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Über wolfgangsafrika

Seit 1995 arbeite ich als Journalist. Regelmäßig erscheinen meine Artikel zu den Themen Politik, Gesellschaft, Kultur und Sport. Seit der Kindheit interessiere ich mich sehr für Geschichte. Was sich in eine Studium der Vor- und Frühgeschichte und Afrikanistik niedergeschlagen hat. Seit langem ist mein Blick auf den so genannten schwarzen Kontinent gerichtet, der in Wirklichkeit hell und farbenfroh ist. Das kommt allerdings in den Medien kaum zur Geltung. Dabei hat er viel Positives zu bieten. Deshalb will ich ihm eine Stimme verleihen. Seit langem beschäftige ich mich mit Kultur und Geschichte Westafrikas. Ich kenne das Land Nigeria von mehreren längeren Reisen.

Was heißt denn hier behindert?


Menschen mit einem körperlichen Handicap haben es in der ersten Welt schon nicht einfach. Rollstohlfahrer stehen noch wie vor plötzlich vor Treppen. Für Menschen, die sich mit dem Gehen eher schwer tun, ist es nicht einfach, in einen Bus oder einen Zug zu gelangen. Umso komplizierter gestaltet sich das Leben von behinderten Menschen in Afrika. Denn die Infrastruktur ist dort einfach noch nicht perfekt. Und damit ist jetzt nichts gegen Afrika gesagt es ist eben die Wahrheit – noch. 

Gut, dass es Experten gibt, die sich diesen Menschen in Afrika annehmen. Löwenmut heißt der Verein, der sich für behinderte Kinder in Afrika einsetzt. Dahinter steckt die IFB-Stiftung, die sich in Deutschland für Menschen mit Handicap einsetzt. Seit 2006 ist die Initiative auch in Afrika aktiv. Es geht darum: Die Lebensbedingungen von schwerkranken und behinderten Kindern sollen verbessert werden. Sie sollen angemessen untergebracht und gefördert werden. 

Löwenmut macht das mit eigenen Projekten wie dem Kinderhospiz gleichen Namens bei Johannesburg in Südafrika. 21 junge Afrikaner leben dort. Derzeit plant die Stiftung den Bau von weiteren Gebäuden, um noch mehr Kinder unterbringen zu können. Außerdem unterstützt der Verein andere Einrichtungen. Immerhin kann er auf die Erfahrung aus über 50 Jahren Behindertenarbeit zurückgreifen. Immer wieder gehen Vereinsmitglieder nach Südafrika und arbeiten in Einrichtungen ehrenamtlich mit. 

Die Idee der Hilfe in Afrika entstand 2006 in Klipriver – gelegen unweit von Johannesburg. Wolfgang Groh Vorstandsvorsitzender der IFB-Stiftung besuchte damals auf Einladung eine Blindenschule in Südafrika. Schnell stellte er fest: Die behninderten Menschen dort haben keine Lobby – sie brauchen Unterstützung. Die Geschichte ist ausführlich im Internet nachzulesen. Hier nur so viel: Wieder in Deutschland angekommen, arbeitete er an einem Konzept für Afrika. 2012 wurde schließlich das Kinderhospiz eröffnet.

Dort gibt es auch eine Frühförderstelle und familienentlastende Dienste. Auf diese Weise kann das segensreiche Projekt 50 Kindern helfen. Es gibt einen landwirtschaftlichen Betrieb, auf dem Obst und Gemüse erzeugt werden, um den Kindern gesunde Mahlzeiten präsentieren zu können. 

Die IFB-Stiftung selbst exisitiert seit 1959. In Deutschland werden derzeit 1500 Betroffene unterstützt. Insgesamt gibt es in Deutschland und Südafrika 55 Einrichtungen, in denen über tausend engagierte Mitarbeiter den Menschen mit Handicap helfen. Es gibt unter anderem mehrere Kindertagesstädten.

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Die Stimmung steigt von Trommelschlag zu Trommelschlag


Langsam steigen die Temperaturen wieder. Der Frühling liegt in der Luft. Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht. Ich bin ganz froh, dass der Winter hinter uns liegt. Mit dem Frühling und dem Sommer kündigen sich wieder farbenfrohe Jahreszeiten an. Das liegt aber nicht nur an blühenden Blumen, dem blauen Himmel und der strahlenden Sonne. 

