriesen in einen Topf zu werfen. Da würden sich beide ganz schön bedanken.

Nein, in Afrika gibt es unzählige verschieden Volksgruppen mit einer eigenständigen und interessanten Kultur. Es wird höchste Zeit, dass ich Euch die vorstelle. Da ich mich in Westafrika – und besonders in Nigeria – am besten auskenne, fange ich dort an.

Die Yoruba gelten als lebensfrohes und stolzes Volk. Sie leben vor allem im südwestlichen Landesteil des heutigen Nigerias. Wir finden sie aber auch in Benin oder Togo. Der schlimme, schlimme Sklavenhandel hat darüber hinaus dafür gesorgt, dass Yoruba auch in Amerika und der Karibik leben. Das Yorubaland besteht aus mehreren Königreichen, die bis zum heutigen Tag bestand haben. Deren Chefs, Oni, Alafin oder Oba genannt, sind nach wie vor angesehen und werden von Politikern nach wie vor geachtet. Ob das Wort Königreich jetzt wirklich stimmt, bleibt dahingestellt. Es gibt im Deutschen schlichtweg keinen anderen Begriff.

Nach ihrer eigenen Überlieferung stammen die Yoruba aus dem Nordosten – wahrscheinlich aus dem Gebiet zwischen Tschadsee und Oberägypten. Bis zum Jahr tausend nach Christus sollen sie in den Süden gekommen sein. Ife war ihr erstes Zentrum. Nie bildeten sie einen zusammenhängenden Staat. Immer waren es einzelne Städte am Rand des Regenwaldes, die miteinander in Konkurrenz standen. Ife war auch das kulturelle Zentrum. Dort gab es sogar ein Orakel – ähnlich dem in Delphi in Griechenland.

Die Yoruba sind vor allem für ihr Kunsthandwerk bekannt. Die Bronze- und Terakottafiguren aus Ife sind weltbekannt. Diese Handwerkskunst ist Jahrhunderte alt. Viele Kunstwerke aus Yoruba-Händen zieren heutzutage Museen auf der ganzen Welt.

Wichtig war und ist außerdem die Landwirtschaft. Die Yoruba haben sich als Exporteure von Kakao einen Namen gemacht. Sie sind jedoch vor allem als Händler bekannt. Im 19. Jahrhundert haben sie sich früh den protestantischen Missionaren geöffnet. Deshalb sind viele unter ihnen bis zum heutigen Tag Christen. Überhaupt sind sie bereitwillig auf die Europäer, die als Kolonialherren kamen, zugegangen. Sie haben häufig europäische Schulen besucht und gehören deshalb bis heute zur Elite Nigerias.

In ihrer traditionellen Religion gibt es einen Hauptgott namens Olorun oder Olodumare. Es ist der Schöpfer der Welt. Wie bei vielen anderen afrikansichen Völkern aber auch gibt es darüber hinaus eine Vielzahl von weiteren Gottheiten.

Es ist jetzt nicht so einfach, so ohne weiteres deutschsprachige Literatur über die Yoruba zu bekommen: Zu empfehlen wären aber diese zwei Werke: Nigeria – Reiseführer mit Landeskunde von Eberhard Stahn. Und Schwarze Königreiche. Völker und Kulturen Westafrikas von Eno Beuchelt und Wilhelm Ziehr.

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Afrika ist ein einziger Höhepunkt


African Highlights. So nennt sich eine Internetseite, auf die ich vor kurzem gestoßen bin. Höhepunkte aus Afrika aufzeigen? Natürlich! Für mich ist Afrika ja ein einziger Höhepunkt. Nein – jetzt im ernst. Der Titel für die Seite ist durchaus sinnvoll gewählt. 

Denn die beiden Betreiber – ich werde sich später noch vorstellen – bieten interessante Informationen über den Kontinent: Es geht dabei um die Überbegriffe Umwelt, Wirtschaft, Geschichte, Politik, Wissenschaft, Gesellschaft und Reise. Sie sahen sich geradezu gezwungen dazu. Würden doch die Menschen in Europa viel zu wenig über Afrika wissen. Wie bekannt mir das doch vorkommt. 

