Bildung

Vom Norden in den Süden geblickt


Forschung und Lehre über Afrika, afrikanische Sprachen und afrikanische Kultur hat in Hamburg schon eine lange Tradition. Die Stadt ist ein weiterer „Hotspot“ für Studenten und Studentinnen, die sich für Afrika interessieren. Um dieses neudeutsche Wort einmal zu verwenden. Vielleicht ist es ja kein Zufall, dass auch der Afrikaverein der deutschen Wirtschaft dort seinen Sitz hat.

Bereits 1909 wurde am Hamburger Kolonialinstitut ein Lehrstuhl für afrikanische Sprachen eingerichtet. Damit zählt die Abteilung für Afrikanistik und Äthiopistik zu den wissenschaftlichen Einrichtungen, die älter sind als die Hamburger Universität selbst. Was mit einer Afrikanistik-Professur am Seminar für Kolonialsprachen begann, hat sich schnell zu einer eigenständigen akademischen Disziplin entwickelt und ist seit Gründung der Universität 1919, zunächst als Seminar für afrikanische Sprachen und nach diversen Umbenennungen nun als Abteilung für Afrikanistik und Äthiopistik des Asien-Afrika-Instituts in Forschung und Lehre etabliert.

Bis zum heutigen Tag ist die Hamburger Uni die einzige in ganz Deutschland, bei der die Forschungen über Äthiopien so im Mittelpunkt stehen. Seit 1970 hat dieser Bereich mehr und mehr an Bedeutung gewonnen.
Mit der Geschichte der Forschungen in Hamburg sind die Namen so bekannter Afrikanisten wie Carl Meinhof, August Klingenheben und Johannes Lukas verbunden. Lukas hat eine Reihe von Schülern herangebildet, die bis in die jüngste Vergangenheit das Fach an deutschsprachigen Universitäten vertraten. So weiß es die Chronik der Hamburger Uni.

Konkret wird der Studiengang „Afrikanische Sprachen und Kulturen“ angeboten. Bei den Sprachen stehen Amharisch, Hausa und Swahili im Mittelpunkt. Letztendlich wird damit der gesamte Kontinent abgedeckt. Es sind wichtige Sprachen im westlichen und östlichenTeil Afrikas sowie in Äthiopien. Ein Aufenthalt in Afrika südlich der Sahara während des Studiums ist obligatorisch.

Im Rahmen der Forschung kümmern sich die Afrika-Experten aus Hamburg nicht zuletzt um textliche Quellen aus Afrika. So haben sie beispielsweise christliche und islamische Texte aus Äthiopien digital erfasst und gesichert. Sie beschäftigen sich mit afrikanischer Literatur und vielem mehr.

Kategorien: Bildung, Forschung, Universitäten | Schlagwörter: , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Viel Afrika in Frankfurt


Eigentlich ist das ja ganz schön: Es gibt doch tatsächlich einige Städte in Deutschland, die sich wahrlich Zentren der Afrikaforschung nennen dürfen. Köln etwa habe ich Euch schon vorgestellt. Frankfurt gehört mit dazu. An der Goethe-Universität gibt es die Möglichkeit, Afrikanistik zu studieren. Die Schwerpunkte liegen hier auf den Sprachen Hausa, Swahili und Fula. Wer in Frankfurt Afrikanistik studiert, der hat gut e Chancen, den afrikanischen Kontinent schon als Student zu betreten. Sagen die Mitarbeiter des Instituts doch, wie wichtig die Kontakt mit dem Kontinent für die Studierenden ist. Es gebe engen Kontakt mit afrikanischen Universitäten.

Das ist aber längst noch nicht alles, was Frankfurt zu bieten hat. Es gibt das Zentrum für interdisziplinäre Afrikaforschung – kurz ZIAF genannt. Das ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern aus sieben Fachbereichen der Universität Frankfurt. Auf deren Internetzseite finden sich Informationen über die Geschichte der Afrikaforschung in Frankfurt, die Aufgaben und Aktivitäten des Zentrums, afrikabezogene Veranstaltungen, Lehrangebote und Forschungsprojekte und zahlreiche weiterführende Links. Diese Forscher haben Lob verdient und mich an ihrer Seite. Sie zeigen, wie umfangreich sich Wissenschaftler und Studenten in Frankfurt mit Afrika beschäftigen. Der Kontinent ist Thema bei folgenden Studienfächern – neben der Afrikanistik: Anglistik, Ethnologie, Politikwissenschaft, Geographie, Archäologie und Archäobotanik, Humangeorgraphie und Paläobiologie.

