Archiv des Autors: wolfgangsafrika

Über wolfgangsafrika

Seit 1995 arbeite ich als Journalist. Regelmäßig erscheinen meine Artikel zu den Themen Politik, Gesellschaft, Kultur und Sport. Seit der Kindheit interessiere ich mich sehr für Geschichte. Was sich in eine Studium der Vor- und Frühgeschichte und Afrikanistik niedergeschlagen hat. Seit langem ist mein Blick auf den so genannten schwarzen Kontinent gerichtet, der in Wirklichkeit hell und farbenfroh ist. Das kommt allerdings in den Medien kaum zur Geltung. Dabei hat er viel Positives zu bieten. Deshalb will ich ihm eine Stimme verleihen. Seit langem beschäftige ich mich mit Kultur und Geschichte Westafrikas. Ich kenne das Land Nigeria von mehreren längeren Reisen.

Faktencheck für Afrika


Alternative Fakten – oder gleich Falschmeldungen. Immer mehr werden wir von diesen Dingen belästigt. Gerade in diesen Tagen und Wochen kommt da aus den Vereinigten Staaten von Amerika so einiges zu uns herüber. Für Afrika kommt dann noch dazu, dass die Medien hier oft das Positive ausblenden. Hier will Africa Check gegensteuern. Das ist eine 2012 gegründete Initiative, welche die Qualität der medialen Arbeit in und über Afrika steigern will.
Die Arbeit der dort ehrenamtlich tätigen wurde sogar vom ehemaligen Generalsekretär der Vereinten Nationen – Kofi Annan aus Ghana – geadelt. Der stelle nämlich fest: Africa Check ist eine wichtige Initiative, die gemeinsam mit Journalisten und Bürgern den Level der öffentlichen Debatte auf dem Kontinent erhöht. Recht hat er. Wobei auch für uns Europäer wohl so eine Initiative nicht schaden würde (gleiches gilt für die USA). Was da alles im Internet über Twitter und Facebook als wahr verkauft wird. Kaum zu glauben!
Doch wieder zurück zu Africa Check. Die Idee zu dieser Initiative wurde im Haus der Nachrichtenagentur AFP geboren. Was uns jetzt nicht wundern muss. Das ist eine der klassischen Agenturen, die überhaupt ihren Blick auf Afrika richtet. Es entwickelte sich eine unabhängige Organisation. Sie hat mittlerweile Büros in Johannesburg (Hauptquartier), Dakar und London. Sie produziert Reportagen in englischer und französischer Sprache.
Sie stellen Meldungen auf den Prüfstand, die sich beispielsweise mit Kriminalität in Südafrika, mit Bevölkerungszahlen in Nigeria oder mit Gesundheitskuren in verschiedenen Ländern beschäftigen. Das Rechercheteam arbeitet mit Fachleuten der Unversität Witwatersrand zusammen. Ebenso mit der Ejicom-Journalistenschule in Dakar.
Unterstützt wird Africa Check unter anderem von der Konrad Adeneauer Stiftung, dem Millenium Trust und weiteren Stiftungen, die sich in Gesellschaft und Politik engagieren. Es ist schön zu wissen, dass Stiftungen, die von deutschen politischen Parteien ins Leben gerufen worden sind, hier gute Arbeit leisten. Wer es nicht wissen sollte: Die Konrad Adenauer Stiftung stammt aus dem Hause der Christlich Demokratischen Union – CDU. Trotz alledem ist die Initiative weiterhin auf Spenden angewiesen. Die in meinen Augen dort absolut sinnvoll investiert sind.

 

 

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Wieder viel Kultur aus Afrika


Es ist schon, dass ich Euch wieder einige Ausstellungen zur afrikanischen Kultur näherbringen darf.