Nein, es beginnt die Zeit der Afrikafeste. Afrikanische Kultur, Musik und Gaumenfreuden stehen im Mittelpunkt. Denn mittlerweile finden in ganz Deutschland qualitativ hochwertige Veranstaltungen statt. Wir können die Farben und den Duft Afrikas genießen, ohne große Reisen auf uns zu nehmen. Ich werde Euch in den kommenden Wochen auf dem Laufenden halten, was so alles abgeht. 

Trommelklänge machen den Anfang. In Würzburg steigt schon morgen das internationale Benefiz Trommel Fest. Im Felix-Fechenbach Haus kommen verschiedenste Gruppen zusammen.

Die Grooves werden von Afrika mit seinen traditionellen Rhythmen, über Europa mit Stomp, Brasilien mit Samba, Japan mit Taiko bis nach Indien mit Tabla reichen. Im Vordergrund steht der Spaß an Musik und Tanz, es dürfen auch diejenigen vorspielen, die noch nicht perfekt sind. Die bereits sechste Auflage wird vom Verein Mbonda Lokito Kongo/Kinshasa organsiert. Der Erlös der Veranstaltung kommt dem vereinseigene Schulprojekt, der „Groupe Scolaire Vabatu Ngoma“ in Kinshasa zu Gute. Kenner der Szene wissen: Wir werden noch einmal zum Feiern nach Würzburg kommen. Dazu aber mehr an anderer Stelle. 

Eine Woche später, am 28. März, steigt im Eine-Welt-Haus in der Schwanthaler Straße in München die mittlerweile 25. Djembenacht. Wer es nicht weiß: Djembe ist der Fachbegriff für eine typisch westafrikanische Trommel. Mit von der Partie sind die Trommelkids vom Roten Tor aus Augsburg. Die acht- bis zehnjährigen Buben und Mädchen trommeln seit rund zwei Jahren. Und sie haben schon einige Auftritte hinter sich. Zu hören ist außerdem die AG Percussion des Michaeli-Gymnasiums München. Ihre Stücke stammen sowohl aus Westafrika als auch aus Südamerika. Neben der Djembe sind weiter Rhythmusinstrumente im Einsatz.

Hauptattraktion ist aber der Auftritt von Mansa Camio und seiner Gruppe Dialamadia aus Regensburg. Sie haben sich der typischen Malinke- Musik verschrieben und stehen in der Tradition der dörflichen Musik Westafrikas. Organsiert wird die Veranstaltung von Rainer Arold – selbst ein Könner an der Djembe.

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Wir ziehen so richtig vom Leder


Als ich vor einigen Wochen meine Reise durch die Afrika-Museen im deutschsprachigen Raum begonnen hatte, war mir ehrlicherweise nicht klar, wie groß die Vielfalt doch ist. Mich freut es und Euch hoffentlich auch. Und so können wir auch im Deutschen Ledermuseum in Offenbach haltmachen.

Die Afrika-Abteilung stellt vor allem die Bauernkulturen der Savanne und des Sahel-Raumes Westafrikas sowie die Rinder- und Kamelnomaden in der Wüste Sahara und den Steppen Ostafrikas dar. Ein großes Lederzelt der Tuareg und ein Strohhaus aus Westafrika stehen für diese beiden Wirtschaftsformen. In allen diesen Regionen spielte bis zur Einführung von Plastik und Wellblech das Leder als Werkstoff in der traditionellen Kultur eine überaus wichtige Rolle, und das Lederhandwerk Westafrikas erreichte unter dem Einfluss des Islam, der von Marokko aus Schwarzafrika erreichte, ein hohes Niveau.

Geöffnet ist das Haus in der Berliner Straße von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr. Mehrere S-Bahnlinien und der Bus der Linie 103 steuern das Ledermuseum an. Der Eintritt kostet für Erwachsene acht Euro, Schüler ab 16 Jahren, Studenten und Schwerbehinderte zahlen fünf Euro. Kinder und Jugendliche unter 16 zahlen drei Euro. 

Auf unserer Fahrt zu interessanten Museen steigen wir heute in Mannheim aus. Das Museum Weltkulturen besitzt eine umfangreiche Afrika-sammlung. Im Blick sind dabei vor allem alte Königtümer des Kontinents. Die Exponate stammen aus der Region am Nigerbogen, dem Grasland von Kamerun und dem Äquatorialurwald. Viele seiner Stücke verdankt das Haus Forschungsreisenden und Sammlern, deren Wirken bis in die Zeit Kurfürst Carl Theodors zurückreicht.