In den verschiedenen Artikel auf der Internetseite sind schon interessante Fakten zu finden. Beispielsweise dass Afrikaner mehr Geld in die Bildung stecken als die USA. Das widerspricht sicherlich so manchem Vorurteil, dass in Europa über den Kontinent zu hören ist. Nun – dass Afrika kulturell so einiges zu bieten hat, muss mir nicht gesagt werden. Wer’s bisher noch nicht wusste, der sollte sich die Höhepunkte aus Afrika zu Gemüte führen. Dort kann er lesen, dass es in Afrika die meisten noch lebendigen Sprachen auf der gesamten Weltkugel gibt. Oder das der Rechenstab eine afrikanische Erfindung ist. 

Und es gibt Informationen, die wir ehrlicherweise wirklich nicht in Afrika vermuten würden. Beispielsweise ist das Parlament mit den meisten Frauen nicht etwa in Europa zu finden, wo die Stimmen nach Gleichberechtigung vielleicht am lautesten sind. Nein, es befindet sich in Afrika –genau gesagt in Ruanda. Diese kleine Auswahl zeigt: Ein Besuch bei den Höhepunkten aus Afrika rentiert sich auf alle Fälle. 

Ok – Die beiden Initiatoren betreiben auch einen Online-Shop. Es ist also auch etwas Kommerzielles. Das ist aber ihr gutes Recht. Immerhin bieten sie anderen die Möglichkeit, auf diese Weise ihre Produkte zu verkaufen. Außerdem gibt es Informationen für all diejenigen, die ein Praktikum in Afrika machen wollen oder dort Freiwilligenarbeit leisten wollen. 

Hinter dem Projekt stecken Ingo Seifert und Germain Nimpagaritse. Seifert lebte fast 30 Jahre in Lesotho im südlichen Afrika. Er arbeitete dort mit verschiedenen Hilfsorganisationen sowie Solarfirmen zusammen.  Nimpagaritse ist ein IT-Fachmann. Er kam mit seiner Familie durch einen zweijährigen Einsatz an der Botschaft von Burundi nach Berlin.

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Afrika für den Nachwuchs – aber nicht nur für ihn


Eltern sind in diesen Tagen auf der Hut. Denn im Internet warten auf den Nachwuchs nicht nur Infos und Spaß, sondern auch Gefahren. Bei der Seite, die ich Euch heute vorstellen will, besteht diese Gefahr ganz und gar nicht. Und doch sollten die Erwachsenen am Computer bleiben, wenn ihre Sprösslinge sie anklicken. Denn es gibt interessante und noch dazu schön komponierte Informationen.

Unter www.afrika-junior.de gibt es alle Möglichen Infos und Hinweise zu Afrika. Das ist echt gut. Die Informationen sind altersgerecht aufgeteilt in solche für Kinder und solche für Jugendliche. In diesen beiden Oberkapiteln findet sich dann wissenswertes über verschiedene Bereiche. Im Kapitel über Musik werden die Klänge und Musiker nicht nur mit Worten erklärt – sondern wir können uns Songs auch gleich anhören.

Ein umfangreicher Teil erklärt die afrikanische Geografie und Tierwelt. Auch über die Geschichte des Kontinents wird berichtet. Die Kinder und Jugendlichen erfahren, woher der Name Afrika stammt. Die Römer haben nämlich diesen Teil der Erde so getauft. Und das wir Menschen alle letztendlich aus Afrika abstammen, ist gerade heutzutage eine wichtige Information.

Wer sich in seiner Freizeit mit Afrika beschäftigen will, der ist hier gut aufgehoben. Denn es ist ein großes Bücherregal aufgestellt –virtuell versteht sich. Das Angebot beginnt bei Märchen und Bildergeschichten, geht über Abenteuererzählungen und endet bei Biografien von berühmten Afrikanern. Außerdem sind auf der Internetseite kleine Filme zu finden – über das Leben von Kindern in Afrika. Das gesamte Angebot auf der Seite gibt es sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch. Aktuelle Nachrichten und Infos ergänzen den Reigen der Informationen. Ebenso eine Linksammlung mit interessanten Internetseiten für Kinder und Jugendliche.

Die Idee für Afrika Junior stammt von Angelika Hacker. Sie hat eine Hörbuchreihe mit interessanten Romanen aus Afrika herausgegeben. Viele dieser Hörbücher finden sich im Angebot auf der Internetseite. Die Idee zu ihr entstand dann eben aus Hackers Beschäftigung mit dem Thema Afrika. Im Rahmen der Initiative „Ein Netz für Kinder“ fördert der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BMK) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Seite. Die Welthungerhilfe ist ein Kooperationspartner der Seite. Wie gesagt, es lohnt sich auch für Erwachsene, dort einmal hineinzuschauen.