Stolen Moments. Namibian Music History Untold: Das klingt doch absolut interessant. Wieder einmal hat das Iwalewahaus der Uni in Bayreuth etwas spannendes aus dem Hut gezaubert. Die Geschichte der namibischen Populärmusik in der Zeit der 1950er und Ende der 1980er Jahre steht im Zentrum der Schau. Sie ist eine Kooperation des Iwalewahaus und der Stolen Moments Research Group aus Windhoek, Namibia. Das im Rahmen des TURN Fonds für künstlerische Kooperationen zwischen Deutschland und afrikanischen Ländern von der Kulturstiftung des Bundes geförderte Ausstellungsprojekt beleuchtet – 26 Jahre nach der Unabhängigkeit Namibias – erstmals die Musikkultur der Townships, die in Zeiten der Apartheid unterdrückt und ins Abseits gedrängt wurde. Die Ausstellung ist bis zum 30. April zu besichtigen.

www.iwalewahaus.uni-bayreuth.de/de/program/20161104_Stolen-Moments/

 

Welten der Muslime: Das ist nun ein Thema, das gerade jetzt sinnvoll ist. Seriöse Informationen über diese Mitmenschen schaden nicht. Das Fachreferat „Nordafrika, West- und Zentralasien“ des Ehtnologischen Museums Berlin zeigt eine Dauerausstellung in eigens dafür renovierten Räumlichkeiten. Seit der Eröffnung des damaligen Museums für Völkerkunde 1970 können damit zum ersten Mal ethnographische Sammlungen aus muslimischen Gesellschaften der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Auf fas 90 Quadtratmetern in vier Ausstellungsräumen behandet die Schau Themen, die für die Selbst- und Fremdwahrnehmung von Muslimen bis heute eine wichtige Rolle spielen: Am Beispiel von Architekturteilen wie einer reich verzierten Wand eines Gästehauses wird die geschlechtsspezifische Nutzung von Raum und die heute kontrovers diskutierte Zuordnung der Frau zum privaten, die des Mannes zum öffentlichen Raum thematisiert. Die Ausstellung ist noch bis Ende des Jahres zu sehen.

www.smb.museum/ausstellungen/detail/welten-der-muslime.html

 

Flow of Forms/Forms of Flow – Designgeschichten zwischen Afrika und Europa: Im Zentrum der Ausstellung stehen Gestaltung und Design in Afrika. Es geht um den Formenaustausch zwischen Europa und Afrika. Die Ausstellung an den Global Turn in den Kunst- und Designwissenschaften schließt sich an: Designgeschichten global zu verorten bedeute einerseits von Gestaltung als einer überall anzutreffenden Praxis auszugehen, andererseits verbinde sich damit auch eine kritische Haltung gegenüber dem eurozentristischen Blick. So heißt es von den Organisatoren. Anstelle einer einseitig (westlich) geschriebenen Designgeschichte sollen somit vielfältige Designgeschichten entstehen. Die Schau ist an vier Ausstellungsorten zu sehen: Formen der Moderne (Museum Fünf Kontinente, Maximilianstraße 42); Formen der Kooperation/Partizipation (Kunstraum, Holzstraße 10); Stoff-Wechsel (in den Räumen der Galerie Karin Wimmer, Amalienstraße 14); Transform(N)ation und Spekulative Formen (beide Architekturmuseum d in der Pinakothek der Moderne, Barer Straße 40). Flow of Forms/Forms of Flow ist ein Forschungs- und Ausstellungsprojekt des Instituts für Kunstgeschichte der LMU München. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 13. März.

https://formflowblog.wordpress.com/

 

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Indego Africa – eine tolle Kunstinitiative


Kann Europa alle Flüchtlinge aus Afrika aufnehmen? Kann Europa alle Afrikaner aufnehmen? Selbstverständlich kann es das nicht. Und das verlangt ja auch keiner. Allerdings dürfen wir uns nicht wundern, wenn viele Afrikaner kommen wollen. Wenn diese in der Heimat keinen sinnvollen Broterwerb finden. Und da dürfen wir um jede Initiative dankbar sein, die sich eben genau darum kümmern.

Indego Africa ist so eine Initiative: Sie kümmert sich um Frauen aus Ruanda. Sie will genau gesagt, Kunsthandwerkerinnen helfen, ihre per Hand hergestellten Kunstwerke weltweit zu vermarkten. Die Initiative gibt es bereits seit 2007. Gleichzeitig geht es darum, den Frauen beizubringen, wie sie für ihr Kunsthandwerk Werbung machen können. Seit 2014 gibt es auch eine Akademie mit Sitz in Kigali, die den Frauen Unterricht in Wirtschaftsdingen geben will. Auf diese Weise werden sie ausgebildet, können in ihrem Land bleiben und müssen ihre Heimat nicht verlassen. Und sind auch nicht auf einen Ehemann angewiesen.