Hier muss gesagt werden, dass sich nicht zuletzt Frankfurter Archäologen um Professor Peter Breunig um die Vorgeschichte der Gegend um den Tschadsee verdient gemacht haben. Breunig gehört zu einem der führenden Wissenschaftler, was die Vorgeschichte Westafrikas betrifft. Hut ab!

Und dann gibt es noch das Frobenius-Institut. Es ist benannt nach dem deutschen Afrikaforscher Leonhard Frobenius. Die Aufgabe der Einrichtung ist es, ethnologische, historische und prähistorische Forschungen zu betreiben. Seit der Gründung steht Afrika hier im Mittelpunkt. Im Blickfeld liegen aber auch Süd- und Südostasien, Australien, Süd- und Nordamerika sowie Ozeanien.

Es gibt zwar – abgesehen von Vorträgen – keine Lehrveranstaltungen für Studenten. Allerdings gibt es eine imposante ethnographische Sammlung. Sie umfasst etwa 5500 Objekte, mehrheitlich Gegenstände aus dem Bereich der Alltagskultur afrikanischer Gesellschaften. Einen besonderen Sammelschwerpunkt bildet die Keramik (etwa 1300 Objekte). Außerdem gibt es ein afrikanisches Mythen- und Märchenarchiv, ein Bilderarchiv, ein Felsbildarchiv, ein Fotoarchiv, ein mythologisches Bilderarchiv und ein prähistorisches Bilderarchiv. Dazu eine umfangreiche Bibliothek. Was also will der angehende Afrikaforscher mehr?

Kategorien: Bildung, Forschung, Kultur, Startseite, Universitäten | Schlagwörter: , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Mainz als Hochburg Afrikas


Mainz ist eine Hochburg des Karnevals. Was mich jetzt nicht besonders beeindruckt. Ich bin eher ein Faschingsmuffel. Verkleiden? Das ist nichts für mich. Oftmals ist die Fröhlichkeit dabei doch arg aufgesetzt. Ganz anders sieht das bei der Afrikanischen Lebensfreude aus. Die ist echt. Und so beschäftige ich mich viel lieber mit der Kultur Afrikas. Wobei ich dabei aber auch ganz gut aufgehoben wäre in Mainz. Genauer gesagt am Institut für Ethnologie und Afrikastudien der dortigen Universität.

Dort gibt es eine große Bandbreite an angebotenen wissenschaftlichen Sparten Rund um Afrika. Das beginnt bei klassischen Themen der Ethnologie und der Afrikanistik, erstreckt sich weiter über Politik und umfasst auch moderne, populäre Kultur. Zu nennen wären hier Literatur, Musik, Theater und Film. Es gibt sogar ein African Music Archive.

Schon während des Studiums können dabei die jungen Männer und Frauen Afrika erleben. Beispielsweise gibt es im kommenden Jahr ein Projekt für Master-Studenten, das sich mit Nationalfeiern in Afrika beschäftigt. Es gibt Forschungsreisen in die Elfenbeinküste und nach Ghana. Die Studenten können hautnah die Feiern miterleben. Aber auch, wie sie vorbereitet werden.

Allein dieses Detail zeigt: In Mainz Afrika zu studieren ist sicherlich sehr interessant. Aber es gibt noch mehr. Erinnern wir uns an das Musikarchiv, das ich eingangs erwähnt habe. Es besteht seit 1991 und beinhaltet eine in Deutschland einzigartige Sammlung moderner afrikanischer Musik auf Tonträgern unterschiedlicher Formate (Schellack- und Vinylschallplatten, Audio- und Videokassetten, CD‘s und DVD‘s). Der derzeitige Bestand des Archivs liegt bei rund 10 000 Tonträgern, die zum Teil bis in die 1940er Jahre zurückreichen. Regionale Schwerpunkte bilden Äthiopien, Ghana, Kamerun, Kongo, Kenia, Nigeria und Tansania.