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Wir ziehen so richtig vom Leder


Als ich vor einigen Wochen meine Reise durch die Afrika-Museen im deutschsprachigen Raum begonnen hatte, war mir ehrlicherweise nicht klar, wie groß die Vielfalt doch ist. Mich freut es und Euch hoffentlich auch. Und so können wir auch im Deutschen Ledermuseum in Offenbach haltmachen.

Die Afrika-Abteilung stellt vor allem die Bauernkulturen der Savanne und des Sahel-Raumes Westafrikas sowie die Rinder- und Kamelnomaden in der Wüste Sahara und den Steppen Ostafrikas dar. Ein großes Lederzelt der Tuareg und ein Strohhaus aus Westafrika stehen für diese beiden Wirtschaftsformen. In allen diesen Regionen spielte bis zur Einführung von Plastik und Wellblech das Leder als Werkstoff in der traditionellen Kultur eine überaus wichtige Rolle, und das Lederhandwerk Westafrikas erreichte unter dem Einfluss des Islam, der von Marokko aus Schwarzafrika erreichte, ein hohes Niveau.

Geöffnet ist das Haus in der Berliner Straße von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr. Mehrere S-Bahnlinien und der Bus der Linie 103 steuern das Ledermuseum an. Der Eintritt kostet für Erwachsene acht Euro, Schüler ab 16 Jahren, Studenten und Schwerbehinderte zahlen fünf Euro. Kinder und Jugendliche unter 16 zahlen drei Euro. 

Auf unserer Fahrt zu interessanten Museen steigen wir heute in Mannheim aus. Das Museum Weltkulturen besitzt eine umfangreiche Afrika-sammlung. Im Blick sind dabei vor allem alte Königtümer des Kontinents. Die Exponate stammen aus der Region am Nigerbogen, dem Grasland von Kamerun und dem Äquatorialurwald. Viele seiner Stücke verdankt das Haus Forschungsreisenden und Sammlern, deren Wirken bis in die Zeit Kurfürst Carl Theodors zurückreicht.

So bereiste der Geograf Franz Thorbecke zwischen 1907 und 1913 Kamerun. Er gelangte bis an den Hof von König Njoya, König der Bamum. Dessen Herrschaftsgebiet lag im Westen von Kamerun. Zu den Glanzpunkten der Sammlung Thorbecke zählt die Aufsatzmaske des Herrschers Njoya. 

Aus der Stadt Benin in Westafrika stammen aufwendig gearbeitete Reliefplatten, die ursprünglich Pfeiler einer Palastanlage zierten. Eine elegante Holzschnitzarbeit eines Kranichs, eine Makonde-Skulptur in modernem Stil, repräsentiert die Vielfalt der Sammlungsstücke aus Ostafrika. 

Das zum Indischen Ozean orientierte östliche Afrika mit seinen Jahrtausende alten Viehzüchterkulturen und Eisenschmiedekunst, seiner altchristlichen Hochkultur und komplexen Staatlichkeit lässt sich anhand einiger hervorragender Exponate wie zum Beispiel eines äthiopischen Christusbildes darstellen.

Erwachsene zahlen 2,5 Euro Eintritt. Für Kinder und Jugendliche ist der Besuch kostenlos. Familien dürfen sich für fünf Euro im Museum umsehen. Das Haus ist vom Hauptbahnhof aus mit den Straßenbahnlinien 1,3,4 und 5 zu erreichen. Es ist Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Für Kinder gibt es spezielle Aktionen.

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Fürsprecher für afrikanische Kultur und Wissenschaft


Die Kultur Afrikas ist etwas Wert und sie hat es verdient, beachtet zu werden. Das sage ich – und das sagen auch die Mitglieder der Heinrich-Barth-Gesellschaft. Heinrich Barth bereiste einst im 19. Jahrhundert den Kontinent. Er gibt einer Organisation ihren Namen, die Verständnis für afrikanische Lebensformen wecken und mithelfen will, die Kontinente einander näher zu bringen. 

Deshalb hat die Organisation auf alle Fälle einen Platz auf diesem Blog verdient. Sie unterstützt Gruppierungen und Einzelpersonen, die sich einsetzen, um afrikanische Kultur zu erhalten, Geschichte und Umwelt Afrikas zu erforschen. Gegründet wurde die Gesellschaft 1976. Ihre Mitglieder sind begeistert von der Vielfalt des afrikanischen Kontinents. So verkünden sie es im Internet. 