So bereiste der Geograf Franz Thorbecke zwischen 1907 und 1913 Kamerun. Er gelangte bis an den Hof von König Njoya, König der Bamum. Dessen Herrschaftsgebiet lag im Westen von Kamerun. Zu den Glanzpunkten der Sammlung Thorbecke zählt die Aufsatzmaske des Herrschers Njoya. 

Aus der Stadt Benin in Westafrika stammen aufwendig gearbeitete Reliefplatten, die ursprünglich Pfeiler einer Palastanlage zierten. Eine elegante Holzschnitzarbeit eines Kranichs, eine Makonde-Skulptur in modernem Stil, repräsentiert die Vielfalt der Sammlungsstücke aus Ostafrika. 

Das zum Indischen Ozean orientierte östliche Afrika mit seinen Jahrtausende alten Viehzüchterkulturen und Eisenschmiedekunst, seiner altchristlichen Hochkultur und komplexen Staatlichkeit lässt sich anhand einiger hervorragender Exponate wie zum Beispiel eines äthiopischen Christusbildes darstellen.

Erwachsene zahlen 2,5 Euro Eintritt. Für Kinder und Jugendliche ist der Besuch kostenlos. Familien dürfen sich für fünf Euro im Museum umsehen. Das Haus ist vom Hauptbahnhof aus mit den Straßenbahnlinien 1,3,4 und 5 zu erreichen. Es ist Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Für Kinder gibt es spezielle Aktionen.

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Den Ahnen auf der Spur


Sklaverei war vielleicht das größte Verbrechen, dass den Menschen aus Afrika jemals angetan worden ist. Bis heute ist ungeklärt, wie viele Männer und Frauen verschleppt worden sind. Und wie viele von ihnen dabei gestorben sind, noch bevor sie ihren Bestimmungsort erreicht hatten. Letztendlich leiden unter dieser Tragödie Zeitgenossen bis zum heutigen Tag. In Süd- und Nordamerika und Europa leben Viele, die nicht wissen, wo ihre Wurzeln sind. Aus welchem Teil des afrikanischen Kontinents ihr Uropa oder ihre Uroma stammen. 

Immerhin – das ist jetzt die gute Nachricht: Menschen mit afrikanischen Vorfahren haben jetzt die Möglichkeit herauszufinden, wo ihre Wurzeln genau herkommen. Aus welchem Teil Afrikas ihre Vorfahren einst verschleppt worden sind. Das Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences berichtet, dass Forscher das jetzt per Erbgut-Analyse möglich machen. Wissenschaftler haben das herausgefunden: Menschen, die im 17. Jahrhundert auf der Karibikinsel Saint Martin lebten und dort besstattet sind, wurden in den heutigen Ländern Nigeria, Kamerun und Ghana geboren. Die Arbeit machte ein internationales Forscherteam. Die Experten sind guter Dinge, dass auf diese Weise grundsätzlich die Herkunft der Nachkommen der Sklaven geklärt werden kann. 

Die Forscher hatten den sterblichen Überresten aus den Zahnwurzeln entnommen und glichen die Erbsubstanz mit Datenbanken zu elf afrikanischen Bevölkerungsgruppen ab. Demnach stammte einer der Männer von Bantu sprechenden Gruppen ab, die heute im Norden von Kamerun leben. Die beiden anderen – ein Mann und eine Frau – stammen von Gruppen, die die zur Zeit in Nigeria und Ghana zu Hause sind. 

Mit dieser Vorgehensweise könne – so die Experten – gezielt erforscht werden, inwieweit Menschen mit afrikanischen Wurzeln ihre ursprüngliche Kultur bewahren konnten oder wollten. Etwa, in dem Sitten aus verschiedenen Regionen Amerikas mit der Herkunft der dortigen Sklaven verglichen werden. 

Ich kann mir gut vorstellen, dass es aber für die einzelnen Nachkommen der damaligen Sklaven viel wichtiger ist, dass sie herausfinden können, aus welchem Teil Afrikas ihr Uropa oder ihre Uroma einst verschleppt worden sind. Die Sklaverei ist eine traurige Geschichte. Dieses Detail moderner Forschung zeigt so aber für viele Menschen eine positive Zukunft.