Darüber hinaus befinden sich mehr Bestände aus nahezu allen Ländern Afrikas südlich der Sahara in der Sammlung, die durch Zukäufe weiterhin im Aufbau befindlich ist. Mehrere tausend Zeitungsausschnitte werden in der nach Ländern, Musikstilen und Musikern sortierten Ausschnittsammlung aufbewahrt. Die Artikel, Berichte, Interviews und Schallplattenbesprechungen bieten einen reichen Fundus an Hintergrundmaterial, der vor Ort eingesehen werden kann.

Das ist aber immer noch nicht alles: Es gibt außerdem die Jahn-Bibliothek für afrikanische Literatur. Sie beherbergt eine einzigartige Sammlung literarischer Werke in über achtzig Sprachen, darunter die ehemaligen Kolonialsprachen ebenso wie eine sehr große Zahl afrikanischer Sprachen. Wer von Anfang an bei meinem Blog mit dabei ist, der weiß: Ich stehe voll auf Bücher, freue mich also vor allem darüber.

Neben Klassikern der verschiedenen literarischen Traditionen Afrikas umfasst die Sammlung zeitgenössische Literatur international renommierter afrikanischer Autorinnen und Autoren, aber auch zahlreiche unbekanntere, lokal produzierte Werke. Als Forschungseinrichtung gehört die Jahn-Bibliothek für afrikanische Literaturen zum Institut für Ethnologie und Afrikastudien, als Bibliothek ist sie Teil der Bereichsbibliothek Ethnologie und Afrikastudien der Universitätsbibliothek Mainz.

Kategorien: Bildung, Forschung, Startseite, Universitäten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Noch mehr Afrikaforscher aus Köln


Ich habe es voriger Woche ja schon gesagt: Köln ist ein Mittelpunkt der Forschung über Afrika zumindest in Deutschland. Und ein Zentrum für die Studentinnen und Studenten, die sich dafür interessieren. Weil es eben mehrere Institute gibt, die sich der Wissenschaft über Afrika verschrieben haben. Das schon vorgestellte Institut für Afrikanistik ist nur eines davon. Heute besuchen wir das Institut für Ethnologie in Köln.

Setzten sich Afrikanisten vor allem mit den Sprachen des Kontinents auseinander, geht es den Ethologen vor allem um Kultur und Gesellschaft von Volksgruppen geht. Das Kölner Institut gehört zu denen, die sich den afrikanischen Kontinent als Schwerpunkt herausgepickt  hat. Grundsätzlich geht es den Forschern in Köln darum, sozialwissenschaftliche Fragen zu beantworten. In diesem Wintersemester stehen West- und Südafrika besonders im Fokus.

Und dann gibt es in Köln noch die Buddler und Schaufler. Diejenigen, die in der Erde wühlen, um Interessantes aus der Frühzeit der Menschen zu erfahren. Gemeint sind die Archäologen. Wer meinen Texten schon länger folgt, der weiß, dass mir die besonders am Herzen liegen. Ich mich im Grunde als einer von ihnen bezeichne. In Köln ist es nun so, dass die Archäologie des afrikanischen Kontinents einen Schwerpunkt des Instituts für Ur- und Frühgeschichte bildet. Das ist schon so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal der Einrichtung.

Es gibt die Forschungsstelle Afrika als eine Abteilung des Instituts. Derzeit gibt es sechs Forschungsprojekte in Ägypten, im Tschad, im Sudan, im Kongo und in Namibia. Diese wissenschaftlichen Untersuchungen schlagen sich in zahlreichen Lehrveranstaltungen für die Studentinnen und Studenten nieder.