Die Gründer der Initiative waren seinerzeit Matt und Tom Mitro – Vater und Sohn. Die Gefahr der Armut bekämpfen, die Künstlerinnen mit dem globalen Markt verbinden. Das war – kurz gesagt – das Ziel. Alles begann damals nach eigener Aussage mit 30 Frauen aus Kigali. Der Hauptstadt von Ruanda. Sieben Jahre später waren es schon 600 Frauen, die ihre Waren mittels einer Internetseite verkaufen konnten

Die Einrichtung prüft ihre eigene Arbeit und zeigt, dass die Mitglieder auch Erfolg haben. Es gibt eindeutige Zahlen, die das belegen. Das ist so und das sollte uns alle freuen. Da verweise ich noch einmal auf den Einstieg dieses Posts. So wiesen beispielsweise 2013 69 Prozent der teilnehmenden Künstlerinnen immerhin einen Verdienst von mehr als 1,5 Dollar am Tag auf. 2010 waren es noch lediglich drei Prozent. 89 Prozent der Teilnehmer erklärten, die Hilfe von Indigo Africa habe ihnen geholfen, ihr kleines Unternehmen sinnvoll aufzubauen. 54 Prozent von allen haben es geschafft, außerhalb der Kooperative Fuß zu fassen. Und über drei Viertel von ihnen haben es geschafft, ihre Kinder in die Schule gehen zu lassen, 90 Prozent können sich Gesundheitsvorsorge leisten. Um diese Dinge geht es. Also seid alle froh, dass es in Afrika solch Erfolgreiche Initiativen gibt.

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Wieder ein Besuch um Museum


Vor einiger Zeit hatte ich Euch größere Museen vorgestellt, die sich mit Kultur, Geschichte und Kunst aus Afrika auseinandersetzen. Es gibt aber auch kleinere Häuser und private Sammlungen, die sehenswert sind. Also fangen wir einmal an:

Umuzi-Afrika-Haus Freiburg: Arthur Benseler reiste 30 Jahre durch Afrika. Und trug auf diese Weise eine Sammlung zeitgenössischer afrikanischer Kunst zusammen. Sie wurde von der Stadt Freiberg am Neckar durch eine Kollektion afrikanischer Malerei ergänzt. In seinem eigenen Haus ist Ausstellungsraum eingerichtet. Die Sammlung umfaßt circa 150 Gemälde und Skulpturen. Sie ist jeden Sonntag von 16 bis 18 Uhr zu bewundern.

http://de.wikipedia.org/wiki/Afrika-Haus_Freiberg
Adlhausermuseum Freiburg: Der Themenschwerpunkt liegt bei der Kulturgeschichte außereuropäischer Völker. Ausgestellt sind Objekte aus Schwarzafrika, der Hochkulturen Asiens, von indianischen Völker Südamerikas sowie der Südsee und Australiens. Hin und wieder gibt es auch Sonderausstellungen. Das Haus ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. 
http://www.grafischewerkstatt.de/adelhausermuseum/ 
Privates Maskenmuseum in Diedorf: Das Haus liegt in der Nähe von Augsburg. Es zeigt 5000 Masken aus allen Weltkulturen, darunter schwerpunktmäßig allein 1500 Masken aus Afrika. Die Ausstellung erstreckt sich über vier eng bestückten Geschoße eines alten Bauernhauses. Hin und wieder gibt es darüber hinaus Sonderausstellungen. Der Bestand ist auf einer Foto-CD gegen Gebühr erhältlich. Grundsätzlich kann Sonntag bis Mittwoch von 17 bis 22 Uhr geöffnet sein – allerdings nur nach telefonischer Vereinbarung. Ein Anruf zehn Minuten vorher genüge laut den Organisatoren. In den bayerischen Schulferien ist meist geschlossen.

http://www.maskenmuseum.de

Walther Collection: Hier haben wir es mit einer internationalen Privatsammlung zu tun. Sie konzentriert sich auf zeitgenössische Fotografie und Videokunst. Sie umfasst schwerpunktmäßig Arbeiten von Künstlern aus Afrika und Asien. Zu sehen sind unter anderem Werke von David Goldblatt, Seydou Keïta und Malick Sidibé. Ein Besuch ist möglich von Donnerstag bis Sonntag – aber nur nach Vereinbarung Öffnungszeiten: Do – So und nach Vereinbarung.

http://www.walthercollection.com

Sammlung der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg: Es gibt einen Völkerkundesaal mit Teilen der reichen ethnologischen Bestände aus Afrika und der Südsee. Darunter befindet sich eine Dauerausstellung West- und Zentralafrika mit Ausstellungssaal Sahara. Das Museum ist von Sonntag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

http://www.naturhistorischesmuseumnuernberg.de

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Endlich wieder Kunst und Infos aus Afrika


Da frohlockt der Kulturfreund: Wieder einmal gibt es in Deutschland einige interessante Ausstellungen, die sich mit Afrika beschäftigen. 