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Fürsprecher für afrikanische Kultur und Wissenschaft


Die Kultur Afrikas ist etwas Wert und sie hat es verdient, beachtet zu werden. Das sage ich – und das sagen auch die Mitglieder der Heinrich-Barth-Gesellschaft. Heinrich Barth bereiste einst im 19. Jahrhundert den Kontinent. Er gibt einer Organisation ihren Namen, die Verständnis für afrikanische Lebensformen wecken und mithelfen will, die Kontinente einander näher zu bringen. 

Deshalb hat die Organisation auf alle Fälle einen Platz auf diesem Blog verdient. Sie unterstützt Gruppierungen und Einzelpersonen, die sich einsetzen, um afrikanische Kultur zu erhalten, Geschichte und Umwelt Afrikas zu erforschen. Gegründet wurde die Gesellschaft 1976. Ihre Mitglieder sind begeistert von der Vielfalt des afrikanischen Kontinents. So verkünden sie es im Internet. 

Die Organisation unterstützt Forschungsprojekte zahlreicher Disziplinen:

  • Archäologie
  • Antrthopologie
  • Paläobotanik
  • Zoologie
  • Klimaforschung
  • Geowissenschaften

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sollen nicht im Verborgenem bleiben: Im Heinrich-Barth-Kurier, der mehrmals im Jahr erscheint, gibt es Spannendes zur Archäologie, zu verschiedenen Projekten und zur Kunst Afrikas zu lesen. Organisiert werden aber auch Vorträge, Reisen und individuelle Beratungen von Sammlern afrikanischer Kunst und Kultur. 

Die Gesellschaft tritt dazu als Förderer von Projekten in und über Afrika auf. Unter ihren Fittichen hat sie das Heinrich-Barth-Haus in Timbuktu in Mali. Dort lebte einst der Namensgeber – heute ist es ein kleines Museum. Ein ähnliches Projekt gibt es in Agadez im heutigen Niger. Entstanden ist beispielsweise auch eine CD mit Liedern der Dogon, die im heutigen Mali leben. 

Die Heinrich-Barth-Gesellschaft ist ein eingetragener Verein. Die Idee dazu entstand in den Köpfen der Gründerväter Cornelius Trebbien und Rolf Bienert 1973/74 während einer Expedition ins Nördliche Afrika. Mitglied kann ein jeder werden, der sich für den Kontinent interessiert. Auf der Internetseite der Organisation ist eine Beitrittserklärung als Pdf-Datei hinterlegt. 

Heinrich Barth zählt zu den führenden Personen in der Afrikaforschung. In der Zeit von 1845 bis 1847 war er im Norden des Kontinents unterwegs – von Marokko bis Ägypten. 1849 brach er erneut auf. Sein Weg führte ihn unter anderem in die Städte Tripolis, Agadez, Kano, Kanem, Sokoto und Timbuktu. Das er den Norden Nigerias besuchen konnte, zu einer Zeit, in der er keine Radikalen fürchten musste, macht mich schon ein wenig neidisch. 

1857 erschien sein fünfbändiges Werk „Reisen und Entdeckungen in Nord- und Centralafrika in den Jahren 1849 bis 1855“ in deutscher und englischer Sprache. Er studierte und lehrte in Berlin.

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Heilige Männer für Afrika


Sankt Augustin ist seit 1913 eine Niederlassung der Steyler Missionare. 1875 durch den hl. Arnold Janssen im niederländischen Steyl gegründet, arbeiten heute Patres, Brüder und Schwestern in mehr als 60 Ländern der Erde. Sie wollen dort den Menschen nicht nur den Glauben an Gott näher bringen. Uns in Europa wollen sie die Kulturen der Welt näherbringen. 

Und so entstand das Haus Völker und Kulturen. Es ist ein feines Völkerkundemuseum. Kunst- und Kultgegenstände aus Afrika nehmen darin einen breiten Raum. Besonderes Gewicht wird auf solche Gegenstände gelegt, die den Menschen in seiner Beziehung zu den übermenschlichen Mächten darstellen.

Die Objekte sind daher nicht in erster Linie als Kunstobjekte zu verstehen, sondern als sakrale Gegenstände mit religiösen Funktionen. So ist es in der Beschreibung im Internet zu lesen. Ihren eigentlichen Sinngehalt beziehen sie aus der Religion. Nur von hier aus werden sie für uns in ihrem Innersten verständlich. Es gibt eine eigene Abteilung „Christliche Kunst in Afrika.“ Im Mittelpunkt steht dabei Äthiopien.