Partner der Forschungsstelle ist das Heinrich-Barth-Institut. Der Name Heinrich Part sagt Euch hoffentlich etwas. Denn die Gesellschaft gleichen Namens habe ich Euch ja schon vorgestellt. Dieses Institut widmet sich 1963 der umwelt- und kulturgeschichtlichen Forschung in den Wüstengebieten von Afrika. Das erstreckt sich von der Dokumentation von Felsbildern bis zum Versuch, das Natur- und Kulturerbe des Kontinents zu erhalten.

Die Lehrveranstaltungen für die Studentinnen und Studenten sind vielfältiger Natur: Es geht dabei um die Klimageschichte Afrikas, um Grabungsbefunde aus Afrika oder auch um Keramik aus Zentralafrika.

Kategorien: Archäologie, Bildung, Kultur, Startseite, Universitäten | Schlagwörter: , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Köln: Ein Zentrum der Afrikaforschung


Köln ist ein Mittelpunkt der Forschung zur Kultur und zu den Sprachen Afrikas. Das dürfen wir mit Fug und Recht behaupten. Ist doch das dort angesiedelte Institut für Afrikanistik und Ägyptologie wohl eines der größten und bedeutendsten in Europa. In Deutschland allemal. Deshalb wollen wir bei unserer Bildungsreise durch die Universitäten mit Fokus auf Afrika in Köln halten. Aber nicht nur das: Es gibt ja auch noch das Institut für Ethnologie mit einem Schwerpunkt auf Afrika. Und die Archäologen der Kölner Uni blicken auch auf den Kontinent.

Afrikanistik? Das ist – einfach gesagt – die Lehre von der Kultur und der Sprache der Afrikaner. Ägyptologie? Hier lernt der Student alles über das alte Ägypten. Also über die Archäologie, die Geschichte, die Kultur und die Sprache. Das diese beiden Fächer in einem Institut zusammen gelehrt werden, ist durchaus ungewöhnlich. Oftmals ist die Ägyptologie an die historischen Fächer angegliedert. Wer sich grundsätzlich mehr auf Geschichte und gesellschaftliche Zusammenhänge konzentrieren will, ist wohl in ethnologischen Instituten besser aufgehoben. Auch die werden wir hier kennenlernen.

Die Professoren des Instituts betonen auf der Internetseite des Instituts: „Das Erlernen einer afrikanischen Sprache ist ein wesentlicher Teil des Studiums, das darauf zielt, über die Sprach einen tiefen und differenzierten Einblick in Aspekte afrikanischer Kulturen und Lebenswelten zu erlangen.“

Und so ist der Studiengang (sowohl als Bachelor als auch als Master) mit Sprachen und Kulturen Afrikas betitelt. Kernbereich ist eben die Analyse und Beschreibung der Sprachen Afrikas. Zur Wahl stehen:
Klassisches Ägyptisch
Swahili
Bambara
Hausa
Ewe

Im weiteren Verlauf ihrer Ausbildung können sich die Studentinnen und Studenten dann mit der Kultur und Geschichte des Afrikanischen Kontinents auseinandersetzen. Schwerpunkte liegen dabei unter anderem auf den Kulturen des unteren und mittleren Niltals. Die angehenden Afrikanisten können darüber hinaus analysieren, wie sich die Afrikaner selber sehen und wie wir das tun.

Und das als Besonderheit: das Institut ist an einem interdisziplinären englischsprachigen Masterstudiengang beteiligt, der gemeinsam von den Fächern Ethnologie, Afrikanistik, Ur- und Frühgeschichte, Geografie und Ägyptologie angeboten wird. Er heißt Culture and Environment in Africa“ . Dabei wird Wissen erworben über verschiedene afrikanische Regionen und die Beziehungen der dortigen Menschen zu ihrer Umwelt. Das klingt jetzt schon alles sehr wissenschaftlich, wie ich das hier schreibe: Also übersetzen wir: Die Studenten lernen kennen, unter welchen Bedingungen die Menschen lebten bzw. es nach wie vor tun.

Studenten der Geographie dürfen sich in Köln auch über die Afrikanistik freuen. Denn sie können es als Nebenfach belegen. Da ist aber schnelles Entscheiden notwendig. Da nur 15 Nebenfachstudenten pro Jahr erlaubt sind.