INK & PIXELS. Die wilde und wundersame Geschichte des kenianischen Comics: Die Hildesheimer Stadtbibliothek nimmt sich vom 14. Februar an den Comics aus dem ostafrikanischen Land an. In den 1950er Jahren wurde der erste einheimische Comicstreifen – Juha Kalulu – von Edward G. Gitau ins Leben gerufen. Er hatte eine längere Laufzeit, als alle anderen Comicstreifen in Ost- und Zentralafrika. Mittlerweile gibt es über eine interessante Historie des Genres in Kenia zu berichten. Die Ausstellung ist bis in den April hinein zu besichtigen.

Flucht nach vorn – Migrant_innen als Vorbilder:  Das Thema Migration ist zwar jetzt absolut aktuell. Es gab es aber schon immer. Nie war eine Gesellschaft statisch. Das sehen die Macher der Ausstellung so – und haben recht. In Deutschland leben Menschen, deren Wurzeln aus vielen Ländern stammen. Was gut so ist. Die Ausstellung „Flucht nach vorn – Migrant_innen als Vorbilder“ zeigt Menschen, die schon längst Teil dieser Gesellschaft sind, die dazugehören und uns bereichern – mit ihrem Engagement, ihrem Schaffen, ihrer Fähigkeit zum Perspektivwechsel oder einfach dadurch, dass sie es trotz oft enormer Hürden in diesem Land zu etwas gebracht haben. Die Ausstellung finden im Europäischen Integrationszentrum in Berlin statt. Sie ist noch bis zum 14. Februar zu bewundern. Veranstaltet wird sie vom Afrika Medien Zentrum aus Berlin.

 www.amz-berlin.de

Zeichen und Symbols aus dem Regenwald: In der Galerie Dogon in Berlin findet seit dem Wochenende wieder einmal eine interessante Ausstellung statt. Neben Ornamentalem Flechtwerk aus dem asiatischen Borneo gibt es Kunst aus dem Kongo: Einmal sind Malereien auf Baumrinde zu bewundern. Außerdem geht es um geflochtene Clanzeichen. Gleichzeitig ist eine schon länger laufende Schau noch bis zum 4. Februar zu sehen. Entlang des Niger- und Volta-Gebiets entstanden vom 11. bis 16. Jahrhundert bedeutende Kulturen. Aus einer alten deutschen Sammlung gibt es Skulpturen und Sakralgefässe zu sehen. Die Kunstwerke sind zu den üblichen Öffnungszeiten der Galerie zu bewundern.

http://galeriedogon.de/

 

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Junge Künstler aus Afrika


Kindern und Jugendlichen Kunst und Kultur näherzubringen, ist sicherlich eine gute Sache. Das bei Kindern aus Afrika zu tun, umso mehr. Denn sicher gibt es dort nicht so viele Eltern, die ihren Sprösslingen den Besuch von Kunstakademien bezahlen könnten. Oder gar einen Musik- oder Zeichenlehrer. Dass mit so einer Aktion eine Lebensperspektive gegeben wird und eine Chance mehr da ist, nicht auszuwandern, müssen wir hier nicht groß besprechen.

Hier setzt die Organisation Artists for Africa an. Sie existiert seit 2010. Sie stammt aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Fachleute in Sachen Tanz unterrichten Kinder aus armen Regionen Kenias. Natürlich ohne dass diese zahlen müssen. Und sie sind mittlerweile so gut, dass sie jüngst erst im Nationaltheater in Nairobi zu Weihnachten aufgetreten sind. Sie haben also nicht nur eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Sie machen auch ihren Mitmenschen eine Freude. Und erhalten Bühnenerfahrung, die ihnen später in einem kreativen Beruf helfen kann. Gerade in der jetzigen Zeit ist es gut zu wissen, dass es in den Vereinigten Staaten Menschen gibt, die über den eigenen Tellerrand hinausblicken. Das gilt ja derzeit für einige nicht mehr. Jetzt schweife ich aber ab, denn das ist eine andere Geschichte.

