In Leipzig gibt es Afrika schon lange.


Nachdem wir schon Universitäten, die sich mit Afrika beschäftigen, im Süden, Westen und Norden besucht haben, ist jetzt der Osten an der Reihe. In Leipzig begann die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Kontinent bereits im 19. Jahrhundert. Heutzutage hat sich längst das Institut für Afrikanistik etabliert.

Wie an anderen Orten wurde auch in Leipzig die akademische Beschäftigung mit Afrika wesentlich durch den kolonialen Kontext des späten 19. Jahrhunderts angestoßen. Die Menschen stellten erstaunt fest, dass es auch auf andern Kontinenten Menschen mit Kultur gibt. Da schau her!

In Leipzig entwickelte sich die Afrika-Forschung zunächst im Rahmen von an der Universität angesiedelten Einzeldisziplinen, namentlich der Sprachwissenschaft, Ethnologie und Geographie: Der Sprachwissenschaftler Hans Stumme half mit, die Orientalistik mit afrikanischen Sprachen zu erweitern. 1930 ein „Institut für Afrikanische Sprachen“ eingerichtet. Außerdem gab es eine Professur für „Anthropologie, Ethnographie und Praehistorie“. Schließlich fand Afrika auch im Rahmen der 1915 geschaffenen Professur für „Kolonialgeographie und Kolonialpolitik“ verstärkt Beachtung.

Nach einem Brachliegen der Afrika-bezogenen Lehre und Forschung in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg rückte Afrika durch die Unabhängigkeitsbewegungen ab Ende der 1950er Jahre  wieder in den Fokus des politischen und wirtschaftlichen Interesses – und fand damit erneut Eingang in die Lehr der Universität Leipzig.

Ab 1960 wurde Leipzig – in Abgrenzung zu der stark linguistisch geprägten Afrika-Forschung an der Berliner Humboldt-Universität – als multidisziplinär und marxistisch-leninistisch ausgerichtetes Zentrum der Afrika-Forschung in der DDR ausgebaut.

Seit 1993 besteht ein Institut für Afrikanistik, das mit den drei bis heute existierenden Professuren ausgestattet wurde. Mitte der 1990er Jahre wurde der Aufbau-Studiengang „Small Enterprises Promotion and Training“ (SEPT) hinzugefügt.

Neben dem Erlernen afrikanischer Sprachen (Kiswahili und Hausa) können sich die Studenten in Leipzig mit folgenden Themen auseinandersetzen: afrikanische Literatur, Geschichte und Kultur des Kontinents, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft des Kontinents. Sie erhalten unter anderem Einblick in die Geschichte verschiedener Regionen, über die Entwicklung der Sprachen oder auch über Handelsbeziehungen in Afrika.

Es gibt Kooperationen mit Universitäten in Äthiopien, Südafrika und Kamerun. Die Studierenden sind durchaus aufgerufen, einen Teil ihres Studiums an diesen Unis zu absolvieren.

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