Kategorien: Bildung, Forschung, Startseite, Universitäten | Schlagwörter: , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Für Afrika an die Uni


In den kommenden Wochen stellen sich sicherlich wieder viele junge Menschen diese Frage: Was soll ich werden? Welchen Beruf soll ich ergreifen. Was soll ich studieren? Afrika! Das wäre einfach Mal meine Antwort auf letzte Frage. Warum sich beruflich nicht mit Afrika auseinandersetzen? Es ist gut zu wissen, dass es in Deutschland zahlreiche Universitäten gibt, an denen sich Studentinnen und Studenten mit diesem Kontinent beschäftigen können. Das Studienfach dazu heißt Afrikanistik.

Beginnen wir an der Uni in Bayreuth. Zum Wintersemester 2006/2007 installierten die Professoren den Bachelor-Studiengang „Afrikanistische Sprachen, Literaturen und Kunst“. Dabei handelt es sich um eine eine Kombination aus Sprach-, Literatur- und Kunstwissenschaft mit Schwerpunkt Afrika. Er wird seither als Kern- und als Kombinationsfach angeboten. Nach den eigenen Worten der Verantwortlichen in Bayreuth handelt es sich um ein einzigartiges Lehrangebot in Deutschland. Zum Wintersemester 2007/2008 wurde der Masterstudiengang „African Language Studies“ mit den möglichen Schwerpunkten „Comparative Studies“ und „Swahili Studies“ eingeführt.

 Es gibt zwei Lehrstühle: Einmal liegt der Arbeitsschwerpunkt im Bereich des Niger-Kongo-Gebietes. Vor allem sind dabei die Bantu- und die Gursprachen im Blick. Den zweiten Schwerpunkt bilden an der Universität Bayreuth die Afroasiatischen Sprachen, insbesondere die tschadischen und Berbersprachen. Außerdem gibt es eine Professur mit Arbeitsschwerpunkt bei der Swahili-Literatur. Es gibt Sprachkurse für Bambara, Hausa und Swahilli.

 Grundsätzlich betonen die Verantwortlichen der Universität in ihrem Internetauftritt, dass ein breit gefächertes Wissen in den Bereichen Sprache, Literatur und Kunstwissenschaft vermittelt werden soll. Immer wieder starten die Experten des Instituts für Afrikanistik Projekte, um einzelne Sprachen zu beleuchten oder ihre Entwicklung darzustellen. Der

 Im Institut für Afrikanistik in Bayreuth lehren fünf Professoren. Drei wissenschaftliche Mitarbeiter und fünf Sprachlehrerinnen und –lehrer sind beschäftigt. Das Institut gibt regelmäßig mehrere Zeitschriften heraus, die sich mit den angesprochenen afrikanischen Sprachen auseinandersetzen.

 Die Uni weißt folgende Berufsfelder aus, die nach dem Studium angegangen werden könnten: Auslandsdienst etwa als Diplomat oder Entwicklungshelfer. Eine Arbeit für kulturelle Institutionen wie Museen oder Archive. Auch der Einsatz als Lektor in einem Verlag oder als Journalist sei denkbar.

Kategorien: Bildung, Forschung, Universitäten | Schlagwörter: , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Zurück nach Afrika


Derzeit sieht es ja fast so aus, als das die gesamte Jugend Afrikas den Kontinent verlässt. Ein Blick auf die vollen, vollen Flüchtlingsboote für den Küsten Italiens, Griechenlands, Maltas und Zyperns lässt zu keinem anderen Schluss kommen. Viele, viele junge Afrikaner suchen ihr Glück in Europa. Da gibt es jetzt eine Bewegung, die dagegensteuert. Sie nennt sich Sankofa Afrika. Sie ruft dazu auf, dass die besten Köpfe derer mit afrikanischen Wurzeln ihr Können und Wissen der alten Heimat überlassen.

Sankofa Afrika bezeichnet sich selbst im Internet als eine politisch neutrale, nicht auf Profit ausgerichtete Organisation. Sie will Afrikaner, die in der Diaspora leben, und Freunde Afrikas zu einem Netzwerk zusammenspannen.