Mittlerweile ist auch eine Art Internat eröffnet worden. Dort können Jugendliche wohnen, die in der Hauptstadt Nairobi unterrichtet werden. Die Macher der Initiative betonen, dass damit ein Traum in Erfüllung gegangen ist.

Um das alles bezahlen zu können, lassen sich Künstler in den Vereinigten Staaten immer wieder Aktionen einfallen, um Geld zu sammeln Tänzer, Musiker, Schriftsteller und viele andere Menschen setzen sich hier ein. Und sorgen für Lebensperspektiven junger, kreativer Menschen. Und vielleicht schafft es ja der eine oder andere junge Künstler, in einigen Jahren uns hier in Deutschland auch mit seinem Können zu erfreuen.

 

 

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Die Sonne strahlt über Afrika


Es liegt mir fern, mit Posts Werbung für einzelne Firmen zu machen. Ich denke, das habe ich schon öfters gesagt. Wenn aber jemand etwas sinnvolles unternimmt, wäre es dumm, nicht darüber zu reden. Und deshalb rede ich über das Berliner Unternehmen Mobisol. Denn das will Solarenergie in die Privathaushalte in Indien und Afrika bringen. Vor allem in Afrika, wo es mit dem Anschluss ans öffentliche Stromnetz oftmals nicht so weit her ist, tut das gut. Und das Projekt bietet sogar Möglichkeiten für die Nutzer, selbst Geld zu verdienen. Besser geht es nicht.

Thomas Gottschalk  hat das Unternehmen einst gegründet. Es ist  auf Solarprojekte spezialisiert. Gesucht werden Lösungen, um Strom durch regenerative Energien zu  gewinnen. Afrika ist dabei nach Aussage des Unternehmens absolut im Blickfeld. Was wie gesagt gut und auch logisch ist. Dort gibt es viele potentielle Kunden. Nicht zuletzt in Nigeria, wo das staatliche Stromnetz immer wieder zusammenbricht. 

Derzeit ist die Firma in Tansania, Ruanda, Kenia, Nigeria und Indien aktiv. Das Berliner Unternehmen montiert kleine Photovoltaikmodule auf das Dach ihrer Kunden, inklusive Lampen, Fernseher, Handy-Ladestationen und Bügeleisen. Alle angeschlossenen Geräte werden mit Solarstrom betrieben.

Bezahlt wird der Kaufpreis der eingesetzten Photovoltaikmodule in 36 Monatsraten per Mikrofinanzierung, wobei die Abrechnung über „Smart Money“ per Handy erfolgt. So einfach wie möglich also. Richtig so.

Trotzdem ist es in einem Land wie Nigeria gar nicht so einfach, zusätzlich mehrere Euro pro Monat zusammenzubekommen, um die Raten zu bezahlen. Auch hierfür hat der Unternehmer eine Lösung gefunden. Er handelt also durchaus beispielgebend: Die Kunden müssen die Anlagen in Raten unter 20 Euro bezahlen. Allerdings könne eine Handyladestation über zwei Euro pro Tag bringen. Für mich sieht das Ganze fast zu schön aus, um wahr zu sein. Besser kann Hilfe zur Selbsthilfe nicht organisiert sein.

Es ist schön, dass mehrere Medien auch darüber berichten. Unter anderem das Online-Magazin 3D-Grenzenlos.