Die Organisation unterstützt Forschungsprojekte zahlreicher Disziplinen:

  • Archäologie
  • Antrthopologie
  • Paläobotanik
  • Zoologie
  • Klimaforschung
  • Geowissenschaften

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sollen nicht im Verborgenem bleiben: Im Heinrich-Barth-Kurier, der mehrmals im Jahr erscheint, gibt es Spannendes zur Archäologie, zu verschiedenen Projekten und zur Kunst Afrikas zu lesen. Organisiert werden aber auch Vorträge, Reisen und individuelle Beratungen von Sammlern afrikanischer Kunst und Kultur. 

Die Gesellschaft tritt dazu als Förderer von Projekten in und über Afrika auf. Unter ihren Fittichen hat sie das Heinrich-Barth-Haus in Timbuktu in Mali. Dort lebte einst der Namensgeber – heute ist es ein kleines Museum. Ein ähnliches Projekt gibt es in Agadez im heutigen Niger. Entstanden ist beispielsweise auch eine CD mit Liedern der Dogon, die im heutigen Mali leben. 

Die Heinrich-Barth-Gesellschaft ist ein eingetragener Verein. Die Idee dazu entstand in den Köpfen der Gründerväter Cornelius Trebbien und Rolf Bienert 1973/74 während einer Expedition ins Nördliche Afrika. Mitglied kann ein jeder werden, der sich für den Kontinent interessiert. Auf der Internetseite der Organisation ist eine Beitrittserklärung als Pdf-Datei hinterlegt. 

Heinrich Barth zählt zu den führenden Personen in der Afrikaforschung. In der Zeit von 1845 bis 1847 war er im Norden des Kontinents unterwegs – von Marokko bis Ägypten. 1849 brach er erneut auf. Sein Weg führte ihn unter anderem in die Städte Tripolis, Agadez, Kano, Kanem, Sokoto und Timbuktu. Das er den Norden Nigerias besuchen konnte, zu einer Zeit, in der er keine Radikalen fürchten musste, macht mich schon ein wenig neidisch. 

1857 erschien sein fünfbändiges Werk „Reisen und Entdeckungen in Nord- und Centralafrika in den Jahren 1849 bis 1855“ in deutscher und englischer Sprache. Er studierte und lehrte in Berlin.

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Heilige Männer für Afrika


Sankt Augustin ist seit 1913 eine Niederlassung der Steyler Missionare. 1875 durch den hl. Arnold Janssen im niederländischen Steyl gegründet, arbeiten heute Patres, Brüder und Schwestern in mehr als 60 Ländern der Erde. Sie wollen dort den Menschen nicht nur den Glauben an Gott näher bringen. Uns in Europa wollen sie die Kulturen der Welt näherbringen. 

Und so entstand das Haus Völker und Kulturen. Es ist ein feines Völkerkundemuseum. Kunst- und Kultgegenstände aus Afrika nehmen darin einen breiten Raum. Besonderes Gewicht wird auf solche Gegenstände gelegt, die den Menschen in seiner Beziehung zu den übermenschlichen Mächten darstellen.

Die Objekte sind daher nicht in erster Linie als Kunstobjekte zu verstehen, sondern als sakrale Gegenstände mit religiösen Funktionen. So ist es in der Beschreibung im Internet zu lesen. Ihren eigentlichen Sinngehalt beziehen sie aus der Religion. Nur von hier aus werden sie für uns in ihrem Innersten verständlich. Es gibt eine eigene Abteilung „Christliche Kunst in Afrika.“ Im Mittelpunkt steht dabei Äthiopien.

Das Haus in der Arnold-Janssen-Straße 26 ist jeden ersten Sonntag im Monat von 10.30 bis 17 Uhr geöffnet. Es ist mit den Bonner Straßenbahnlinie 66 zu erreichen.

Die Mönchsgemeinschaft der Franziskaner betreibt ebenso ein Völkerkundemuseum. Wir können das Forum der Völker es in Werl finden. Seit 1909 brachten Missionare immer wieder Gegenstände aus aller Welt mit nach Deutschland. Das war der Grundstock des Hauses, das letztlich 1962 errichtet wurde. 