Sankofa Afrika will denen ein Forum bieten, die nach einer Ausbildung in der westlichen ersten Welt nach Afrika gehen wollen, um dort ihr Wissen und Können für den Kontinent einzusetzen. Die Organisation will ihnen Kontakt zur afrikanischen Wirtschaft ermöglichen. Sie fordert Universitätsabgänger und Fachleute dazu auf, mitzuhelfen, um einen besseren Kontinent aufzubauen.

Die Mitglieder der Gruppe glauben daran, dass Afrika nicht dadurch wachsen kann, immer nur Hilfe der europäischen Staaten anzunehmen. Sondern daran, dass Menschen aus der Diaspora zurückkommen und in Afrika mitarbeiten. In ihren Augen braucht es eine vernünftige Führung in den afrikansichen Ländern. Junge Menschen mit eine Passion für Afrika seien aufgerufen, hier einen Wandel herbeizuführen.

Wer sich hinter Sankofa Afrika verbirgt, macht ein Blick auf die Internetseite der Organisation nicht deutlich. Allerdings scheinen es Menschen aus London mit Wurzeln aus Ghana zu sein. Grundsätzlich sind sie mit ihrem Anliegen sicherlich auf dem richtigen Weg. Konkrete Kontakte zu Firmen und Organisationen zeigt die Seite aber noch nicht vor. Anscheinend ist das Projekt noch in der Startphase. Wer ist unterstützen will, macht aber sicherlich ein gutes Werk.

Wer sich für eine Mitarbeit oder für das konkrete Auswandern nach Afrika interessiert, kann sich mit Namen, Adresse und weiteren Kontaktdaten in eine Liste eintragen. Nur zu! Die Initiatoren des Projekts haben recht: Zu viele Generationen von Afrikanern haben sich in die Fremde aufgemacht und ihr Wissen mitgenommen. Zu wenige von ihnen denken daran, zurückzukehren.

Sankofa ist laut der Organisation ein Wort aus der Akan-Sprach in Ghana und heißt so viel wie „Geh zurück und nimm es“.

Kategorien: Bildung, Hand und Hand, Information | Schlagwörter: , | 2 Kommentare

Fürsprecher für afrikanische Kultur und Wissenschaft


Die Kultur Afrikas ist etwas Wert und sie hat es verdient, beachtet zu werden. Das sage ich – und das sagen auch die Mitglieder der Heinrich-Barth-Gesellschaft. Heinrich Barth bereiste einst im 19. Jahrhundert den Kontinent. Er gibt einer Organisation ihren Namen, die Verständnis für afrikanische Lebensformen wecken und mithelfen will, die Kontinente einander näher zu bringen. 

Deshalb hat die Organisation auf alle Fälle einen Platz auf diesem Blog verdient. Sie unterstützt Gruppierungen und Einzelpersonen, die sich einsetzen, um afrikanische Kultur zu erhalten, Geschichte und Umwelt Afrikas zu erforschen. Gegründet wurde die Gesellschaft 1976. Ihre Mitglieder sind begeistert von der Vielfalt des afrikanischen Kontinents. So verkünden sie es im Internet. 

Die Organisation unterstützt Forschungsprojekte zahlreicher Disziplinen:

  • Archäologie
  • Antrthopologie
  • Paläobotanik
  • Zoologie
  • Klimaforschung
  • Geowissenschaften

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sollen nicht im Verborgenem bleiben: Im Heinrich-Barth-Kurier, der mehrmals im Jahr erscheint, gibt es Spannendes zur Archäologie, zu verschiedenen Projekten und zur Kunst Afrikas zu lesen. Organisiert werden aber auch Vorträge, Reisen und individuelle Beratungen von Sammlern afrikanischer Kunst und Kultur. 

Die Gesellschaft tritt dazu als Förderer von Projekten in und über Afrika auf. Unter ihren Fittichen hat sie das Heinrich-Barth-Haus in Timbuktu in Mali. Dort lebte einst der Namensgeber – heute ist es ein kleines Museum. Ein ähnliches Projekt gibt es in Agadez im heutigen Niger. Entstanden ist beispielsweise auch eine CD mit Liedern der Dogon, die im heutigen Mali leben. 