 

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Viel Afrika zum Jahresbeginn


Es gibt nichts besseres, als das neue Jahr gleich einmal mit Afrika zu beginnen. Und da gibt es in Sachen Sprache, Literatur und Kultur auf so einiges hinzuweisen: Es beginnt schon am kommenden Freitag:

Dave Davis. Blacko Mio!: Der Deutsche mit ugandischer Abstammung und ehemaliger Versicherungskaufmann begann nach einem Studium in „Recording Arts“ damit, Songs zu komponieren und Hörbücher zu produzieren. Im Laufe der Zeit entwickelte er auch komödiantische Talente. Hat unter anderen den deutschen Comedypreis für den besten Newcomer bekommen. Am 13. Januar um 20 Uhr zeigt er im Kulturwerk am See in Norderstedt sein mittlerweile viertes Solo-Programm.

http://dave-davis.de/

 

Kiswahili Stammtsich: Wer sich für die ostafrikanische Sprache Kiswahili interessiert, der ist am 21. Januar ab 19 Uhr im Afrika Center in Berlin bestens aufgehoben. Beim Stammtisch gibt es die Möglichkeit, die Sprache zu trainieren, Kontakte zu knüpfen und neue Freunde zu finden.

http://afrika-center-berlin.com

 

Ehtiopa: Building Resilience for Food Security: Im afro asiatischen Institut in Salzburg in der Wiener Philharmonikergasse 2 gibt es am 19. Januar ab 19 Uhr einen Interessanten Vortrag: Dabei geht es um Äthiopien – das Land mit der zweitgrößten Bevölkerungszahl in Afrika. Dargestellt wird, wie die Menschen, die vielfach von der Landwirtschaft leben, in Zeiten der langanhaltenden Dürren versuchen, ihr Leben zu meistern. Dersehilign Teshome will den Gästen dieses Thema näherbringen. Es gibt Möglichkeit zur Diskussion.

http://www.aai-salzburg.at

 

Tram 83: Lesung mit Fiston Mwanza Mujila: Der Österreicher mit Wurzeln im Kongo stellt seinen Debütroman vor. Er tut das im Unabhängigen Literaturhaus in Krems in der SteinerLandstraße 3 am 7. April um 20 Uhr. Das Werk spielt in einer heruntergekommenen Großstadt irgendwo in Afrika. Der Nachtclub „Tram 83“ wird zum Treffpunkt verschiedenster Figuren. Ex-Kindersoldaten treffen dort auf Studenten und Andere. Erzählt wird die Geschichte vom Schriftsteller Lucien, der dort den Gauner Requiem, bei dem er Schutz vor Erpressung und Zensur findet.

www.literaturhausnö.at

Keine Angst: Es werden nicht die letzten Kulturtipps von wolfgangsafrika gewesen sein. Nur keine Sorge.

 

 

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Sylvester ins Museum


Auch um den Jahreswechsel können Freunde Afrikas Kunst und Geschichtliches in Ausstellungen bewundern:

Rwanda Entgrenzungen. Reliefbilder von Pauline Disonn & Fotografien Hildegard Schürings: Pauline Disonn und Hildegard Schürings stellen vom 4. bis zum 29. Januar in der Galerie Bruno P. in Marburg aus. Disonn ist studierte Malerin. In den 80er Jahren weilte sie zu in Rwanda. Sie schuf Reliefbilder in den Jahren nach dem Genozid aus selbst geschöpftem Papier. Hildegard Schürings, Erziehungswissenschaftlerin, arbeitet seit 1978 in und zu Rwanda. Sie hat zahlreiche Veröffentlichungen über Geschichte und Gesellschaft Ruandas vorzuweisen. Die Fotografien entstanden im Zeitraum 1978 bis 2011 in Rwanda und seinen Nachbarländern

Wein & Maroni. Fotografien von Monika Nguyen: Die Fotografin Landschaftsaufnahmen, die sie im grönländischen Qaqortoq und während einer Rundreise durch Namibia aufnahm. Ganz bewusst suchte sie abgelegenen Gegenden auf, die in ihrer Einsamkeit, Stille und Weite eine atemberaubende Vielfalt vereinen. Sie hat eine fundierte Ausbildung hinter sich, studierte in Wien, New York und Tokio. Die Ausstellung ist noch bis zum 27. Februar in der Galerie Habari in Wien zu bestaunen.