Schautafeln und Fotos informieren über Landschaften, Kulturen und Wirtschaftsformen. Vier Völker werden genauer vorgestellt: Die Dogon und die Senufo in der Savanne von Mali und der Elfenbeinküste sind Ackerbauern mit einer großen Handwerkstradition. Die Arbeiten ihrer Schnitzer und Metallgießer sind Ausdruck religiöser Vorstellungen. Buschgeister in Form kleiner Figuren sollen Gesundheit, Ernteglück und Wohlergehen herbeiführen. Eine Dorfszene mit Fassadenpfählen eines Männerversammlungshauses, mit Webstuhl, Kochplatz und Töpfereierzeugnissen der Frauen, gibt Einblick in das häusliche Leben und die Arbeitsteilung.

Im Gebiet des heutigen Ghana entstanden einst durch Goldvorkommen Machtzentren mit hoher Prachtentfaltung. Von den Ashanti sind Goldschmuck, goldbesetzte Kappen und seidene Gewänder ausgestellt, von den Baule Holzschnitzereien und Orakelarrangements. Masken und Musikinstrumente erzählen von Krisen, Übergangsfesten, Geheimnissen, Verwandlungen, Lebenskraft und Lebensfreude der Menschen.

Die der Natur angepasste Lebensweise der Nomaden spiegelt sich in Kleidung und Gerät der Massai aus Kenia und anderer viehzüchtender Stämme aus Ostafrika wider. Die Ebenholzschnitzereien, aus einem ganzen Baumstamm herausgearbeitet, wiesen die Makonde aus dem Grenzgebiet von Mosambik und Tansania als hervorragende Schnitzer aus. Moderne Plastiken, “Family trees” (Lebensbäume), Geisterdarstellungen und christliche Motive beeindrucken durch Material und Komposition. 

Das Museum befindet sich in der Melsterstraße 15. Es ist Dienstag bis Freitag von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Samstag und Sonntag ist die Ausstellung von 14 bis 17 Uhr zu besichtigen. Erwachsene zahlen vier Euro Eintritt, Kinder deren zwei. Führungen kosten 20 Euro.

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Die Gewänder der Ashanti


Ja, ja , wer hätte das gedacht: Auch das deutsche Textilmuseum in Krefeld kommt nicht an Afrika vorbei. Genau gesagt: Es kommt nicht an den Ashanti aus dem heutigen Ghana vorbei. Darum geht es: Brigitte Menzel, bis 1979 Direktorin des Hauses, hat als Ethnologin und Afrikaforscherin den schwarzen Kontinent vielfach bereist. Von den Ashanti im heutigen Ghana hat sie beeindruckende Textilien und Geräte zu deren Herstellung mitgebracht, die heute einen Schwerpunkt der Sammlungen des Museums ausmachen. Die Ashanti hatten eine klare Kleiderordnung, die Material, Farbe, Format und Tragweise der Umschlagtücher genau vorschrieb.

 Das Haus ist am Andreasmarkt 8 zu finden. Von April bis Oktober ist das Museum Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, ansonsten von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet für einen Erwachsenen vier Euro, für Schüler und Studenten deren zwei. Weitere Möglichkeiten der Ermäßigung können Besucher an der Kasse erfahren. Vom Hauptbahnhof aus ist das Haus mit der Straßenbahnlinie 44 zu erreichen. Von der Haltestelle Burg Linn sind es zu Fuß rund zwei Minuten.

Die Kunstsammlung Situation Kunst der Ruhr-Universität Bochum geht auf den Kunsthistoriker Max Imdahl zurück. Ihm war es ein Anliegen, seinen Mitmenschen den direkten Umgang mit Kunst zu vermitteln. Und so begann er eben die Sammlungen zusammenzustellen.

2006 wurden sie um den Bereich mit afrikanischen Exponaten erweitert. In der Tat wurde so eine Lücke geschlossen, wie es im Internetauftritt der Einrichtung heißt. Die Sammlung aus Afrika umfasst Bronze-, Stein- und Tonskulpturen der Nok-Kultur, aus Sokoto, Benin und Ife. Sie steht unter der Schirmherrschaft des Botschafters der Bundesrepublik Nigeria in DeutschlandTunde Adeniran.

Für die Zukunft ist vorgesehen, mit Universitäten in Nigeria Kooperationen und Austauschprogramme zu entwickeln. In der Vergangenheit fanden Symposien zu verschiedenen Themen statt.

Das Museum ist Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 14 bis 18 Uhr sowie Samstag, Sonntag und an den Feiertagen von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Heiligabend und Silvester ist geschlossen. Der Einrtitt ist frei. Zu finden ist das Haus in der Schlossstraße. Es ist über die U-Bahnlinien 308 oder 318 (Haltestelle Weitmar zu erreichen.

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