Die Heinrich-Barth-Gesellschaft ist ein eingetragener Verein. Die Idee dazu entstand in den Köpfen der Gründerväter Cornelius Trebbien und Rolf Bienert 1973/74 während einer Expedition ins Nördliche Afrika. Mitglied kann ein jeder werden, der sich für den Kontinent interessiert. Auf der Internetseite der Organisation ist eine Beitrittserklärung als Pdf-Datei hinterlegt. 

Heinrich Barth zählt zu den führenden Personen in der Afrikaforschung. In der Zeit von 1845 bis 1847 war er im Norden des Kontinents unterwegs – von Marokko bis Ägypten. 1849 brach er erneut auf. Sein Weg führte ihn unter anderem in die Städte Tripolis, Agadez, Kano, Kanem, Sokoto und Timbuktu. Das er den Norden Nigerias besuchen konnte, zu einer Zeit, in der er keine Radikalen fürchten musste, macht mich schon ein wenig neidisch. 

1857 erschien sein fünfbändiges Werk „Reisen und Entdeckungen in Nord- und Centralafrika in den Jahren 1849 bis 1855“ in deutscher und englischer Sprache. Er studierte und lehrte in Berlin.

Kategorien: Bildung, Forschung, Geschichte, Information, Startseite | Schlagwörter: , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Afrika in Bremen und Dresden


 

 

 

Bei unserer Reise durch die afrikanische Museumswelt machen wir diesmal an der Weser halt. Und besuchen das Übersee Museum Bremen. Ferne Kontinente faszinieren seit jeher Reisende und Daheimgebliebene. So steht es auf der Internetseite zu lesen. Ja – Das macht neugierig.

Das Haus will einen Mix aus Völker- Handels- und Naturkunde bieten. Nach eigener Aussage gab es schon Ehrungen der UNESCO-Kommission.

Die Beschreibung der Afrikasammlung macht nun auch wirklich neugierig. Was steckt wirklich hinter dem Namen Afrika, der zahlreiche Assoziationen wecke? Die Museumsbesucher sollen die Antwort darauf erhalten.

Die Sammlung zum Kontinent ist in mehrere Bereiche gegliedert. Gezeigt wird da einmal der Alltag einer Stadt – dargestellt am Beispiel der kenianischen Metropole Nairobi. Der große Naturraum Sahara erhält in der Abteilung Lebensraum Wüste sein Recht. Die Museumsmacher gehen ein auf die vielen Rohstoffe des Kontinents und zeigen auf, wie viele verschiedene Völker es in Afrika gibt. Und – das ist sehr lobenswert – es gibt einen eigenen Bereich, der zeigt, wie der Mensch entstanden ist. Das ist ja bekannterweise in Afrika passiert.

Das Haus ist am Bahnhofsplatz 13 zu finden – direkt am Hauptbahnhof. Es ist Dienstag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr geöffnet, Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Neujahr, Heilig Abend, 1. Weihnachtsfeiertag und Silvester ist geschlossen. Erwachsene zahlen 6,50 Euro Eintritt, Kinder ab sechs Jahren 2,50 Euro. Die Familienkarte kostet 13.50 Euro

Pegida zum Trotz gibt es ein Museum für Völkerkunde in Dresden. Ja – das musste jetzt sein. Doch weiter im Text. Haus gehört zu den ältesten seiner Art in Deutschland. Denn es geht zurück in die Mitte des 16. Jahrhunderts, als der sächsische Kurfürst August seine Kunstsammlungen begründete. Offiziell gegründet wurde es 1875.

Die Afrikasammlung umfasst 17 500 einzelne Objekte. Zu den ältesten Stücken gehören Elfenbeinschnitzereien aus dem Umfeld des ehemaligen Königreiches Benin im Süden des heutigen Nigerias. Die ersten davon kamen wahrscheinlich schon im 17. Jahrhundert nach Dresden.