Das Haus in der Arnold-Janssen-Straße 26 ist jeden ersten Sonntag im Monat von 10.30 bis 17 Uhr geöffnet. Es ist mit den Bonner Straßenbahnlinie 66 zu erreichen.

Die Mönchsgemeinschaft der Franziskaner betreibt ebenso ein Völkerkundemuseum. Wir können das Forum der Völker es in Werl finden. Seit 1909 brachten Missionare immer wieder Gegenstände aus aller Welt mit nach Deutschland. Das war der Grundstock des Hauses, das letztlich 1962 errichtet wurde. 

Schautafeln und Fotos informieren über Landschaften, Kulturen und Wirtschaftsformen. Vier Völker werden genauer vorgestellt: Die Dogon und die Senufo in der Savanne von Mali und der Elfenbeinküste sind Ackerbauern mit einer großen Handwerkstradition. Die Arbeiten ihrer Schnitzer und Metallgießer sind Ausdruck religiöser Vorstellungen. Buschgeister in Form kleiner Figuren sollen Gesundheit, Ernteglück und Wohlergehen herbeiführen. Eine Dorfszene mit Fassadenpfählen eines Männerversammlungshauses, mit Webstuhl, Kochplatz und Töpfereierzeugnissen der Frauen, gibt Einblick in das häusliche Leben und die Arbeitsteilung.

Im Gebiet des heutigen Ghana entstanden einst durch Goldvorkommen Machtzentren mit hoher Prachtentfaltung. Von den Ashanti sind Goldschmuck, goldbesetzte Kappen und seidene Gewänder ausgestellt, von den Baule Holzschnitzereien und Orakelarrangements. Masken und Musikinstrumente erzählen von Krisen, Übergangsfesten, Geheimnissen, Verwandlungen, Lebenskraft und Lebensfreude der Menschen.

Die der Natur angepasste Lebensweise der Nomaden spiegelt sich in Kleidung und Gerät der Massai aus Kenia und anderer viehzüchtender Stämme aus Ostafrika wider. Die Ebenholzschnitzereien, aus einem ganzen Baumstamm herausgearbeitet, wiesen die Makonde aus dem Grenzgebiet von Mosambik und Tansania als hervorragende Schnitzer aus. Moderne Plastiken, “Family trees” (Lebensbäume), Geisterdarstellungen und christliche Motive beeindrucken durch Material und Komposition. 

Das Museum befindet sich in der Melsterstraße 15. Es ist Dienstag bis Freitag von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Samstag und Sonntag ist die Ausstellung von 14 bis 17 Uhr zu besichtigen. Erwachsene zahlen vier Euro Eintritt, Kinder deren zwei. Führungen kosten 20 Euro.

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Und doch ein Oscar für Afrika


Aufregend war wieder die vergangenen Wochen, als in Europa und den USA die berühmten Filmfeste über die Bühne gingen, die Stars auf den roten Teppichen abgelichtet wurden und in Glanzblättern und dem Fernsehen darüber berichtet wurde. Und am Ende gab es den Höhepunkt in Hollywood. And the oscar goes..not to Africa! 

Es war wie so oft: Filme, die Afrika zum Thema haben, sich mit Afrikanern auseinandersetzen gehörten auch heuer wieder nicht zu denen, die auf diese Art und Weise hervorgehoben wurden. Nur gut, dass da eigene Filmfeste gibt, die sich ganz speziell mit dem Kontinent auseinandersetzen. 

Zugegeben dauert es noch ein wenig, bis Film Africa in London seine Pforten öffnet. Erst am 30. Oktober ist das der Fall. Es ist aber sehr wohl angesagt, heute schon einen Blick auf die Veranstaltung zu werfen. Im Mittelpunkt stehen Dokumentationen: Das Spektrum ist weit gestreut. Da geht es um die Probleme, die religiöse Fanatiker machen, es wird die traditionelle Lebensweise alteingesessener Gruppen aufgezeigt und afrikanische Künstler werden portraitiert. 

Neben den Filmen gibt es ein Rahmenprogramm. Es gibt spezielle Veranstaltungen für Familien und Schulen. Podiumsdiskussionen über die afrikanische Filmwelt werden organisiert und Workshops zu speziellen Themen angeboten. 