Graue Riesen. Wie der Elefant den Menschen prägte: Diese Dauerausstellung im Residenzschloss Oettingen zeigt kulturhistorisch bedeutsame Ethnographica aus den Sammlungen des Völkerkundemuseums München in Verbindung mit Bildern und Installationen rund um die faszinierende Welt der Elefanten. Die Ausstellung versteht sich als Hommage an die vermeintlichen „Dickhäuter“, deren sensibles und fürsorgliches Sozialverhalten immer wieder für Erstaunen bei Wissenschaflern sorgt. So sagen es die Ausstellungsmacher. Sie berichten weiter: Als Zeichen für Macht und Würde des Herrschers galt der Elefant in Indien, als Königstier in Afrika. Gleichermaßen als Transport- und Kriegstier wurde er bereits im 16. Jahrhundert v. Chr. in China eingesetzt. Seine Stärke und Klugheit sind sprichwörtlich. Gejagt wurde und wird er leider immer noch wegen seiner Stoßzähne, den Lieferanten für das begehrte Elfenbein. Die Ausstellung plädiert für einen achtsamen Umgang des Menschen mit jenem besonderen Tier, das ihm seit Jahrtausenden ein treuer Begleiter sei. Zu sehen sind unter anderem eindrucksvolle Bilder der Schutzorganisation „David Sheldrick Wildlife Trust“ und deren Schwesterinitiative „Rettet die Elefanten Afrikas“. Die Ausstellung ist noch das ganze Jahr 2017 über zu besichtigen.

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Platz für das bunte Afrika


Seit geraumer Zeit spreche ich davon, dass in den Medien das wahre, richtige Afrika nicht zum Zuge kommt. Zu oft geht es um Katastrophe, Krisen, Kriege und so weiter. Oftmals werde ich dafür kritisiert im Netz. Blauäugig sei ich, es helfe nicht weiter, nicht die Wahrheit zu sagen. (Wobei es mir ja um die Wahrheit geht). Die hat in der Tat in Afrika manches Mal düstere Farben. Aber eben oft auch bunte. Und die kommen weiterhin zu kurz.

Das sieht auch Sorious Samura so. Er ist ist ein Journalist und Dokumentarfilmer aus Sierra Leone. Internationale Medien sind in seinen Augen viel zu oft auf das Düstere aus. „Die meisten Redakteure und Fernsehstationen sind nicht besonders interessiert an Afrika. Und selbst wenn sie es sind, folgen sie nur der abgedroschenen Erzählung von Afrika als hoffnungslosem Kontinent, auf dem entsetzliche Dinge passieren.“ So sagt er es in einem Beitrag für die Zeitschrift Weltsichten.

In Filmen sei es nicht anders. Hunger und Gewalt würden dominieren. Das ist wohl wahr. Deshalb will Samura die Geschichte Afrikas jetzt anders erzählen. Mich hat er da auf seiner Seite. Auch wenn mich vielleicht wieder der eine oder andere auffordert, die Wahrheit zu sehen. Richtig: Es gibt Hunger in Afrika. Aber nicht nur das.

Samura berichtet, wie ihn selbst der Fernseher geprägt hat. Filme seien wichtig, um Menschen zu informieren. Deshalb wollte er selbst Filmemacher werden. Er hat es geschafft. Es wurde Bestandteil der Gruppe „Insight TWI“. Diese versuchte, Filme mit mehr Tiefe und mehr Zwischentönen zu machen, die näher dran waren an der afrikanischen Wirklichkeit. So ist es von ihm zu erfahren. Er sei stolz auf die Dokufilme, die dabei entstanden. Wobei da das Negative nicht verschwiegen wird. Wie zum Beispiel bei „Cry Freetown“. Dort geht es um Verbrechen, die sowohl Rebellen als auch Friedenstruppen während des Bürgerkriegs in Sierra Leone begangen

Es fiel ihm jedoch auf: Letztendlich bediente er damit wieder alte Stereotypen. Und deshalb sei er von seinem neuen Projekt begeistert: An Artist’s Journey“ ist eine Dokumentation in Spielfilmlänge über einen gefeierten Künstler, der in Sierra Leone eine ganze Generation mit seinen visionären Theaterprojekten inspiriert. Es sei einfach gut, Positives darzustellen. Das ist richtig. Und auch wichtig. Sicher: Es wird immer Bedarf geben an Filmen, die Verbrechen und Ungerechtigkeit entlarven. Die Welt soll nicht schöngefärbt werden. Aber Hoffnung, Mut und Inspiration ans Licht zu bringen, das sei auch wichtig So ist es. Denn: Auch wenn der Tunnel noch so lang ist. An seinem Ende ist das Licht. Und wer das jetzt zu schnulzig findet, dem kann ich auch nicht helfen.

Die Infos zu diesem Post stammen aus der Zeitschrift Welt-Sichten aus der Ausgabe 12/2016.

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