Der größte Teil der Sammlung wurde jedoch zwischen 1840 und 1930 zusammengetragen. Die Schwerpunkte sind:

– der christlich-religiöse Bereich Abessiniens

– die Hirtenkultur der Somali

– die städtische Swahili-Kultur,

– Handwerk in Südostafrika

– die Kultur der Khoisan und Herero in Süd- und Südwestafrika

-Zentralafrika

– Sammlungen aus Kamerun und dem Cross-River-Gebiet in Westafrika

Das Museum befindet sich auf dem Palaisplatz 11. Es ist mit der Straßenbahn mit den Linien 6, 9 und 11 zu erreichen. Weitere Informationen gibt es im Internet. Rahmenprogramm mit Führungen und speziellen Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche. Darunter auch Geburtstagsfeiern.

← Zurück

Vielen Dank für deine Antwort. ✨

 

Kategorien: Bildung, Geschichte, Museum | Schlagwörter: , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Ein Zentrum für Afrika


Auf die Engländer ist meine Gattin nicht gut zu sprechen. Und auf deren Königin schon gleich gar nicht. Sie nimmt es ihnen schlichtweg übel, wie sie sich auf dem afrikanischen Kontinent aufgeführt haben, als sie sich dort noch als Kolonialherren aufspielten durften. Und wenn ich an das Massaker denke, das sie beispielsweise 1897 in Benin im heutigen Nigeria verübt haben, kann ich meine Liebste auch gut verstehen. 

Vielleicht drückt die Engländer ja tatsächlich das schlechte Gewissen. Und vielleicht können sie ja etwas gut machen bei meiner Gattin. Und an dem Kontinent. Die Universität von London hat unter seinem Dach ein Zentrum für Afrikanische Forschungen. Es ist das größte seiner Art außerhalb Afrikas. Zumindest beschreibt es sich selber so. 

Was aber durchaus so sein kann. Denn die Lehrthemen sind schon umfassend: Studenten erfahren etwas über die Geschichte, die Künste, die Religionen, die Sprachen oder auch die Wirtschaft des Kontinents. Immerhin können Interessierte acht verschiedene typische afrikanische Sprachen erlernen. 

Es gibt eine eigene Bibliothek mit Büchern rund um Afrika. Das Zentrum gibt einen Newsletter heraus, auf dem die aktuellen Lehrinhalte aufgeführt sind. Darüber hinaus enthält er Informationen über Veranstaltungen zu Afrika außerhalb der Universität. Es gibt ein jährliches Journal, das über die Aktivitäten des Zentrums Auskunft gibt. Beides ist über das Internet auf www.soas.ac.uk/cas/ einzusehen. Außerdem gibt es einen eigenen Blog, der ebenso über den Internetauftritt zu erreichen ist. 

Ein Ziel des Forschungszentrums ist es, Afrikaner fitzumachen, damit sie nach ihrer Ausbildung fähig sind, am Fortschritt ihrer Herkunftsländer mitzuarbeiten. Das ist jetzt wirklich eine gute Sache und würde das – zumindest zum Teil – wiedergutmachen, was die Englänger vor hundert Jahren falsch gemacht haben. Ich werde meine Liebste mal fragen, ob das ihre Einschätzung über die Engländer ändern könnte. Eine kleine Chance besteht ja. 

Gegründet wurde das Center of African Studies 1965 an der Schule für Studien des Orients und Afrikas. Dort ist seine Verwaltung nach wie vor beheimatet. Das Zentrum ist seit 1991 dafür zuständig, interdisziplinäre Studien, Forschungen und Diskussionen über Afrika innerhalb der Universität anzustoßen. Und – das ist besonders wichtig – Das Interesse an afrikanischen Fragen zu erhöhen. 

Ein junger Mensch, der sich für Afrika interessiert und studieren will, der ist wohl in der Tat in London gut aufgehoben. Er muss aber nicht so weit reisen. Die Möglichkeit, sich über Afrika schlau zu machen, gibt es sehr wohl auch in Deutschland – an Universitäten wie München oder Frankfurt. Genau – über letztere habe ich hier schon berichtet. Und Infos über die weiteren werden noch folgen.

← Zurück

Vielen Dank für deine Antwort. ✨

 

Kategorien: Bildung, Forschung, Internet | Schlagwörter: , , | Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.