Das Festival fand erstmals 2011 statt – und seither jedes Jahr. Durchgeführt wird es von der Königlich Afrikanischen Gesellschaft. Es soll immer ein Spektrum der besten Filme des Kontinents sein. Und eine Talentschau dazu: Denn es wird der beste Kurzfilm gekürt – mit dem Baobab Award. Der Gewinner darf immerhin tausend britische Pfund als Siegespreis einstecken. 

Die Filme sind in mehreren Londoner Kinos zu erleben. Wer will, kann sich auch außerhalb Londons und Großbritanniens Karten dafür reservieren. Das geht im Internet über die Homepage des Festivals. Dort sind Links zu den einzelnen Filmtheatern zu finden. 

Ein Trip nach London lohnt sich immer – zur Zeit des Festivals umso mehr. Wehr jetzt aber nicht extra wegen eines Kinoabends ins Königreich reisen will, den rate ich, meine Hinweise über Twitter unter @wolfgangsafrika zu beachten. Dort teile ich Euch regelmäßig mit, wenn es im Fernsehen etwas Interessantes über Afrika zu sehen gibt.

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Die Gewänder der Ashanti


Ja, ja , wer hätte das gedacht: Auch das deutsche Textilmuseum in Krefeld kommt nicht an Afrika vorbei. Genau gesagt: Es kommt nicht an den Ashanti aus dem heutigen Ghana vorbei. Darum geht es: Brigitte Menzel, bis 1979 Direktorin des Hauses, hat als Ethnologin und Afrikaforscherin den schwarzen Kontinent vielfach bereist. Von den Ashanti im heutigen Ghana hat sie beeindruckende Textilien und Geräte zu deren Herstellung mitgebracht, die heute einen Schwerpunkt der Sammlungen des Museums ausmachen. Die Ashanti hatten eine klare Kleiderordnung, die Material, Farbe, Format und Tragweise der Umschlagtücher genau vorschrieb.

 Das Haus ist am Andreasmarkt 8 zu finden. Von April bis Oktober ist das Museum Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, ansonsten von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet für einen Erwachsenen vier Euro, für Schüler und Studenten deren zwei. Weitere Möglichkeiten der Ermäßigung können Besucher an der Kasse erfahren. Vom Hauptbahnhof aus ist das Haus mit der Straßenbahnlinie 44 zu erreichen. Von der Haltestelle Burg Linn sind es zu Fuß rund zwei Minuten.

Die Kunstsammlung Situation Kunst der Ruhr-Universität Bochum geht auf den Kunsthistoriker Max Imdahl zurück. Ihm war es ein Anliegen, seinen Mitmenschen den direkten Umgang mit Kunst zu vermitteln. Und so begann er eben die Sammlungen zusammenzustellen.

2006 wurden sie um den Bereich mit afrikanischen Exponaten erweitert. In der Tat wurde so eine Lücke geschlossen, wie es im Internetauftritt der Einrichtung heißt. Die Sammlung aus Afrika umfasst Bronze-, Stein- und Tonskulpturen der Nok-Kultur, aus Sokoto, Benin und Ife. Sie steht unter der Schirmherrschaft des Botschafters der Bundesrepublik Nigeria in DeutschlandTunde Adeniran.

Für die Zukunft ist vorgesehen, mit Universitäten in Nigeria Kooperationen und Austauschprogramme zu entwickeln. In der Vergangenheit fanden Symposien zu verschiedenen Themen statt.

Das Museum ist Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 14 bis 18 Uhr sowie Samstag, Sonntag und an den Feiertagen von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Heiligabend und Silvester ist geschlossen. Der Einrtitt ist frei. Zu finden ist das Haus in der Schlossstraße. Es ist über die U-Bahnlinien 308 oder 318 (Haltestelle Weitmar zu erreichen.

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Neues aus Afrika aus erster Hand


Positive Nachrichten über Afrika. Das ist mein Begehr seit ich diesen Blog gestartet habe. Weil es kaum Positives über den Kontinent gibt. Und weil Vieles, was geschrieben und gesendet wird, allzu sehr durch die europäische Brille gefiltert worden ist. Nun – in den vergangenen Tagen vermeldeten mehrere Presseagenturen und überregionale Zeitungen folgende interessante Meldung: Der Nachrichtensender Euronews expandiert nach Afrika. Die Journalisten des Senders wollen wegkommen vom weißen Standpunkt der Berichterstattung. Das geht mir runter wie Öl. 

Das steckt dahinter: Im Laufe des Jahres soll in Afrika ein Schwestersender starten – mit Namen Africanews. Als Standort ist Brazzaville vorgesehen – die Hauptstadt des kleinen Kongos. Der Chef des Senders Michael Peters hat Recht, wenn er sagt, derzeit sprächen die westlichen Medien nur wenig über Afrika. Als Grund nennt er, dass es kaum Bildmaterial gebe. Was sich ändern solle. 

Den Worten folgen Taten. Denn der neue Sender wird nicht etwa in Afrika von einem Europäer geleitet. Die Federführung habe ein Journalist aus Kenia. Gut so! Was auch für das Konzept gilt: Journalisten aus afrikanischen Ländern werden ein Programm für ein Publikum aus afrikanischen Ländern produzieren und senden. Selbstverständlich dürfen auch wir Europäer einschalten. Und ein jeder, der sich wirklich für Afrika interessiert, sollte das auch tun. Der Sender soll thematisch den ganzen Kontinent abdecken. Die Erfahrung des Muttersenders, was eine einen ganzen Kontinent umfassende Berichterstattung betrifft, sollen helfen. 

Ich finde, das ist ein sehr interessantes und positives Projekt. Vor allem die Einsicht der Europäer, das die Afrikaner bisher nicht immer die richtige Wertschätzung erfahren, ist gut. Ich denke, es gibt jetzt tatsächlich die Chance, dass europäische Zeitungen oder Fernsehsender nicht nur die typischen Katastrophenberichte erreichen, wie es bisher oftmals war. Ich warte auf alle Fälle gespannt darauf, bis der Sender seine Arbeit aufnimmt. Sobald ich näheres weiß, werde ich es auch wissen lassen.

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Helden aus Afrika


Hallo! Bei meiner Suche nach Informationen über afrikanische Geschichte bin ich auf einen interessanten Blog gestoßen. Black History Heroes nennt er sich. Die Betreiber haben ein ähnliches Ziel wie Organisatoren der Black History Studies, die ich ja vor kurzem vorgestellt habe. Die Initiatoren sitzen in den USA – zum Teil ist auch amerikanische Geschichte Teil des Angebotes. Aus afrikanischer Sicht natürlich.

Im Mittelpunkt stehen Personen – eben Helden aus Afrika oder mit afrikanischen Wurzeln. Ob alles Helden sind? Der Titel muss eben interessant klingen. Sonst schaut ja keiner hin! Ganz unterschiedliche Biographien werden da erzählt. Derzeit ist auf der Startseite des Blogs die Geschichte von Reginald Francis Lewis aus den Vereinigten Staaten zu lesen. Er lebte von 1942 bis 1993. Er war ein bekanntes Gesicht der Wall Street.

Es findet sich aber beispielsweise auch eine kurze Biografie von Amina von Zazzau. Die Frau wurde bekannt als westafrikanische Kriegerkönigin. Sie erreichte im Königreich Zazzau die Königinnenwürde. Gelegen im heutigen Nordnigeria. Sie ist bei den Haussa eine Legende. Sie machte sich als Strategin im Krieg einen Namen.

Wer grundsätzlich eintauchen will in die Welt afrikanischer Geschichten und Mythen ist speziell auf dieser Seite gut aufgehoben. Denn die Betreiber haben eine Sammlung von Volkserzählungen zusammengetragen. Sie ist es auf alle Fälle wert, darin zu schmökern.

Dazu gibt es eine kleine – aber feine – Linksammlung. Da ist ein Hinweis für eine Seite, die sich mit afrikanischer Küche beschäftigt. Aber auch ein Verweis auf die Afrikanische Union fehlt nicht. Andere Internetseiten beschäftigen sich mit speziellen historischen Themen wie die Sklaverei. Für Studenten gibt es Hinweise, wie sie an Stipendien kommen können.

Eine sehr umfassende Sammlung englischsprachiger Bücher zum Thema macht das umfangreiche Informationsangebot komplett. Es lohnt sich also auf alle Fälle, bei den Black History Heroes einmal vorbeizuschauen.

Die Betreiber der Seite sitzen in den USA, sie sind per Mail historyheroes@outlook.com zu erreichen. Außerdem gibt es einen Twitter-Account mit dem selben Namen – also BlackHistoryHeroes.

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